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Weingarts: Chancen auf einen (kurzen) Rebound

In der vergangenen Woche brachen einige Dämme beziehungsweise rissen einige Unterstützungsmarken. Auf eine schnelle Gegenbewegung zu setzen erscheint allerdings riskant. Viele Unternehmen zeigen nun schon das zweite Quartal in Folge Schwächen beim Umsatz- und Gewinnwachstum. Zurückzuführen ist dies häufig auf den starken Euro. In dieser Woche trifft sich die EZB. Ob sie Maßnahmen für eine (weitere) Schwächung des Euro beschließt?

Neben Unsicherheiten rund um den FED-Kurs und teilweise wenig euphorisierenden Unternehmensergebnissen bewegen natürlich die Spannungen rund um die Ukraine und den Nahen Osten das Gemüt. Sie könnten das Marktgeschehen auch weiterhin prägen. Daimler meldete am Wochenende, dass die Krise sich nun auch am Absatz bemerkbar macht. Andere könnten nun folgen.

Die kommende Woche verspricht also erneut spannend zu werden. Chartisten werden auf die Chance eines Rebounds lauern – zu Recht. Es wird die Chance geben.Die Frage ist nur wie stark sie ausfällt. Und eine Reihe von Standard- und Nebenwerten publizieren ihre Zahlen und werden möglicherweise für besondere Schwankungen der jeweiligen Titel sorgen.

Deutschlands Blue-Chips kommen …

auch diese Woche mit Zahlen. Besonders im Fokus werden diese Woche die Aktien von Beiersdorf, BMW, Commerzbank, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Münchener Rück und LANXESS stehen. BMW-Konkurrent Daimler meldete am Wochenende, dass der Absatz nach Russland noch ordentlich zulegte. Inzwischen machen sich die Spannungen jedoch bemerkbar. Anleger werden also gespannt auf das Zahlenwerk der Münchener und vor allem deren Ausblick blicken. Die Aktie der Deutschen Telekom wird derzeit vor allem durch einen potenziellen Verkauf der US-Tochter bestimmt. Vergangene Woche tauchte die französische Ilaid mit einem Angebot auf. Mit großem Interessen werden Anleger auch auf die Zahlen von LANXESS oder besser gesagt den Ausblick werfen. Bisher hält sich der neue Konzernchef mit seinen Restrukturierungsideen noch bedeckt. Nur eins scheint klar: Die Kosten müssen runter.

… und die zweite Reihe zieht nach 

Hier sollten Anleger unter anderem ein Auge auf die Aktien von Axel Springer, BayWa, Brenntag, Deutz, ElringKlinger, Hannover Rück, Klöckner & Co, Kuba, Norma Group, SGL Carbon, Stada, Symrise und TUI Travel werfen. Die Aktie des Stahlriesen Arcelor Mittal kam vergangenen Woche kräftig unter Druck, nachdem die Zahlen enttäuschten. Nun blicken Anleger gespannt auf Salzgitter und Klöckner &Co. Symrise steckt zwar mitten in einer Übernahme. 2015 könnte es einem Interview des Finanzvorstands in der Börsen-Zeitung jedoch weitere Zukäufe geben.

Technisch spannend

Nach dem scharfen Kursrückgang in den vergangenen Wochen sehen auch die meisten Bilder der Einzelaktien teilweise verheerend aus. Dennoch lohnt es den ein oder anderen Titel im Auge zu behalten. Adidas macht nach dem Crash Andeutungen auf einen Reversal. Wenngleich eine Rallye wohl eher unwahrscheinlich scheint. Bei Kursen oberhalb von EUR 76,90 könnte sich bei der BASF die Schließung des Gap abzeichnen. BMW fiel durch den seit Juli 2013 gebildeten Abwärtstrend und die 61,8%-Retracementlinie und nähert sich nun der 50%-Retracementlinie. Im Bereich von EUR 86 findet sie eine starke Unterstützung. Die Infineon-Aktie ist genau an der Unterstützung von EUR 8,25 – dem Hoch von 2011 – wieder nach oben gedreht. Viele Bullen werden möglicherweise noch warten bis die Hürde von EUR 8,56 überwunden ist.

Was kommt von der fundamentalen Seite?

In der kommenden Woche gibt es erneut Einkaufsmanagerindizes aus China und Europa. Interessant könnten zudem zum Auftragseingang in der Industrie aus Deutschland und den USA werden. Highlight der Woche kommt sicherlich am Mittwoch, wenn die EZB ihre Zinsentscheidung verkündet. Am Donnerstag stehen zudem noch die obligatorischen Arbeitsmarktdaten aus den USA an.