Devisen (Früh) - Euro vor EZB-Entscheid wenig bewegt / Starke Auftragseingänge in deutscher Industrie stützen
Der Eurokurs hat vor der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) wenig verändert tendiert. Anfänglich moderate Kursverluste wurden nach starken Auftragsdaten aus der deutschen Industrie wieder eingegrenzt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1800 US-Dollar gehandelt und damit geringfügig tiefer als am Vorabend. Zunächst war der Euro bis auf 1,1783 Dollar gefallen.
In der deutschen Industrie mehren sich die Anzeichen für eine Erholung nach der Krise. Die Zahl der Bestellungen ist im Dezember saison- und kalenderbereinigt um 7,8 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Analysten wurden von der positiven Entwicklung überrascht. Sie hatten einen Auftragsdämpfer erwartet und waren im Schnitt von einem Rückgang um 2,2 Prozent ausgegangen.
"Zwar gab der Sonderfaktor Großaufträge den Ausschlag für den gewaltigen Anstieg," schrieb LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch und weiter: "Aber auch der um Großaufträge bereinigte Auftragseingang legte erneut zu. Das sieht jetzt wirklich sehr stark nach Trendwende aus."
Mit Blick auf die heutige geldpolitische Entscheidung wird nicht mit einer Veränderung der EZB-Schlüsselzinssätze gerechnet. "Bei der EZB herrscht Einigkeit darüber, dass die Geldpolitik gut positioniert ist", schreiben die Ökonomen der Helaba. Marktseitig sei das heutige Stillhalten vollständig eskomptiert und auch in den kommenden Monaten werde nur vereinzelt auf sinkende Leitzinsen spekuliert.
Moderat tiefer tendierte das britische Pfund. Wie die EZB dürfte auch die Bank of England am Berichtstag ihren Basiszins stabil halten.
spa/mik
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