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Raiffeisen schliesst Polbank-Übernahme ab - 30 Mio. Euro billiger

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat die Akquisition eines 70-Prozent-Anteils an der polnischen Polbank nun abgeschlossen. Die RBI zahlte für den 70-Prozent-Anteil einen vorläufigen Barkaufpreis von 460 Mio. Euro. Das implizite Preis/Buchwertverhältnis für 100 Prozent beträgt 1,5 und kann sich auf Basis des Eigenkapitals der Polbank gemäss Zwischenabschluss zum Zeitpunkt des Closings noch verringern. Die Berechnung inkludiert bereits einen vereinbarten weiteren indirekten Preisnachlass von 30 Mio. Euro, so die RBI.

"Mit der Zusammenlegung der Polbank und der Raiffeisen Bank Polska werden wir eine starke Basis für ein breit diversifiziertes Geschäft in einer der solidesten und am stärksten wachsenden Volkswirtschaften in Zentral- und Osteuropa haben“, so Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der RBI. Die kombinierte Bank wird gemessen am Kundenkreditvolumen die grösste Tochtergesellschaft der RBI sein. Nach Bilanzsumme bleibt die Raiffeisenbank in Russland die grösste Einheit der RBI.

Die Transaktionsstruktur sieht vor, dass die RBI in einem ersten Schritt einen 70-Prozent-Anteil an der Polbank gegen eine vorläufige Kaufpreiszahlung von 460 Millionen Euro in bar erwirbt. Unmittelbar danach werden Eurobank EFG und die RBI in einem zweiten Schritt ihre entsprechenden Anteile (Eurobank EFG 30 Prozent und RBI 70 Prozent) in die Raiffeisen Bank Polska (RBPL) gegen die Gewährung neuer Aktien der RBPL einbringen. Gemäss dieser Transaktionsstruktur wird die Eurobank EFG – neben der RBI – einen Anteil von 13 Prozent an der RBPL halten. Die legale Fusion von RBPL und Polbank wird die Transaktion abschliessen. Der Kaufpreis basiert auf einem garantierten Eigenkapital von mindestens € 400 Millionen für die Polbank und € 750 Millionen für die RBPL. Beträge über dem garantierten Eigenkapital werden 1:1, also ohne Aufschlag bezahlt. Zudem vereinbarten beide Parteien eine Put-Option für die Eurobank, die es dieser erlaubt, ihren Anteil an der fusionierten RBPL (einschliesslich der Polbank) jederzeit zu einer von der Geschäftsentwicklung abhängigen Bewertung, aber für mindestens 175 Mio. Euro (zuzüglich Zinsen) an die RBI zu veräussern. Die RBI erhält eine entsprechende Call-Option, die ab dem 31. März 2016 ausübbar sein wird. Die Eurobank EFG hat gegenüber der RBI bereits angekündigt, dass sie beabsichtigt, ihre Option unmittelbar nach dem Closing auszuüben, womit die RBI zur Alleinaktionärin der kombinierten Bank werden würde. Dieser Teil der Transaktion müsste noch einem neuerlichen Genehmigungsprozess der EU-Wettbewerbsbehörden unterzogen werden.

Vorstandsvorsitzender der neuen Bank wird Piotr Czarnecki sein, derzeit Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank Polska, während Kazimierz Stanczak, derzeit Vorstandsvorsitzender der Polbank, die Funktion des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bekleiden wird. (red)

Relevante Links: Raiffeisen Bank International AG