ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Klare Gewinne nach US-Plan für Kriegsende
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch
nach US-Medienberichten über einen 15-Punkte-Plan für ein Kriegsende
im Iran erholt. Der Ölpreis als momentan wichtigster Gradmesser der
Anlegersorgen reagierte für den Markt grundsätzlich positiv: Rohöl
der Nordseesorte Brent lag nach einem frühen Rutsch unter die Marke
von 100 US-Dollar im späten Handel wieder etwas darüber. Im Laufe
des Krieges war er mit fast 120 Dollar auf ein Hoch seit 2022
geklettert.
Die im Zuge des Iran-Krieges deutlich eingetrübte Stimmung in der
deutschen Wirtschaft, die das Ifo-Institut am Vormittag meldete,
überraschte wohl kaum jemanden.
Der Dax bröckelte am Nachmittag etwas ab und schloss
1,41 Prozent höher bei 22.957,08 Punkten. Der MDax
mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann letztlich 2,48 Prozent
auf 28.821,32 Zähler.
Auch Europas andere wichtige Börsen legten deutlich zu. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,2
Prozent. Außerhalb des Euroraums gewannen der Londoner FTSE
1,4 Prozent und der Züricher SMI 1,6
Prozent. In New York kletterte der Dow Jones Industrial
zuletzt um 0,8 Prozent nach oben.
"Die Situation im Nahen Osten bleibt unklar und wird von vielen
Gerüchten und Spekulationen getragen. So sollen die Verhandlungen
zwischen dem Iran und den USA ins Stocken geraten sein, nachdem der
Iran die Forderungen in den Verhandlungen als unlogisch bezeichnet
habe. Auch deshalb konnte der Dax das Niveau über 23.000 Punkten
nicht halten, das er am Morgen noch sehr beherzt übersprungen
hatte", kommentierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets.
Besonders stark gefragt waren europaweit Rohstoffwerte, die zuletzt
deutlich Federn gelassen hatten. Der Stoxx Europe 600 Basic
Resources hatte in fast vier Kriegswochen beinahe 19
Prozent verloren, nachdem er kurz zuvor noch einen Rekordstand
erreicht hatte. Hohe Energiekosten und eingetrübte
Konjunkturaussichten vergrämten die Anleger.
Im Dax führten Siemens Energy mit plus 4,6 Prozent
die Gewinnerliste an. Auch Industriewerte hatten schwer gelitten,
Siemens Energy hatten im Laufe des Krieges zwischenzeitlich fast 20
Prozent an Wert verloren.
Im MDax schossen Lanxess nach einem
Analystenkommentar um mehr als 17 Prozent nach oben und bauten ihre
Erholung vom Tief seit 2009 am Montag inzwischen auf rund 50 Prozent
aus. JPMorgan-Experte Chetan Udeshi sieht die Kölner als einen der
stärksten Kriegsprofiteure in der Chemiebranche. Er drehte sein
skeptisches "Underweight" in eine "Overweight"-Empfehlung.
Die Titel von Aixtron ließen erstmals seit mehr als
zwei Jahren die Marke von 35 Euro hinter sich und verteuerten sich
am Ende um 8,8 Prozent. Im noch recht jungen Börsenjahr hat sich der
Aixtron-Kurs mehr als verdoppelt. Damit ist die Aktie der größte
Gewinner unter den deutschen Standardwerten. Der europäische
Technologiesektor liegt seit Jahresbeginn hingegen leicht im Minus.
Die Papiere von Jenoptik gewannen nach bestätigten
Geschäftszahlen für 2025 und einem konkretisierten Ausblick auf das
laufende Jahr 14,6 Prozent. Das Technologie-Unternehmen will trotz
eines Gewinnrückgangs seinen Aktionären eine höhere Dividende
zahlen.
Der Biokraftstoffhersteller Verbio erhöhte dank einer
starken Nachfrage und hoher Preise sein Ergebnisziel für das
Geschäftsjahr 2025/26. Die Aktie ging mit einem Kursplus von 6,4
Prozent aus dem Handel./edh/jha/