Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursverlusten / Gute Stimmungsdaten aus der US-Industrie belasten Kurse
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen sind am Montag nach überraschend guten Stimmungsdaten aus der US-Industrie gesunken. Im Gegenzug stiegen die Renditen. Jene der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe legte im Späthandel um 2 Basispunkte auf 3,16 Prozent zu. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe lag bei 28 Basispunkten. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,13 Prozent auf 127,95 Einheiten.
Die Stimmung in der US-Industrie hat sich zum Jahresstart merklich verbessert. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg im Jänner um 4,7 Punkte auf 52,6 Punkte, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag in Tempe mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich einen Anstieg auf 48,5 Punkte erwartet. Der ISM-Index steigt damit wieder über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dies signalisiert eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität.
Auch in der Eurozone hatte sich der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Jänner etwas verbessert, nachdem der Indikator im Vormonat noch auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten gefallen war. Es handelte sich allerdings um eine zweite Schätzung und eine erste Schätzung wurde nur leicht nach oben revidiert.
Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell als Chef der US-Notenbank nominiert. Dies hatte an einigen Märkten zu deutlichen Neupositionierungen geführt. So sanken die Preise für Gold und Silber deutlich. "Die Märkte gehen offenbar davon aus, dass mit Warsh die Unabhängigkeit der Fed besser gewahrt bleiben könnte, als bisher gedacht", schreiben Experten der Dekabank. An den europäischen Anleihemärkten hielten sich die Kursausschläge bisher allerdings in Grenzen.
Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsentscheidung veröffentlichen. Es wird nicht erwartet, dass die Notenbank bald ihre Zinsen ändern könnte. Allerdings dürften Aussagen zur Wechselkursentwicklung beachtet werden. Schließlich könnte die Aufwertung des Euro zum US-Dollar die Inflation und das Wirtschaftswachstum dämpfen.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,18 2,14 +0,04 8 5 Jahre 2,61 2,60 +0,01 15 10 Jahre 3,16 3,14 +0,02 28 30 Jahre 3,85 3,83 +0,02 32
spa/mik