Aktien Wien Schluss: ATX legt dritten Tag in Folge zu
Die Wiener Börse hat am Mittwoch erneut fester
geschlossen. Der Leitindex ATX verbuchte ein Plus von
1,54 Prozent auf 5.425,40 Punkte und absolvierte damit bereits
seinen 3. Gewinntag in Folge. Die europäischen Leitbörsen verbuchten
hingegen, belastet von höheren Ölpreisen, Kursabschläge.
Am heimischen Aktienmarkt zog die Aktie des Gummi- und
Kautschukkonzerns Semperit mit einem Kurssprung in Höhe von fast 24
Prozent auf 14,84 Euro die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich.
Ausgelöst wurde das satte Kursplus wohl durch ein freiwilliges
Übernahmeangebot des Mehrheitsaktionärs B&C Holding Österreich.
Dieser möchte sämtliche ausstehende Aktien der Semperit, die rund
41,52 Prozent des Grundkapitals der Semperit entsprechen, erwerben.
Der Angebotspreis beträgt 15,00 Euro je Aktie in bar. Die B&C-Gruppe
hält derzeit rund 58,48 Prozent des Grundkapitals der Semperit.
Verbund rückte mit einer Zahlenvorlage in den Fokus
und die Aktie des Energieversorgers reagierte mit einem Abschlag von
0,5 Prozent. Der teilstaatliche Stromkonzern hat im Geschäftsjahr
2025 Gewinneinbußen verzeichnet. Das Konzernergebnis verringerte
sich gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als ein Fünftel auf 1,5
Milliarden Euro.
Hauptgründe für das Minus waren eine deutlich geringere
Stromproduktion aus Wasserkraft sowie negative Effekte durch die
verlängerte staatliche Gewinnabschöpfung in Höhe von 136 Millionen
Euro. Die Analysten der Erste Group bewerteten die
Zahlen als leicht über den Erwartungen. Sie erwarteten jedoch eine
negative Kursreaktion, da der Ausblick auf das laufende Jahr 2026
schwach ausfiel.
Bawag -Titel schlossen mit plus 6,1 Prozent. Nach
mehreren Übernahmen in den vergangenen Jahren fasst die Bank ihr
nächstes Ziel ins Auge. Sie bestätigte am Mittwoch, für die
Übernahme der irischen PTSB (Permanent TSB) ein unverbindliches
Angebot eingereicht zu haben. Ob ein verbindliches Angebot abgegeben
werde, sei aber noch unklar, so das Unternehmen. Auch auf einen
möglichen Kaufpreis habe man sich noch nicht festgelegt. Zuvor hatte
die "Presse" über das Interesse der BAWAG an PTSB berichtet.
OMV-Titel legten ein Prozent zu. Ein Brand an einer
Pipeline des großen libyschen Ölfelds Sharara, das teilweise zum
OMV-Konzern gehört, hat für Unklarheit über die Förderung gesorgt.
Während die staatliche Ölgesellschaft NOC erklärte, das Öl werde
umgeleitet und die Produktion laufe weiter, berichteten Ingenieure
vor Ort am Mittwoch von einer schrittweisen Stilllegung.
Unter den weiteren Schwergewichten verteuerten sich die Titel der
Erste Group um 1,5 Prozent. Die Aktionäre der
Raiffeisen Bank International konnten ebenfalls ein
Plus von 1,5 Prozent verbuchen. In der Gunst der Anleger standen
auch die Bauwerte. Porr legten 1,1 Prozent zu und Strabag kletterten
um zwei Prozent hoch./ste/APA/zb