, boerse-express

VW zerbröselt’s weiter - RWE auch - sonst heißt’s: Zurück an den Start … bald auch in Wien

Exakt 39,59 Punkte sind es zu Mittag, die der Wiener Leitindex ATX noch über seinem Stand von Jahresbeginn notiert. Genähert hat er sich diesem bis dahin um rund 45 Punkte. Mehr als 200 Punkte hat hingegen mittlerweile der deutsche DAX verloren - und liegt damit mehr als 70 Punkte unter dem Jahresstart. Im DAX liest sich die Liste der Verlierer wie gestern: VW verliert wieder Milliarden an Wert, BMW und Co sind dicht auf den Fersen. In der Affäre um manipulierte Abgaswerte von Volkswagen in den USA wird es nach Auffassung von Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies am Ende auch personelle Konsequenzen geben - bis hin nach Australien werden mittlerweile neue Tests für VWs gefordert. Die Affäre zwingt Europas größten Autobauer Volkswagen mittlerweile auch zu einer Gewinnwarnung. Im dritten Quartal werden rund 6,5 Milliarden Euro „ergebniswirksam zurückgestellt“, teilte VW mit.
Abwärts geht es im DAX aber nicht nur bei den Autobauern, auch Energieaktien stehen stark unter Druck. Die Aktie von RWE fällt dabei zeitweise sogar unter das Tief des Kurseinbruchs von vor einer Woche - in den einstelligen Bereich (das Gerücht, die Regierung wolle die Entscheidung über das Atomhaftungs-Gesetz verschieben, scheint ein solches zu bleiben).
Nicht schwer zu prognostizieren, dass Wiens entsprechende Branchenvertreter ihre Vortagesschlusskurse ebenfalls von unten sehen: Verbund, EVN und Polytec. Auch nicht schwer, da etwa im ATX zu Mittag ein einziger Titel im Plus lag: CA Immobilien, die zuletzt eine Hotelimmobilie an UBM verkaufte und heute einen neuen Mieter für ein deutsches Bürogebäude präsentierte - mehr unter http://goo.gl/r73ij7.

Sonst war alles unter Druck, was noch als konjunkturabhängig gilt: Dies nach der vorwöchigen Abwärtsrevision der FED-Guidance zu den US-Wachstumszahlen, und nachdem heute China eigentlich offiziell seine Wachstumsprognose für heuer von 7,0 auf 6,9 Prozent reduzierte. Zumindest rechnet ein führendes Forschungsinstitut der Regierung einem Pressebericht zufolge mit eben dieser Abschwächung. Womit voestalpine, Zumtobel, RHI und OMV die Liste der Verlierer anführen - bei der OMV gleich mitbegründet in einem fallenden Ölpreis. Das verhalf dann auch dem Rubel nicht zum Höhenflug (setzt sich über 70 je Euro fest) womit sich die Raiffeisen Bank International schlechter als die Erste Group entwickelte, und die Immofinanz der schwächste Immobilien-Titel war.
Auf Unternehmensseite überraschte Agrana mit der ­Vorlage von Geschäftszahlen für das erste Halbjahr. Der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern hat beim EBIT um gut ein Fünftel von 87 auf 68,7 Mio. Euro eingebüßt. Der Umsatz fiel 1,7 Prozent auf 1,26 Mrd. Euro. Was das Management bewog, die bisherige Guidance anzuheben. Das EBIT soll nun nur „moderat unter dem Vorjahr“ liegen, nicht - wie zuvor erwartet - „deutlich“ darunter, wie es heißt. Neben Warimpex (und CA Immo) sind das die einzigen Titel mit einer Plusperformance im 39 Aktien umfassenden ATXPrime-Index.