ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schafft Wochenplus - Nervosität hält an
Nach drei Verlusttagen in Folge hat der Dax
am Freitag eine Gegenreaktion gezeigt und sich etwas
erholt. Gleichwohl blieben die Anleger angesichts der in den
vergangenen Tagen heftigen Schwankungen bei Edelmetallen und im
Technologiesektor nervös. Zunehmende Zweifel an hohen Investitionen
in Künstliche Intelligenz (KI) verunsichern nach wie vor. Negative
Nachrichten vom Autobauer Stellantis setzten vor dem
Wochenende zudem den europäischen Autosektor stark
unter Druck und zogen hiesige Branchenwerte mit nach unten.
Der Dax ging 0,94 Prozent höher bei 24.721,46 Zählern aus dem
Handel. Damit ergibt sich auf Wochensicht ein Plus von 0,74 Prozent.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte legte am
Freitag um 0,73 Prozent auf 31.662,83 Punkte zu.
Die Schockwellen am Edelmetall- und auch den Kryptomärkten gingen
nicht spurlos an den Aktienbörsen vorbei, schrieb Christine Romar,
Europachefin beim Handelshaus CMC Markets. Zwangsliquidationen dort
zögen Verkäufe an anderer Stelle nach sich und sortierten die
zittrigen Hände auch aus dem Aktienmarkt. "Eine solche Bereinigung
ist gesund und stellt den immer noch laufenden Bullenmarkt auf ein
solideres Fundament", resümierte die Expertin.
Mit hohen Abschlägen im US-Handel für Amazon zeigte
sich, wie hartnäckig sich die KI-Sorgen der Anleger halten. Der
Handelsriese will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar unter
anderem in Künstliche Intelligenz, Chips, Robotik und Satelliten
stecken. Damit liegt Amazon noch über dem gigantischen
Investitionsvolumen der Google-Mutter Alphabet . Amazon werde zunächst darunter leiden, dass die
Anleger hohe Investitionen ohne konkreten Umsatzerfolg sehr kritisch
sehen, kommentierten die Analysten der US-Bank Goldman Sachs.
In Frankfurt gab es vor dem Wochenende im IT-Sektor erneut Verluste.
Die Papiere des Dienstleisters Bechtle brachen nach
Quartalszahlen um 9,5 Prozent ein und fanden sich damit am MDax-Ende
wieder. Der Ausblick belastete. Cancom konnten sich
im Nebenwerteindex SDax dem Sog nicht entziehen und
verlor vier Prozent.
Hiobsbotschaften von Stellantis setzten dem Autosektor zu. Der Fiat-
und Chrysler-Mutterkonzern schreibt wegen der
US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen und streicht die Dividende.
Stellantis sackten in Paris um mehr als ein Viertel ab. Im sehr
schwachen europäischen Autosektor verloren die im Dax notierten
Aktien von Mercedes-Benz , BMW und
Volkswagen
Rüstungswerte stabilisierten sich nach der jüngsten Schwäche.
Rheinmetall legten im Dax um gut zwei Prozent zu. An
der MDax-Spitze ließ eine Hochstufung durch die französische
Investmentbank Exane BNP die Aktien des Panzergetriebeherstellers
Renk um 5,4 Prozent steigen. Die Auftragspipeline sei
gut gefüllt, lobte Analyst Sebastian Growe.
Dank einer positiven Branchennachricht hatten Siemens Energy
im Dax mit plus 4,2 Prozent die Nase vorn. Der
US-Hersteller von Festoxid-Brennstoffzellen Bloom Energy
hatte mit seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr
die Markterwartung übertroffen.
Auch europaweit legten die Kurse zum Wochenschluss zu: Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,23 Prozent
auf 5.998,40 Zähler. In London und in Zürich
ging es weniger deutlich nach oben. In New York zog
der Dow Jones Industrial zum europäischen
Handelsschluss um fast 2 Prozent an./la/he