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Das schwarze Gold wird wieder aufpoliert

Der Ölpreis für die Sorte Brent erreicht zuletzt wieder die Marke von 80 US-Dollar (erstmals seit November 2014). Dies hat nicht nur politische, sondern vor allem fundamentale Gründe. Die Kürzungsstrategie der OPEC geht auf. Nach Jahren der Überschussproduktion erreicht Öl nun ein Angebotsdefizit von 0,5 Millionen Barrel am Tag. Die Lagerbestände konnten damit auf den Fünjahresdurchschnitt gedrückt werden. Dazu tragen auch neue US-Sanktionen gegen den Iran sowie die stark gefallene Rohölförderung im Krisenstaat Venezuela bei.

Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien mit dem Börsegang des weltgrößten Ölkonzerns Aramco seine Staatskassen füllen möchte. Das gelingt wohl umso besser, je höher der Ölpreis zu diesem Zeitpunkt steht: 100 US-Dollar werden hier als Saudi-Wunsch in der Gerüchteküche herumgereicht.

Schieferöl in den USA profitiert von dieser (Preis-)Entwicklung und erreichte zuletzt neue US-Produktionsrekorde, erreicht nun aber scheinbar seine Kapazitätsgrenze: Es gibt keine ausreichende Infrastruktur, es fehlt an Pipelines, Fachpersonal und sogar Finanzierungskapital. Der Ölpreis dürfte durch diese Entwicklungen weitere Unterstützung erhalten.

Anlegern, die auf steigende Ölpreise setzen möchten, bietet BNP Paribas einen entsprechenden ETC zum Kauf an..

So funktioniert’s. Exchange Traded Commodities (ETCs) sind börsengelistete Schuldverschreibungen ohne Laufzeitbegrenzung und ermöglichen eine passive Investition in z.B. einen Rohstoff wie in diesem Fall Öl. Im Gegensatz zu ‘normalen’ Open End-Zertifikaten werden ETCs physisch mit dem Basiswert besichert (im Fall eines BNP Paribas-ETCs mit 105%). Dies verringert das Kreditrisiko gegenüber dem Emittenten, da im Insolvenzfall die Anleger Anspruch auf die Herausgabe der hinterlegten Sicherheiten haben.

Generell weisen ETCs eine dreistufige Struktur auf. Auf der ersten Ebene ist der Emittent, anders als z.B. bei Zertifikaten, keine Geschäftsbank, sondern ein unabhängiges Emissionsvehikel. Ziel dieser ersten Stufe ist es, kein Risiko zu haben, das aus anderen Geschäftsbereichen herrührt, wie z.B. einem Kreditgeschäft. Analog zu einem Fonds entspricht der Emittent eines ETCs der Fondsgesellschaft. Die zweite Stufe ist eine Hinterlegung der entsprechenden ETCs. Die dritte Stufe soll in der Regel sicherstellen, dass beim Ausfall des Emittenten die Hinterlegung exklusiv für die Halter von ETC-Wertpapieren reserviert ist. Diese Stufe wird über eine Auslagerung der Hinterlegung, sprich des Edelmetalls an eine Treuhandgesellschaft erreicht.

Die Wertentwicklung des ETCs orientiert sich dabei entweder am Kassapreis (Preis für die Sofortlieferung) oder dem Futures-Preis (Preis für die Lieferung in der Zukunft). Dabei soll der eingebaute Enhanced Mechanismus dafür sorgen, dass mögliche Rollverluste, die durch das Rollen der Terminkontrakte auf Öl entstehen können, zu minimieren (siehe Anmerkung). Dadurch konnte in der Vergangenheit eine deutliche Outperformance gegenüber klassischen Ölprodukten erzielt werden. Weiters bietet der EUR Hedge-Mechanismus eine effektive Absicherung gegen die Entwicklung des US-Dollar zum Euro.

ANMERKUNG: Was ist Contango und Backwardation?: Als „Contango“ wird die Situation am Terminmarkt bezeichnet, wenn der Terminpreis (Preis für die Lieferung in der Zukunft) über dem Kassapreis (Preis für die Sofortlieferung, auch Spotpreis genannt) liegt. Somit führt Contango zu Rollverlusten. Bei einer „Backwardation“ ist der Terminpreis billiger als der aktuelle Kassapreis. Damit können für Rohstoffe mit Backwardation Rollgewinne erzielt werden.

INFO RICI Enhanced Brent Oil (TR) EUR Hedged ETC

ISIN: DE000PB6REB0

Produkt: ETC

Basiswert: RICI Enhanced Brent Oil (TR) Index

Währung Zertifikat: Euro

Währung Basiswert: US-Dollar

Währungsgesichert: Euro-Hedge-Mechanismus

Laufzeit: endlos

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