AKTIEN IM FOKUS 2: KI-Investitionen bereiten auch bei Amazon Kopfzerbrechen
(neu: Kurse aktualisiert, Nvidia und Broadcom)
NEW YORK (dpa-AFX) - Hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz
(KI) haben am Freitag die Anleger von Amazon
Anders als noch über weite Strecken der vergangenen Jahre versuchen die Anleger neuerdings stärker potenzielle Gewinner und Verlierer des KI-Booms zu unterscheiden. Zudem hinterfragen sie immer häufiger milliardenschwere Investitionen in den neuen Megatrend. Anleger stellen sich dabei die Frage, ob die gewaltigen Beträge überhaupt zurückverdient werden können.
Amazon ist nun nach Alphabet
Der Konzern, der sich von einem Handelskonzern zu einem breiter
aufgestellten Internetriesen mit starkem Cloud-Geschäft gewandelt
hat, will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar in KI, Chips,
Robotik und Satelliten stecken. Dies half umgekehrt bei der Erholung
einiger Aktien, die als Infrastruktur-Ausrüster von solch üppigen
Investitionen profitieren könnten. So legten Broadcom
Laut Amazon-Chef Andy Jassy soll der Großteil des Geldes in den Ausbau von KI-Infrastruktur gehen. Er rechnet auf lange Sicht mit einer profitablen Geldanlage. Den Investoren geht das offensichtlich nicht zügig genug, die KI-Sorgen am Markt verschärften sich jüngst.
"Die Anleger wollen schnellere Ergebnisse sehen", sagte Jefferies-Branchenexperte Brent Thill fest. Amazon müsse Vertrauensaufbau leisten. Der Handelsriese ist stark im Geschäft mit Rechenleistung und Cloud-Speicher - und profitiert damit auch vom Boom bei Künstlicher Intelligenz.
"Der KI-Investitions-Kater verwandelt sich gerade in eine wilde Flucht", kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Die Anlegerstimmung erscheine aktuell wie das Negativ des Booms von 2021. Beim Kursrutsch von Amazon geht es aus seiner Sicht nicht nur um eine einzelne Aktie. Der Markt verlange allgemein Antworten, inwiefern sich die hohen KI-Investitionen auszahlen und ob dies in Quartalen oder Epochen gemessen werde.
Im laufenden Jahr dürften die Investitionen von Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft um rund 60 Prozent zulegen, während der Markt nur mit einem Plus von etwa 40 Prozent gerechnet habe, schrieb RBC-Analyst Srini Pajjuri. Er erwartet auch im nächsten Jahr weiterhin erhöhte Ausgaben. Der Kampf um die Führungsrolle bei KI sei noch lange nicht ausgefochten. Es sei allerdings angesichts von Teilemangel und Energieengpässen fraglich, ob die vier Konzerne die angepeilten Summen am Ende überhaupt vollständig ausgeben könnten.
Mit den am Freitag drohenden Verlusten zeichnet sich für die Amazon-Aktien ein Minus von mehr als zehn Prozent im noch jungen Jahr ab. Vom Anfang November erreichten Rekordhoch bei 258,60 Dollar wären die Papiere damit um rund ein Fünftel zurückgekommen. Die Anteilscheine von Alphabet hatten erst am Dienstag eine Bestmarke aufgestellt, gerieten dann angesichts der KI-Sorgen aber ebenfalls merklich unter Druck. Bei Meta war kurzzeitige Euphorie mit Blick auf die Investitionen Ende Januar schnell wieder vorbei, Microsoft schwächelt ohnehin bereits seit geraumer Zeit.
Die am Donnerstag nach New Yorker Handelsschluss veröffentlichten Quartalszahlen von Amazon gerieten angesichts der geplanten Investitionen in den Hintergrund. Dabei habe sich das Wachstum der Cloud-Sparte AWS wieder beschleunigt, lobte Goldman-Analyst Eric Sheridan. Außerdem habe ihn die operative Marge in diesem Geschäftsbereich positiv überrascht. Die Nachfragetrends im Onlinehandel und Werbegeschäft hätten seine Schätzungen leicht übertroffen./niw/ag/mis/tih/he
ISIN US02079K3059 US5949181045 US0231351067 US30303M1027 US02079K1079
AXC0191 2026-02-06/16:50
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