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ROUNDUP: Kontron enttäuscht trotz Zuwächsen - Aktie rutscht ans SDax-Ende

Der österreichische Technologiekonzern Kontron hat trotz eines Gewinnsprungs die Erwartungen von Anlegern verfehlt. Im vergangenen Jahr legte der operative Gewinn zwar kräftig zu, doch Experten hatten sich noch mehr ausgerechnet. Auch die Prognosen des Managements für 2026 fallen im Vergleich zu den Berechnungen von Analysten eher bescheiden aus. An der Börse wurden die Neuigkeiten vom Donnerstagmorgen entsprechend mit einem Kursrutsch quittiert.

Die Kontron-Aktie verlor am Vormittag zeitweise mehr als 15 Prozent. Zuletzt lag sie immer noch mit gut 14 Prozent im Minus bei 17,97 Euro und war damit eines der Schlusslichter im Kleinwerte-Index SDax . Seit dem Jahreswechsel hat das Papier inzwischen mehr als ein Fünftel an Wert verloren.

Branchenexperte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sieht die Kontron-Aktie dennoch auf dem Weg zu einem Kurs von 27 Euro. Das Unternehmen habe zwar die Umsatzprognosen verfehlt, seine Profitabilität jedoch deutlich verbessert. Zudem solle sich das operative Ergebnis bis 2030 nahezu verdoppeln.

Im vergangenen Jahr fiel Kontrons Umsatz auch wegen des weitgehenden Verkaufs der Modulsparte Jumptec um fast fünf Prozent auf etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro. Zu dem Rückgang trug bei, dass sich das Unternehmen stärker auf Geschäfte mit höheren Margen konzentriert.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 15 Prozent auf 220,5 Millionen Euro zu. Der Überschuss wuchs auch dank der Abspaltung des Geschäfts mit kompakten Computermodulen sogar um mehr als die Hälfte auf 141 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr zeigte sich Kontron-Chef Hannes Niederhauser trotz des Kriegs am Persischen Golf und des Trends zu höheren Zöllen optimistisch: "Während geopolitische Spannungen, Protektionismus und regulatorische Anforderungen das Umfeld erschweren, eröffnen sich gleichzeitig erhebliche Wachstumschancen." Dies gelte besonders für die Bereiche Verteidigung, Transport und Cybersicherheit. An Aufträgen mangelt es Kontron derzeit nicht: Im vergangenen Jahr wuchs der Auftragsbestand von rund 2,1 Milliarden auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr soll der Umsatz nach Niederhausers Plänen nun auf 1,75 bis 1,8 Milliarden Euro klettern. Analysten hatten jedoch bereits das obere Ende der Spanne auf dem Zettel. Der Vorstand macht seine Prognose vor allem von der Entwicklung des Geschäfts mit Wallboxen für Elektroautos abhängig.

Der bereinigte operative Gewinn soll nach der Prognose des Vorstands auf 225 Millionen Euro zulegen. Für das Jahr 2030 hat Niederhauser einen Umsatzanstieg auf 2,6 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 420 Millionen Euro im Auge. Dabei soll sich der Anteil von Umsätzen aus den USA und China von derzeit 15 auf 30 Prozent verdoppeln.

Bereits am Mittwoch hatte das Unternehmen seine Pläne für den Rückkauf eigener Aktien konkretisiert. Die Gesellschaft will den Kursrutsch der vergangenen Tage nutzen und bis zu 2,9 Millionen eigene Aktien für höchstens 50 Millionen Euro erwerben. Am Donnerstag vergangener Woche war der Kurs ohne ersichtlichen Grund um zeitweise fast ein Viertel abgestürzt./stw/niw/zb

 ISIN  AT0000A0E9W5

AXC0235 2026-03-26/11:50

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