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Elsner-Buch - 'Ich werde unseren Kampf bis zum Ende führen!'
In ihrem Kampf um die Rehabilitierung ihres Mannes hat Ruth Elsner (im Bild), die Gattin des zu zehn Jahren Haft verurteilen Ex-Bawg-Generals Helmut Elsner, nun ein Buch vorgelegt. In "Für meinen Mann" erneuert sie ihre Anklage gegen die Justiz, die sich ihren Mann als "Bauernopfer" ausgesucht habe. Ausserdem wolle sie die Öffentlichkeit wachrütteln, damit "das Verfahren nicht einschläft", wie sie am Donnerstagabend bei der Präsentation des Buches in Wien sagte.
Im Juli 2008 wurde Helmut Elsner von Richterin Claudia Bandion-Ortner, heute Justizministerin (V), ebenso wie acht andere Angeklagte, in einem Verfahren um vertuschte Spekulationsverluste der damaligen Gewerkschaftsbank Bawag für schuldig erklärt. Wegen juristischer Mängel wurden die Urteile gegen sieben der Beschuldigten, darunter der Investmentbanker Wolfgang Flöttl, der das Bawag-Geld angeblich verspekulierte, vom Obersten Gerichtshof (OGH) Ende vergangenen Jahres allerdings wieder aufgehoben. Nicht aber das Urteil gegen Elsner, der seitdem seine zehnjährige Haftstrafe absitzt. Da ihm die Zeit, die er in Untersuchungshaft verbracht hat, auf die Strafe angerechnet werden, bleiben im noch etwas über fünf Jahre Haft.
Für seine Ehefrau Ruth ist die Verurteilung des pensionierten Bankers, auch angesichts seines schlechten Gesundheitszustands, nichts als "eine groteske Insezenierung." Neu sind die Vorwürfe, die sie gegen die heutige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V) und den Staatsanwalt Georg Krakow, heute Kabinettschef im Justizressort, vorbringt, nicht. Die Richterin sei der Politik willfährig gewesen, um später Karriere zu machen, so Elsner. Ausserdem habe sie sich in der Materie nicht genügend ausgekannt, weswegen sie auch die Spur des verschwundenen Geldes - Elsner wurde letztlich für Untreue in Höhe von 1,2 Mrd. Euro verurteilt - nicht weiter verfolgt habe. "Die Staatsanwaltschaft ging mit Flöttl auf Kuschelkurs", schreibt die 54-jährige Elsner.
Neu in ihrem Buch, das mit Hilfe der "Österreich am Sonntag"-Redakteuring Ida Metzger entstand, ist vielmehr ihre persönliche Sicht auf die Ereignisse. Darunter auch Szenen aus der Zeit, bevor sich der Himmel über den Elsners verdunkelte: "Er bot mir ein Leben, das ich bis dahin nicht gekannt hatte. Manchmal kaufte er mir spontan ein Designer-Kleid, das ich in einer Boutique gesehen hatte. 'Ruth, das ziehst du gleich heute Abend an, wenn wir essen gehen', sagte er dann."
Seit der Verhaftung ihres Mannes in Südfrankreich sei ihr Leben nicht mehr dasselbe. Die Erfahrungen hätten sie "in ihrem tiefsten Inneren nachhaltig erschüttert." Als Auslöser "für ihren Kampf um Gerechtigkeit" beschreibt sie ein Ereignis, bei dem es ihr verwehrt wurde, die Schwelle jenes Krankenzimmers zu übertreten, in dem ihr herzkranker Mann "wie ein wildes Tier" an seinem Bett angekettet war. "Wer darf es sich erlauben, Menschen so zu quälen und zu demütigen?"
Wegen des anhaltend schlechten Gesundheitszustands Elsners will sein Anwalt, Karl Bernhauser, demnächst einen Antrag auf Strafvollzugsaufschub wegen Vollzugsuntauglichkeit des 75-jährigen einbringen. Schon am "Montag oder Dienstag" nächster Woche soll es so weit sein, sagte Bernhauser am Freitag der APA. Die Erfolgschancen eines solchen Antrags schätzt er als "sehr gut" ein, da sich der Gesundheitszustand Elsners kontinuierlich verschlechtere.
Wie zu erwarten hat sich die Autorin in ihrem Buch auch auf den Investmentbanker Flöttl eingeschossen. "Er lügt wie gedruckt." Auch seine Frau Anne, die Enkelin des ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, kommt in ihrem Buch nicht gut weg. "Anne war eine elegante Erscheinung, meistens in Hosenanzüge von Armani gekleidet, mit schulterlangem blonden Haar, das sich bei hoher Luftfeuchtigkeit kräuselte. 'Ich bekomme meine Haare nicht glatt', klagte sie dann, und in ihrer Stimme klang ein bisschen die Sorge mit, so nicht gesellschaftsfähig zu sein."
Damit Flöttl, der unter ihrem Verdacht steht, das Bawag-Geld nicht wirklich verspekuliert zu haben, doch noch zur Rechenschaft gezogen wird, haben die Elsners zuletzt Anzeige "gegen unbekannt" unter anderem in den USA eingebracht, wie Ruth Elsner bestätigte. Näheres wolle sie dazu aber nicht sagen. Bernhauser sagte am Freitag, die amerikanischen Strafvollzugsbehörden würden sich "sehr für diesen Fall interessieren". Dass Elsner keine Ruhe geben wird, kündigt sie auch mit dem Abschlusssatz ihres Buches an: "Ich werde unsere Kampf bis zum Ende weiterführen!", heisst es dort.
(APA)
Im Juli 2008 wurde Helmut Elsner von Richterin Claudia Bandion-Ortner, heute Justizministerin (V), ebenso wie acht andere Angeklagte, in einem Verfahren um vertuschte Spekulationsverluste der damaligen Gewerkschaftsbank Bawag für schuldig erklärt. Wegen juristischer Mängel wurden die Urteile gegen sieben der Beschuldigten, darunter der Investmentbanker Wolfgang Flöttl, der das Bawag-Geld angeblich verspekulierte, vom Obersten Gerichtshof (OGH) Ende vergangenen Jahres allerdings wieder aufgehoben. Nicht aber das Urteil gegen Elsner, der seitdem seine zehnjährige Haftstrafe absitzt. Da ihm die Zeit, die er in Untersuchungshaft verbracht hat, auf die Strafe angerechnet werden, bleiben im noch etwas über fünf Jahre Haft.
Für seine Ehefrau Ruth ist die Verurteilung des pensionierten Bankers, auch angesichts seines schlechten Gesundheitszustands, nichts als "eine groteske Insezenierung." Neu sind die Vorwürfe, die sie gegen die heutige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V) und den Staatsanwalt Georg Krakow, heute Kabinettschef im Justizressort, vorbringt, nicht. Die Richterin sei der Politik willfährig gewesen, um später Karriere zu machen, so Elsner. Ausserdem habe sie sich in der Materie nicht genügend ausgekannt, weswegen sie auch die Spur des verschwundenen Geldes - Elsner wurde letztlich für Untreue in Höhe von 1,2 Mrd. Euro verurteilt - nicht weiter verfolgt habe. "Die Staatsanwaltschaft ging mit Flöttl auf Kuschelkurs", schreibt die 54-jährige Elsner.
Neu in ihrem Buch, das mit Hilfe der "Österreich am Sonntag"-Redakteuring Ida Metzger entstand, ist vielmehr ihre persönliche Sicht auf die Ereignisse. Darunter auch Szenen aus der Zeit, bevor sich der Himmel über den Elsners verdunkelte: "Er bot mir ein Leben, das ich bis dahin nicht gekannt hatte. Manchmal kaufte er mir spontan ein Designer-Kleid, das ich in einer Boutique gesehen hatte. 'Ruth, das ziehst du gleich heute Abend an, wenn wir essen gehen', sagte er dann."
Seit der Verhaftung ihres Mannes in Südfrankreich sei ihr Leben nicht mehr dasselbe. Die Erfahrungen hätten sie "in ihrem tiefsten Inneren nachhaltig erschüttert." Als Auslöser "für ihren Kampf um Gerechtigkeit" beschreibt sie ein Ereignis, bei dem es ihr verwehrt wurde, die Schwelle jenes Krankenzimmers zu übertreten, in dem ihr herzkranker Mann "wie ein wildes Tier" an seinem Bett angekettet war. "Wer darf es sich erlauben, Menschen so zu quälen und zu demütigen?"
Wegen des anhaltend schlechten Gesundheitszustands Elsners will sein Anwalt, Karl Bernhauser, demnächst einen Antrag auf Strafvollzugsaufschub wegen Vollzugsuntauglichkeit des 75-jährigen einbringen. Schon am "Montag oder Dienstag" nächster Woche soll es so weit sein, sagte Bernhauser am Freitag der APA. Die Erfolgschancen eines solchen Antrags schätzt er als "sehr gut" ein, da sich der Gesundheitszustand Elsners kontinuierlich verschlechtere.
Wie zu erwarten hat sich die Autorin in ihrem Buch auch auf den Investmentbanker Flöttl eingeschossen. "Er lügt wie gedruckt." Auch seine Frau Anne, die Enkelin des ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, kommt in ihrem Buch nicht gut weg. "Anne war eine elegante Erscheinung, meistens in Hosenanzüge von Armani gekleidet, mit schulterlangem blonden Haar, das sich bei hoher Luftfeuchtigkeit kräuselte. 'Ich bekomme meine Haare nicht glatt', klagte sie dann, und in ihrer Stimme klang ein bisschen die Sorge mit, so nicht gesellschaftsfähig zu sein."
Damit Flöttl, der unter ihrem Verdacht steht, das Bawag-Geld nicht wirklich verspekuliert zu haben, doch noch zur Rechenschaft gezogen wird, haben die Elsners zuletzt Anzeige "gegen unbekannt" unter anderem in den USA eingebracht, wie Ruth Elsner bestätigte. Näheres wolle sie dazu aber nicht sagen. Bernhauser sagte am Freitag, die amerikanischen Strafvollzugsbehörden würden sich "sehr für diesen Fall interessieren". Dass Elsner keine Ruhe geben wird, kündigt sie auch mit dem Abschlusssatz ihres Buches an: "Ich werde unsere Kampf bis zum Ende weiterführen!", heisst es dort.
(APA)