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Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise fallen, Brent bei 68,3 Dollar / Gegenbewegung nach Vortagesgewinnen - Edelmetallpreise geben wieder nach, Silber stark unter Druck

Die Ölpreise haben am Donnerstag einen Teil der deutlichen Gewinne des Vortages abgegeben. Ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete zuletzt 68,28 US-Dollar. Das waren 0,97 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März fiel um 0,61 Prozent auf 64,02 Dollar.

Im Blick bleiben aber die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Einem Bericht des Nachrichtenportals "Axios" zufolge, gerieten Gespräche zwischen den beiden Staaten noch vor dem eigentlichen Beginn von Verhandlungen beider Länder am Freitag in schweres Fahrwasser. Die USA haben dem Bericht zufolge das Verlangen des OPEC-Landes nach Änderungen bei Ort und Format der Gespräche abgelehnt.

Am Markt wird die Lage im Iran wegen einer möglichen Ausweitung der geopolitischen Risiken auf die ölreiche Region am Persischen Golf genau beachtet. Entsprechende Befürchtungen waren zuletzt durch die Ankündigung von Gesprächen der USA mit dem Regime in Teheran gedämpft worden. Militärische Auseinandersetzungen in der Region könnten die weltweite Versorgung mit Öl zumindest einschränken.

"Der Markt ist auf die für Freitag geplanten Gespräche und die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung fokussiert", sagte Rohstoffexpertin Warren Patterson von der ING Bank. Die jüngste Kursentwicklung mache deutlich, dass am Markt weiterhin große Unsicherheit über den Ausgang der Gespräche herrsche.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Mittwoch 66,65 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nach 65,23 Dollar am Dienstag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

An den Edelmetall-Märkten ging es am Donnerstag nach einer Erholung der beiden vergangenen Tage wieder nach unten. Zuletzt wurde eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) bei 4.875,94 US-Dollar gehandelt. Das waren 1,27 Prozent weniger als am Vorabend.

Turbulent blieb es beim Silberpreis, der am Donnerstag im frühen Handel bis zu 17 Prozent abgab. Am Vormittag stand der Preis für eine Feinunze Silber um 9,75 Prozent tiefer bei 78,95 Dollar. Trotz der heftigen Verluste seit dem Rekordhoch liegt Silber im Jahresverlauf noch zwölf Prozent im Plus, nachdem es sich 2025 um fast 150 Prozent verteuert hatte.

Auch Gold liegt im Vergleich zu Ende 2025 trotz der jüngsten Turbulenzen mit dem hohen Minus immer noch zweistellig im Plus und das, nachdem der Preis im vergangenen Jahr bereits um 65 Prozent gestiegen war.

Grund für die deutlichen Gewinne von Gold und Silber seit Ende 2024 sind vor allem die vielen Krisen weltweit. Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen in Krisenzeiten. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird. In den vergangenen Wochen waren die Preisanstiege aber vermehrt von spekulativen Käufen begleitet.

spa/mik

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