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Rossiwall: Wie investiert man am besten in Öl?
Liebe be24.at-Leser,
(Achtung, folgende Informationen sind keine Kaufempfehlungen!)
Rohstoffengagements sind nicht ganz so einfach wie es scheinen mag. Grundsätzlich ist das Problem bei allen Rohstoff-Investments das gleiche:
Im Gegensatz zu Aktien muss der Anleger bei Investments in Öl den Umweg über die Terminbörse gehen. Daher beziehen sich die meisten Handelsinstrumente auf Futureskontrakte. Hier kommt es zu einem Problem: Die Laufzeit der Futures ist von vornherein begrenzt. Futureskontrakte müssen daher während längerfristigem Halten regelmäßig getauscht werden. Bei diesem Wechsel können zusätzliche Verluste oder Gewinne entstehen. Entscheidend hierfür ist der Verlauf der Forwardkurve. Bei einer steigenden Kurve (Contango) sind die früher fälligen Kontrakte billiger als die Futures mit längeren Laufzeiten. Das heißt, der Investor erwirbt mit den „neuen“ Futures weniger Öl. So kommt es zu „Rollverlusten“, welche bei den Produkten meist in die Performance eingepreist werden. Das heißt, man kann beim Öl mit Handelsinstrumenten wie ETC’s auch dann Verluste machen, wenn der Ölpreis steigt! Das Gegenteil ist Backwardation – es kommt zu Gewinnen. Bei Öl gab es auch immer wieder Phasen mit länger andauernden Rollgewinnen in Backwardation Phasen.
Die schlechte Nachricht ist, dass für die nächste Zeit die Forward Kurve nicht gut aussieht: http://finance.yahoo.com/q/fc?s=CLG09.NYM Aber das Jahr ist lang und die Futurepreise können auch wieder enger zusammenrücken.
Welche Möglichkeiten bleiben dem Investor?
Das kommt auf den Zeithorizont der Anlage und die Risikobereitschaft des Investors an.
Leider gibt es keine ETF’s auf Öl. Auch wenn im Internet ETF’s auf Öl zu finden sind, sind die nach meinem Wissen immer ETC’s. Bitte genau das Produkt ansehen! Bei www.godmode.trader.de ist folgender ETC beispielsweise als ETF gelistet, obwohl es keiner ist. http://www.godmode-trader.de/de/etf/ETF-Brent-Oil-Securities-OESA-DE000A0KRKM5,i195520,a818811.html
ETF / ETC’s (Exchange Traded Commodities)
Exchange Traded Commodities - kurz ETCs - bilden die Wertentwicklung von Rohstoffen ab. Ihre Preisbildung ist entweder an deren Spot-Preis oder an einen darauf bezogenen Futures gekoppelt. ETCs werden gehandelt wie ETFs. Rechtlich gesehen stellen ETCs jedoch unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten dar und nicht Sondervermögen in Form einer Fondsstruktur. Kurzfassung: Wenn der Emittent Pleite geht ist dein Geld weg!
Es gibt keine ETC’s ohne einen Future als Basiswert, d.h. man hat immer die Rollgewinne oder Verluste.
In den USA ist der US Oil Fund (ISIN: US91232N1081) eine gängige Variante um auf Öl zu spekulieren.
Die Fondsgesellschaft von USO hat das Problem der Rolleffekte erkannt und den US 12 Month Oil Fund (ISIN: US91288V1035) aufgelegt, der gleichmäßig über die Fälligkeiten eines Jahres investiert ist.
Ich wollte mir eine kleinere Position bei diesem ETC kaufen und konnte das Papier bei meinem Broker nicht ordern. Die Begründung war, dass diese Art der Fonds aus rechtlichen Gründen nicht in Deutschland und Österreich gehandelt werden dürfen.
Eine Übersicht aller in Deutschland gehandelten ETC's gibt es hier:
http://www.boerse-frankfurt.de/DE/index.aspx?pageID=149
Für Öl gibt es derzeit einige Produkte des Emittenten ETF Securities. Infos auf der Seite: http://www.etfsecurities.com/ Der ETFS Crude Oil bezieht sich auf einen Index mit an der Nymex in New York gehandelte Futures (WKN A0KRJX). Außerdem gibt es sowohl einen ETC für Rohöl der Sorte Brent, der ETFS Brent Oil (WKN A0KRKM) und einen für die Sorte WTI, der ETFS WTI Oil (WKN A0KRKN). Seit Juni 2008 gibt es auch die Möglichkeit mit ETCs auf fallende Kurse zu setzen, bzw. das Investment zu hebeln.
Bitte auch währungsbedingte Risiken beachten, wenn der ETC in Fremdwährungen notiert!
Zertifikate
Eine weitere Möglichkeit bieten Zertifikate. Mir gefallen die Zertifikate wegen der hohen Gebühren und des Emmitentenrisikos nicht. Der Emmitent hat übrigens das Recht den Betrag jederzeit auszuzahlen und das Produkt aus dem Handel zu nehmen.
Unternehmen der Ölindustrie kaufen
Für längerfristige Anlagen eignet sich der Kauf von Aktien von Öl - Unternehmen. Ein paar Unternehmen die in Frage kommen könnten: Exxon, BP, Shell, Texaco, Connocophilipps, OMV…
Eine Möglichkeit wäre auch sich einen Branchen ETF auf den Energiesektor zu kaufen, wie etwa auf den Amex Oil Index.
Der Amex Oil Index ist eines der bedeutendsten Börsenbarometer im Energiesektor. Er beinhaltet die Aktien von 13 wichtigen Ölkonzernen aus den USA und Europa. Hierzu zählen bekannte Ölmultis wie BP, Exxon Mobil, Chevron oder Total. Genau wie bei anderen Amex-Indizes gehen auch beim Amex Oil die Mitglieder zu gleichen Gewichten in die Berechnung ein.
Futures/CFD’s
Man kann auch direkt Futures kaufen, dazu braucht man jedoch einen Broker der dies ermöglicht. Über CFD’s kann man auch Öl Kontrakte handeln, jedoch sind hier die Kosten für langfristige Engagements hoch. (Contango, Finanzierungskosten, Transaktionskosten jeweils beim An/verkauf der neuen Kontrakte bei Fälligkeit)
Mein Fazit: Aufgrund der aktuellen Situation am Futuresmarkt lasse ich die Finger großteils von ETC’s, kaufe Aktien von Unternehmen der Ölindustrie und spekuliere mit CFD’s gegebenen Falls aktiv kurzfristige Aufwärtstrends. Sobald sich die Contango Situation ändert und der Ölpreis noch attraktiv ist werden auch ETC’s interessant.
Good trades,
http://wertpapierhandel.blogspot.com/
Rohstoffengagements sind nicht ganz so einfach wie es scheinen mag. Grundsätzlich ist das Problem bei allen Rohstoff-Investments das gleiche:
Im Gegensatz zu Aktien muss der Anleger bei Investments in Öl den Umweg über die Terminbörse gehen. Daher beziehen sich die meisten Handelsinstrumente auf Futureskontrakte. Hier kommt es zu einem Problem: Die Laufzeit der Futures ist von vornherein begrenzt. Futureskontrakte müssen daher während längerfristigem Halten regelmäßig getauscht werden. Bei diesem Wechsel können zusätzliche Verluste oder Gewinne entstehen. Entscheidend hierfür ist der Verlauf der Forwardkurve. Bei einer steigenden Kurve (Contango) sind die früher fälligen Kontrakte billiger als die Futures mit längeren Laufzeiten. Das heißt, der Investor erwirbt mit den „neuen“ Futures weniger Öl. So kommt es zu „Rollverlusten“, welche bei den Produkten meist in die Performance eingepreist werden. Das heißt, man kann beim Öl mit Handelsinstrumenten wie ETC’s auch dann Verluste machen, wenn der Ölpreis steigt! Das Gegenteil ist Backwardation – es kommt zu Gewinnen. Bei Öl gab es auch immer wieder Phasen mit länger andauernden Rollgewinnen in Backwardation Phasen.
Die schlechte Nachricht ist, dass für die nächste Zeit die Forward Kurve nicht gut aussieht: http://finance.yahoo.com/q/fc?s=CLG09.NYM Aber das Jahr ist lang und die Futurepreise können auch wieder enger zusammenrücken.
Welche Möglichkeiten bleiben dem Investor?
Das kommt auf den Zeithorizont der Anlage und die Risikobereitschaft des Investors an.
Leider gibt es keine ETF’s auf Öl. Auch wenn im Internet ETF’s auf Öl zu finden sind, sind die nach meinem Wissen immer ETC’s. Bitte genau das Produkt ansehen! Bei www.godmode.trader.de ist folgender ETC beispielsweise als ETF gelistet, obwohl es keiner ist. http://www.godmode-trader.de/de/etf/ETF-Brent-Oil-Securities-OESA-DE000A0KRKM5,i195520,a818811.html
ETF / ETC’s (Exchange Traded Commodities)
Exchange Traded Commodities - kurz ETCs - bilden die Wertentwicklung von Rohstoffen ab. Ihre Preisbildung ist entweder an deren Spot-Preis oder an einen darauf bezogenen Futures gekoppelt. ETCs werden gehandelt wie ETFs. Rechtlich gesehen stellen ETCs jedoch unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten dar und nicht Sondervermögen in Form einer Fondsstruktur. Kurzfassung: Wenn der Emittent Pleite geht ist dein Geld weg!
Es gibt keine ETC’s ohne einen Future als Basiswert, d.h. man hat immer die Rollgewinne oder Verluste.
In den USA ist der US Oil Fund (ISIN: US91232N1081) eine gängige Variante um auf Öl zu spekulieren.
Die Fondsgesellschaft von USO hat das Problem der Rolleffekte erkannt und den US 12 Month Oil Fund (ISIN: US91288V1035) aufgelegt, der gleichmäßig über die Fälligkeiten eines Jahres investiert ist.
Ich wollte mir eine kleinere Position bei diesem ETC kaufen und konnte das Papier bei meinem Broker nicht ordern. Die Begründung war, dass diese Art der Fonds aus rechtlichen Gründen nicht in Deutschland und Österreich gehandelt werden dürfen.
Eine Übersicht aller in Deutschland gehandelten ETC's gibt es hier:
http://www.boerse-frankfurt.de/DE/index.aspx?pageID=149
Für Öl gibt es derzeit einige Produkte des Emittenten ETF Securities. Infos auf der Seite: http://www.etfsecurities.com/ Der ETFS Crude Oil bezieht sich auf einen Index mit an der Nymex in New York gehandelte Futures (WKN A0KRJX). Außerdem gibt es sowohl einen ETC für Rohöl der Sorte Brent, der ETFS Brent Oil (WKN A0KRKM) und einen für die Sorte WTI, der ETFS WTI Oil (WKN A0KRKN). Seit Juni 2008 gibt es auch die Möglichkeit mit ETCs auf fallende Kurse zu setzen, bzw. das Investment zu hebeln.
Bitte auch währungsbedingte Risiken beachten, wenn der ETC in Fremdwährungen notiert!
Zertifikate
Eine weitere Möglichkeit bieten Zertifikate. Mir gefallen die Zertifikate wegen der hohen Gebühren und des Emmitentenrisikos nicht. Der Emmitent hat übrigens das Recht den Betrag jederzeit auszuzahlen und das Produkt aus dem Handel zu nehmen.
Unternehmen der Ölindustrie kaufen
Für längerfristige Anlagen eignet sich der Kauf von Aktien von Öl - Unternehmen. Ein paar Unternehmen die in Frage kommen könnten: Exxon, BP, Shell, Texaco, Connocophilipps, OMV…
Eine Möglichkeit wäre auch sich einen Branchen ETF auf den Energiesektor zu kaufen, wie etwa auf den Amex Oil Index.
Der Amex Oil Index ist eines der bedeutendsten Börsenbarometer im Energiesektor. Er beinhaltet die Aktien von 13 wichtigen Ölkonzernen aus den USA und Europa. Hierzu zählen bekannte Ölmultis wie BP, Exxon Mobil, Chevron oder Total. Genau wie bei anderen Amex-Indizes gehen auch beim Amex Oil die Mitglieder zu gleichen Gewichten in die Berechnung ein.
Futures/CFD’s
Man kann auch direkt Futures kaufen, dazu braucht man jedoch einen Broker der dies ermöglicht. Über CFD’s kann man auch Öl Kontrakte handeln, jedoch sind hier die Kosten für langfristige Engagements hoch. (Contango, Finanzierungskosten, Transaktionskosten jeweils beim An/verkauf der neuen Kontrakte bei Fälligkeit)
Mein Fazit: Aufgrund der aktuellen Situation am Futuresmarkt lasse ich die Finger großteils von ETC’s, kaufe Aktien von Unternehmen der Ölindustrie und spekuliere mit CFD’s gegebenen Falls aktiv kurzfristige Aufwärtstrends. Sobald sich die Contango Situation ändert und der Ölpreis noch attraktiv ist werden auch ETC’s interessant.
Good trades,
http://wertpapierhandel.blogspot.com/