Aktien New York: Verluste im Zuge des Iran-Kriegs - Zinshoffnungen verpuffen
Die US-Börsen haben am Freitag einen zaghaften
Erholungsversuch erst einmal abgebrochen. Zuletzt drückten die
Intensivierung des Iran-Kriegs und der damit einhergehende Anstieg
der Ölpreise auf die Stimmung, nachdem im frühen Handel noch
enttäuschende Konjunkturdaten die Hoffnungen der Anleger auf
zumindest eine Leitzinssenkung der Notenbank in diesem Jahr
wiedererweckt hatten. Die US-Wirtschaft war im Schlussquartal 2025
schwächer gewachsen als erwartet.
Der Dow Jones Industrial gab um 0,2 Prozent auf
46.588 Punkte nach. Am Vortag bereits war der Leitindex wegen der
fortdauernden, weitgehenden Sperre der Straße von Hormus und der
damit verbundenen Inflationssorgen einmal mehr unter Druck geraten.
Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von fast 2 Prozent an.
Der marktbreite S&P 500 verlor am Freitag zuletzt 0,6
Prozent auf 6.632 Zähler. Für den technologielastigen und
schwankungsanfälligen Nasdaq 100 ging es um 0,8
Prozent auf 24.344 Punkte nach unten.
Die Unsicherheit am Markt bleibt wegen des Iran-Kriegs hoch. Denn
die iranischen Revolutionsgarden halten an ihrer Blockade der Straße
von Hormus im Persischen Golf fest. Die Kommandozentrale der Garden
erklärte laut der ihr nahe stehenden Nachrichtenagentur Fars, dass
sie einer Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Chamenei
folge.
Ungeachtet dessen sehen sich die USA weiter auf dem Weg zum Erfolg.
Die Attacken seien noch mal auf das bisher höchste Niveau gesteigert
worden, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 13. Tag des
Krieges. Inzwischen sei auch die militärische Infrastruktur der
Islamischen Republik zum Bau ballistischer Raketen weitgehend
zerstört.
Unter den Einzelwerten richteten sich die Blicke vor allem auf Adobe
. Das baldige Ausscheiden des Chefs Shantanu Narayen
hatte am Markt Sorgen um einen möglichen Strategiewechsel des
Software-Anbieters geschürt. Die Aktien sackten um 5,3 Prozent ab
und waren damit das Schlusslicht im Nasdaq 100.
An der Dow-Spitze zogen die Anteilsscheine des Flugzeugbauers Boeing
um 2,3 Prozent an. Die Nachrichtenagentur Bloomberg
berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen
berichtet, dass die Verkabelungsprobleme bei dem Modell 737 Max
weniger umfangreich seien als zunächst gedacht.
Am S&P-500-Ende wiederum knickten die Papiere von Ulta Beauty
um zwölf Prozent ein. Die auf Kosmetik spezialisierte
Filialkette enttäuschte mit der Prognose für das Umsatzwachstum in
diesem Jahr.
Für Linde ging es nach einem positiven
Analystenkommentar der Bank JPMorgan um gut ein Prozent nach oben.
Der Konzern sei angesichts der gegenwärtig schwierigen
Marktbedingungen besser aufgestellt als andere Unternehmen aus der
Rohstoffbranche, schrieb Experte Jeffrey Zekauskas. Die Kunden aus
dem US-Chemiesektor dürften operativ zulegen, um von höheren
Exportpreisen zu profitieren. Die Inflation der Rohstoffpreise
dürfte zu einem gewissen Grad an die Kunden des Herstellers
industriell genutzter Gase weitergereicht werden./la/mis