Am deutschen Aktienmarkt hat der Dax
am Donnerstag mit weiteren Verlusten seinen Abstand
zur runden 25.000-Punkte-Marke vergrößert. Die Stimmung am Markt ist
weiter geprägt von Nervosität, insbesondere bei Edelmetallen und
Kryptowährungen. Der Silberpreis ging erneut auf Talfahrt und könnte
laut Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank, in Richtung 60
US-Dollar oder tiefer die Angst vor Anschlussverkäufen in anderen
Anlageklassen sofort wieder ins Bewusstsein der Anleger rufen.
Der Dax verbuchte am Nachmittag nach der Zinsentscheidung der
Europäischen Zentralbank (EZB) einen Abschlag von 0,81 Prozent auf
24.405 Punkte. Die Leitzinsen im Euroraum bleiben auch im neuen Jahr
vorerst unverändert. Damit wurde am Markt gerechnet. Investoren
nähmen in diesem Umfeld aber lieber Gewinne mit und positionierten
sich an den Seitenlinien, kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow.
Schwache Signale vom US-Arbeitsmarkt setzten die Kurse zusätzlich
unter Druck. Quartalsbilanzen quittierten die Anleger überwiegend
mit Kursverlusten.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sank am
Donnerstagnachmittag um 0,49 Prozent auf 31.372 Punkte. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand mit 0,8
Prozent im Minus.
Im Techsektor erholten sich die Kurse etwas. SAP etwa
gewannen im Dax gut zweieinhalb Prozent. Anleger hinterfragen
gleichwohl die hohen Investitionen der Konzerne in Künstliche
Intelligenz (KI) immer stärker. Jüngstes Beispiel ist die
Google-Mutter Alphabet , die im Wettlauf der
KI-Entwickler die Ausgaben in etwa verdoppelt.
Die Aktien von Siemens Healthineers starteten nach
dem Quartalsbericht fest, doch der Schwung ließ rasch nach. Zuletzt
sanken die Titel des Medizintechnikers um 2,6 Prozent. Insgesamt sei
der Bericht nicht überzeugend, hieß es aus dem Handel.
Rüstungswerte wie Rheinmetall gaben unter dem
Eindruck fortdauernder Ukraine-Gespräche nach. Bei Rheinmetall
machen sich Anleger aber vor allem Sorgen, dass die Erwartungen an
2026 zu hoch sein könnten. Die Anteile sackten am Dax-Ende um mehr
als 7 Prozent ab. Die Kursgewinne im laufenden Jahr sind damit
aufgezehrt.
Unter Druck standen die Anteile der Energiekonzerne Eon
und RWE nach zurückhaltenderen
Einschätzungen von Analysten.
Autowerte setzten Anleger auf den Verkaufszettel. Schwache
Quartalszahlen von Volvo Cars galten als Auslöser
dafür. Im Dax lagen Volkswagen , BMW
und Mercedes auf den hinteren Plätzen mit Abschlägen
von teils mehr al 4 Prozent.
Rational sprangen im MDax um mehr als 11 Prozent
hoch. Der Großküchenausstatter übertraf mit Geschäftszahlen die
Erwartungen. Das Schlussquartal verlief stark.
Die Aktien von Evonik hoben sich nach Eckdaten
positiv vom Sektorumfeld ab. Anleger nahmen hin, dass der
Spezialchemiekonzern seine Dividende senkt, goutierten aber, dass
dieser eine Gewinnbelebung 2026 für möglich hält. Während der
Chemiesektor seine starken Vortagsgewinne konsolidierte, legten
Evonik-Aktien um 3,2 Prozent zu./ajx/jha/