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Lagerfeld & Co rollen Aktien den roten Teppich aus

Alle Jahre wieder beginnt gegen Ende des alten Jahres das grosse Rätselraten, wie denn das Börsenklima im darauffolgenden Durchgang werden wird. Für 2011 sind die Marktauguren für die Assetklasse Aktie durchaus zuversichtlich eingestellt. Hauptargument ist die fehlende Alternative. Denn Anleihen sind künstlich durch den Ankauf von Notenbanken verteuert. Und da die Konjunktur laut Prognosen nicht in die Rezession zurückfallen wird, dürfte sich auch die Zeit der Nullzins-Politik ihrem Ende nähern. Was wiederum auf die Attraktivität aktueller Anleihen drücken würde. Und da an der Börse ja bekanntlich die Zukunft gehandelt wird, ist bereits jetzt die Aktie zu präferieren. Manchmal wird zur Urteilsbegründung aber auch gern die Vergangenheit herangezogen, um auf die Zukunft zu schliessen.

Pro-Aktien-Argumentierer erwähnen etwa ein im historischen Vergleich günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis. Oder greifen zu sogenannten Börseweisheiten. Natürlich lässt sich über deren Aussagekraft trefflich streiten, die Statistik gibt ihnen aber immer wieder recht.
Ersten Rückschluss über den Jahresver­lauf soll der "Jänner-Indikator" geben: "As goes January, so goes the year", heisst es.

Dieser Indikator beruht auf dem "Stock Trader's Almanac", der versucht, historische Kursverläufe mittels statistischer Zusammenhänge herzuleiten. Was zeigt die Statistik? Im Dow Jones wie auch ATX bewahrheitet sich die Regel zu mehr als 70 Prozent. Auch 2010 stimmte der Indi­kator beim Wiener Leitindex. In einer verkürzten Version gelten bereits die ersten drei Handelstage des Jahres als weiterer Wegweiser. Wie es laut diesen aussieht, wissen wir somit in Kürze.

Bereits festgelegt hat sich die Modebranche - der Konsument ist risikobereit, heisst: den Börsen werden von dieser Seite keine Steine in den Weg gelegt. Die Skirt Length Theory geht auf das Jahr 1920 und den US-Wirtschaftswissenschaftler George Taylor zurück. Laut Theorie steigen die Aktienkurse, wenn die Röcke möglichst kurz sind. Kurze Röcke, so die dahinterstehende Logik, werden vor allem in Zeiten getragen, in denen Zuversicht herrscht bzw. die Risikobereitschaft hoch ist.

Wie sieht es 2011 aus? Hermès bringt eine transparente Krokodillederjacke, Chanel eine Mini-Version der Shorts als Part des klassischen Kostüms. Jil Sander und Gucci kombinieren Farbflächen mit jeweils (sehr) kräftigen Tönen - bunte Mode gilt als Zeichen, dass die Modebranche nach der Wirtschaftskrise wieder optimistisch ist.
Dass Mut und Risikobereitsschaft vorhanden sein muss, zeigt sicher ein Blick auf die angedachte Mode für den Mann. Denn bei Männern werden wir 2011 viel nacktes Bein sehen. Egal ob Armani, Prada oder Vivienne Westwood: Designer zeigen den Mann in kurzen Hosen, kombiniert mit Sakko.

2010 stimmte die Skirt Length Theory wohl. Prada sorgte für jede Menge Beinfreiheit, zum Minirock kamen Minishorts. Und Designer wie Alexander Wang und Frida Gianinni (Gucci) legten sogar mit der Schere Hautstellen frei - "an Mut und Risikobereitschaft dürfte es den Märkten heuer also nicht fehlen ...", schrieben wir hier letztes Jahr.
Die einen führen den Dogs-of-the-Dow-Ansatz auf den US-Anlageprofi Michael O'Higgins zurück, der sein Konzept vor rund 40 Jahren im Buch "Beating the Dow" beschrieb. Andere nennen als Begründer dieser Theorie den Wirtschaftswissenschaftler und Lehrer von Warren Buffett, Benjamin Graham, der schon in den 30iger Jahren diese Anlagemethode erfunden haben soll.
Das Konzept: Am ersten Börsentag eines Jahres kauft man aus einem Index jene zehn Aktien (gleichgewichtet!), welche die höchste Dividendenrendite aufweisen. Die gekauften Aktien werden ein Jahr bis zum nächsten Stichtag gehalten. Dann wird nach denselben Kriterien umgeschichtet, oder auch nicht. Wir haben für Sie die "Hunde des ATX" gesucht. Fix ist dabei aber nur eins: Die Durchschnittsrendite der zehn besten Dividendenzahler liegt über jener einer zehnjährigen Bundesanleihe.