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US-Börsen - Geopolitische Risiken wieder im Fokus
Die US-Börsen haben den Handel am Dienstag einheitlich im roten Bereich beendet, nachdem die geopolitischen Risiken wieder in den Vordergrund gerückt waren und für Verunsicherung unter den Anlegern gesorgt hatten. Der Dow Jones fiel um minimale 6,72 Einheiten oder 0,03 Prozent auf 20.651,30 Zähler.
Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index gab 3,38 Punkte (minus 0,14 Prozent) auf 2.353,78 Zähler ab. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index verlor 14,15 Einheiten oder 0,24 Prozent auf 5.866,77 Zähler.
"Die Aktienmärkte haben die geopolitischen Sorgen in der vergangenen Woche ignoriert, aber jetzt spitzen sich die Dinge zu und die Anleger stellen sich auf Volatilität ein", kommentierte ein Marktstratege gegenüber dem Finanzsender CNBC. Zuletzt hat sich der Atomstreit zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea zugespitzt und auch der Syrien-Konflikt und der damit verbunden Konfrontation zwischen Russland und den USA bleibt ein wichtiges Thema.
Während es vor diesem Hintergrund an den Aktienmärkten bergab ging, waren Anlageformen die Gold, US-Anleihen und der japanische Yen, die als "sichere Häfen" gelten, klar gesucht. Für Gold ging es im Verlauf bis auf 1.275 Dollar nach oben. Das Edelmetall markierte damit den höchsten Stand seit November. Zuletzt stand Gold bei 1.273 Dollar.
Wichtige Konjunkturdaten standen heute nicht auf der Agenda. Im Branchenvergleich gerieten vor allem Bankwerte unter Druck. JPMorgan verloren 0,17 Prozent und Goldman Sachs 0,50 Prozent. Außerhalb des Dow Jones notierten auch Citigroup um 0,42 Prozent leichter, Wells Fargo fielen um 0,70 Prozent.
Das Schlusslicht im Dow bildeten jedoch Apple-Aktien mit einem Minus von 1,08 Prozent. Der Streit mit Qualcomm hat sich nach einer Gegenklage des Chipkonzerns deutlich zugespitzt. Qualcomm wirft dem iPhone-Konzern vor, Tatsachen zu verfälschen und Regulierer zu Attacken angestachelt zu haben. Bei seiner Klage im Jänner hatte Apple erklärt, der Chip-Spezialist verlange zu viel für Patentlizenzen und fordert eine Milliarde Dollar, die Qualcomm zurückhalte. Die Qualcomm-Aktien schlossen um 2,07 Prozent schwächer.
Dagegen zogen Walt Disney um 0,57 Prozent an. Goldman Sachs hat die Aktien des Medienunternehmens in seine "Conviction Buy List" aufgenommen. Der Erfolg der Realverfilmung "Die Schöne und das Biest" stärke sein Vertrauen, dass sich das Ergebniswachstum je Aktie im Geschäftsjahr 2017/18 beschleunigen werde, schrieb Analyst Drew Borst.
In die Schlagzeilen rückte zudem die Fluggesellschaft United Airlines, nachdem sie einen Passagier wegen Überbuchung gewaltsam aus dem Flugzeug entfernen ließ. Videos von dem Vorfall wurden im Internet bereits zahlreich angeklickt und kommentiert. Als der Mann nun angab, er sei Chinese, wurden zudem Rassismus-Vorwürfe erhoben. Erst Ende März stand die Fluggesellschaft im Fokus, nachdem sie zwei Teenagern den Flug verwehrt hatte, weil diese Leggings trugen. Die Papiere der Airline-Mutter United Continental büßten 1,13 Prozent ein.
(Forts.) bel
ISIN US78378X1072 US6311011026 US2605661048
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