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Gillinger: ATX: Das ist heute zu beachten - Zweitrunden-Effekte und London Calling

13.45 Uhr wird heute das Ereignis des Tages eingeläutet – die Pressekonferenz von Jean-Claude Trichet. Inhalt: der Zinsbeschluss der EZB. Besser gesagt, der Nichtbeschluss angesichts rundum steigender Inflationsraten. Erst gestern wurden die Euroraum-PPIs für Dezember mit 5,3 Prozent veröffentlicht. Dieses Resultat aus steigenden Rohstoff- und Energiepreisen ist an die VPIs noch nicht weitergegeben.

Die Pressekonferenz-Aussagen vom EZB-Chef werden jedenfalls sehr genau auf entsprechende Hinweise auf Zinserhöhungen geprüft werden. Der Franzose hatte die Märkte im Dezember mit Warnungen vor einem Inflationsschub - wenngleich nur einen vorübergehenden - überrascht. Der mittelfristige Inflationstrend ist laut Trichet immer noch moderat. Da hofft er vor allem auf ausfallende Zweitrundeneffekte in Form höherer Lohnabschlüsse. Was angesichts der angespannten Arbeitsmarktlage in vielen Euro-Ländern gar nicht unwahrscheinlich ist – die durchschnittliche Arbeitslosigkeit lag zuletzt bei 10,1 Prozent. Die Kernländer sind aber wesentlich weicher gebettet.

Grosse Teile der heimischen Börseelite befinden sich zu diesem Zeitpunkt in London, auf der Roadshow von Wiener Börse und Erste Group. Mit dabei: Andritz, Österr. Post, BWT, CA Immo, conwert, Erste Group, Kapsch TrafficCom, s Immobilien, Strabag sowie Vienna Insurance Group. Die Finanzler waren diese Woche auch mit Nomura in Tokio, dort hatte sich auch die Immofinanz angeschlossen.

Europas Zahlenliefereranten sind Banco Santander, Deutsche Bank (grossteils bereits da), TeliaSonera, Münchener Rück, Unilever, BT Group, Rautaruukki, KoneCranes, Metso, Cargotec, Royal Dutch, GlaxoSmithkline sowie TUI. Damit haben wir dann Peers zu Telekom Austria, OMV, voestalpine, Andritz, der Finanz und vor allem Palfinger. Die USA ist für uns mit Merck & Co, Mastercard, Moody's, Dow Chemical, ITT, Kellogg plus JDS Uniphase uninteressanter.

Europas Makro-Zahlen deuten auf einen anhaltenden Wachstumskurs der Wirtschaft hin: Italien PMI der Dienstleistungen im Jänner wird um 09.45 Uhr mit 50,5 nach 50,2 Punkten prognostiziert. Der Rest der PMIs sind Folgeschätzungen. Frankreich um 09.50 Uhr mit 57,1 Punkten, Deutschland um 09.55 Uhr mit 60,0 und die Eurozone mit 55,2 Zählern. Grossbritannien macht auch wieder Hoffnung. Der dortige PMI um 10.30 Uhr soll von 49,7 auf 51,3 Punkte zulegen. Im Dezember war der Stimmungsindex erstmals seit April 2009 unter die Wachstumsschelle von 50 Punkten gefallen. Den Schlusspunkt vor der Trichet-Rede setzen die EH-Umsätze der Eurozone im Dezember um 11.00 Uhr mit plus 0,2 Prozent, nachdem das November-Plus von 0,1 auf 0,4 Prozent in die Höhe gesetzt wurde.

Das Thema bleibt, der Kontinent wechselt, mit den ICSC-Ladenumsätzen im Jänner - im Dezember gab es ein Plus von 3,1 Prozent. Die Registrierten Arbeitslosen um 14.30 Uhr per 22. Jänner werden mit mit 3,95 nach 3,99 Millionen vorausgesagt, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe per 29. Jänner mit 420.000 nach 454.000. Hier beginnt es wieder spannend zu werden. Tendenziell werden in den USA Jobs geschaffen, wenn die Erstanträge ein Niveau von unter 425.000 fallen – öfter als einmal. In Summe wird erwartet, dass im Privatsektor 140.000 Stellen geschaffen wurden, die Arbeitslosenquote trotzdem von 9,4 auf 9,5 Prozent steigt. Das US-Pendant zum PMI gibt es auch, den ISM um 16.00 Uhr mit unveränderten 57,1 Punkten, der Auftragseingang der Industrie dürfte mit 0,5 Prozent rückläufig sein.

schönen Tag

Was bisher geschah: 25. Jänner 2010 Kauf ATX XXL WAVE Put mit 24,2/24,4; Stopp-Loss 4800 Punkte (ISIN DE000DB91DA0) - verkauft - Gewinn 5,1% 28. Jänner Kauf ATX XXL WAVE Call mit 5,52/5,72; Stopp-Loss 2070 Punkte (ISIN DE000B2QA21) – verkauft – Verlust 5,15% 2. Februar Kauf ATX XXL WAVE Call mit 1,51/1,71; Stopp-Loss 2480 Punkte (ISIN DE000DB6G389) – ausgestoppt am 4.2. – Verlust 29,8% 2. Februar Kauf ATX XXL WAVE Put mit 2,32/2,52; Stopp-Loss 2680 Punkte (ISIN DE000DB6A234) - verkauft - Gewinn 23,4% 7. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 12,14/12,26, Stopp-Loss 1230 Punkte (ISIN DE000DB4JAF5) verkauft - Gewinn: 1,5% 16. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 3,05/3,25; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56) - verkauft - Verlust 7,2% 4. März: Kauf ATX XXL Wave Call mit 2,29/2,49; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56) 10. März: Verkauf Hälfteposition Call DE000DB4QW56 - Gewinn 10,2% 29. März: Verkauf der zweiten Hälfte Call DE000DB4QW56 -Gewinn 37,4% 6. April: Kauf ATX XXL Wave Call mit 4,38/4,58; (ISIN DE000DB4QW56) 15. April: Verkauf der Hälfte-Position von DE000DB4QW56 - Gewinn 13,21%. 21. April: Verkauf der zweiten Hälfte-Position von DE000DB4QW56 - Gewinn 8,84%. 27. April: Kauf ATX XXL Wave Call mit 5,28/5,48; (ISIN DE000DB4QW56) - halbe Position (Stopp-Loss 2280) 28. April: Kauf ATX WAVE XXL Put (ISIN DE000DB6PY46) mit 2,69 auf 2,89 03. Mai Verkauf ATX WAVE XXL Put (ISIN DE000DB6PY46) - Gewinn 10,03%. 10. Mai Kauf ATX WAVE XXL Put (D000DB96LA2) mit 6,25 auf 6,45 - halbe Position. 21. Mai Verkauf ATX XXL Wave Call (DE000DB4QW56) - Verlust 19,89% 25. Mai Verkauf ATX WAVE XXL Put (D000DB96LA2) - Gewinn 26,28% 26. Mai Kauf ATX WAVE XXL Put (D000DB96LA2) mit 7,10 auf 7,30 7. Juni Verkauf WAVE XXL Put (D000DB96LA2) - Gewinn 15,89% 7. Juni Kauf WAVE XXL Call (DE000DB2QA21) mit 2,44 auf 2,64 - halbe Position. 8. Juni Verkauf WAVE XXL Call (DE000DB2QA21) - Gewinn 1,89% 21. Juni Kauf WAVE XXL Put (DE000DB85S8) mit 2,40 - 2,60 24. Juni Verkauf WAVE XXL Put (DE000DB85S8) - Gewinn 22,31% 17. August Kauf WAVE XXL Put (DB96LA) um 5,83 17. August Kauf ATX WAVE XXL Call (DB9L3L) um 5,06 - Verkauf um 4,87 - Verlust 3,6 Prozent. 13. September Kauf ATX WAVE XXL Call (DB2Qa2) um 5,20. 8. Oktober Verkauf WAVE XXL Put (DB96LA) - Verlust 25,7% 30. November Verkauf ATX WAVE XXL Call (DB2Qa2) - Gewinn 21,3 Prozent.

Was wurde bisher gelernt? Risiko und spekulieren sind Tabus. Der "Bauch" gehört ausgeschaltet Der ATX macht bei einem RSI von etwa 40 regelmässig halt und strebt wieder nach oben. Divergenzen zwischen der Entwicklung von RSI und ATX sind ernst zu nehmen. Bei Produkten mit eingebautem Stopp-Loss-Kurs darf es keinen Zeitmangel geben.

Rein um nicht mit einem heimischen Anbieter in den ‚Clinch’ zu kommen, bediene ich mich zumindest in einem ersten Schritt einzig im Produktsortiment der Deutsche Bank, mit dem Nachteil, dass es im Vergleich klein ist. Auf den ATX gibt es von der Deutsche Bank sogenannte WAVEs, XXL steht dann zumeist für endlose Laufzeit (siehe http://www.xmarkets.at). Als kleine Besonderheit weisen diese Papiere einen Hebel sowie eine Knock-out-Schwelle auf. Im „Handbuch“ ( Technical Analysis of the Futures Markets) steht, dass primäre Aufgabe ist, den langfristigen Trend des Marktes zu eruieren. Bloomberg liefert Daten bis 1986 – also bitte – siehe Chart.

Zweiter Schritt (laut Handbuch): Stimmt dieser langfristige mit dem mittelfristigen Trend überein? Und empfiehlt fünf Jahre (siehe Chart).

Lang- und Mittelfrist-Trend stimmen somit NICHT überein.

Der Mittelfristtrend ist dann noch im kurzfristigeren Neun-Monat-Bereich abzutesten (siehe Chart). Und warum das Ganze? Der Sinn eines Trendfolgers ist es, neue Trends schnellstmöglich zu identifizieren, das deckt der MACD ab. Im Gegensatz dazu ist der RSI ein Oszillator (misst Kursausschläge rund um ein statistisches Mittel), dessen Hauteinsatzgebiet der trendlose Markt ist. Während Trendphasen warnt ein Oszillator aber vor kurzfristigen Marktextrempunkten. Das muss noch keine Trendumkehr bedeuten, aber vielleicht etwas wie kurzfristige Gewinnmitnahmen.