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ROUNDUP/Trotz Ergebnisrückgang: Jahresende bei ArcelorMittal besser als gedacht

Europas größter Stahlhersteller ArcelorMittal hat trotz eines durchwachsenen Verlaufs im Schlussquartal 2025 positiv überrascht. Analysten zeigten sich erfreut, und an der Börse ging es daraufhin kräftig aufwärts. Die Aktie setzte ihre bereits monatelang andauernde Rally fort.

Nach einem kleinen Rücksetzer zum Handelsbeginn schlugen die Papiere des Stahlkonzerns wieder den Weg nach oben ein und markierten ein weiteres Hoch seit dem Jahr 2011. Am frühen Nachmittag stand die Aktie zuletzt noch mit 2,84 Prozent im Plus bei 48,89 Euro. In diesem Sog stiegen auch die Kurse deutscher Wettbewerber wie Thyssenkrupp und Salzgitter deutlich.

Im Schlussquartal 2025 habe das operative Ergebnis (Ebitda) von ArcelorMittal die durchschnittliche Markterwartung um 4 Prozent überboten, schrieb Analyst Ephrem Ravi von der Citigroup. Profitiert habe das Unternehmen vor allem von gestiegenen Volumina in Brasilien. Positiv hob Ravi auch einen deutlich verbesserten freien Barmittelfluss und eine rückläufige Nettoverschuldung hervor.

Auch Jefferies-Analyst Cole Hathorn zeigte sich von der Entwicklung im letzten Jahresviertel positiv überrascht. Zudem sei der Ausblick des Konzerns dank der politischen Protektionsmaßnahmen ermutigend ausgefallen.

ArcelorMittal wies in seiner Mitteilung vom Donnerstag für die drei Monate bis Ende Dezember ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,59 Milliarden Dollar (1,35 Mrd Euro) aus, nach 1,65 Milliarden ein Jahr zuvor. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten für das Quartal aber im Schnitt mit einem noch deutlicheren Rückgang auf 1,55 Milliarden Dollar gerechnet. Der Quartalsumsatz belief sich auf knapp 15 Milliarden Dollar und ging damit im Vergleich zum Vorquartal zurück; im Vergleich zum Vorjahr ergab sich indes ein Plus von knapp zwei Prozent.

Unter dem Strich kehrte der Konzern im Schlussquartal wieder in die schwarzen Zahlen zurück, nachdem im Vorjahr unter anderem wegen höherer Kosten noch ein Verlust angefallen war. Im Gesamtjahr verdiente ArcelorMittal 3,2 Milliarden Dollar, und damit fast das Zweieinhalbfache des Vorjahreswerts.

Unterdessen sieht der Konzern für das laufende und das kommende Jahr weiteres Ebitda-Potenzial von zusammengenommen 1,6 Milliarden US-Dollar durch kürzlich abgeschlossene oder noch laufende Projekte. Dabei werde das Wachstum in diesem Jahr unterstützt unter anderem durch die Inbetriebnahme in neuen Anlagen im brasilianischen Serra Azul (Brasilien) und dem Ausbau der Eisenerzminen in Liberia. Ab 2027 werde weiteres Wachstumspotenzial erwartet etwa durch Kapazitätserweiterungen in Indien, Mexiko und einem Projekt für Elektrostahl im französischen Mardyck.

Die Pläne für eine Verschärfung der protektionistischen Maßnahmen gegen Stahlimporte nach Europa begrüßte der Stahlhersteller unterdessen erneut. "Geringere Importe werden zu einer höheren Kapazitätsauslastung führen und die Rentabilität und Kapitalrendite wieder auf ein gesundes, nachhaltiges Niveau bringen", hieß es in der Mitteilung. Höhere Zölle würde die Aussichten für die gesamte europäische Stahlindustrie strukturell verändern. Heimische Anbieter dürften wieder Marktanteile gewinnen, wobei ArcelorMittal in der Region besonders profitieren dürfte, hieß es weiter. Ähnlich hatte sich der Konzern bereits vor einigen Monaten geäußert.

Die EU-Kommission hatte im Oktober eine deutliche Reduzierung der zollfreien Einfuhrmengen für Stahl vorgeschlagen, für Einfuhrmengen oberhalb der Quote soll sich der Steuersatz auf 50 Prozent verdoppeln. Geplant sind die neuen Zölle für Juli, müssen aber noch vom EU-Parlament gebilligt werden.

Europa will sich mit den höheren Zöllen vor allem gegen billigere Importe aus China schützen. Nachdem bereits USA, Indien und Lateinamerika strengere Schutzmaßnahmen in Gang gesetzt haben, gibt es Sorgen vor einer Überschwemmung der europäischen Märkte mit Stahl aus der Volksrepublik. China ausgeklammert, schätzt ArcelorMittal, dass der weltweite Stahlverbrauch im laufenden Jahr um zwei Prozent zulegen dürfte. Auch die Stahlproduktion und die Auslieferungen dürften in allen Regionen ansteigen, dank operativer Verbesserungen aber auch durch den Einfluss neuer Handelsbarrieren, hieß es vom Konzern./tav/err/mis

 ISIN  LU1598757687

AXC0230 2026-02-05/14:24

Relevante Links: ArcelorMittal S.A., ThyssenKrupp AG, Salzgitter AG

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