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ROUNDUP: Medios verdient 2025 deutlich mehr - Aktie bricht aber ein

Das Spezialpharma-Unternehmen Medios hat im vergangenen Jahr von florierenden Arzneimittelverkäufen und einem starken Auslandsgeschäft profitiert. 2026 will das Management um den neuen Vorstandschef Thomas Meier die Profitabilität weiter steigern. Die Zielspanne für den Umsatz schließt indes auch einen leichten Rückgang nicht aus. Im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sprach der Manager am Donnerstag von einem schwierigen Umfeld, besonders in Deutschland. Die von seinem Vorgänger Matthias Gärtner eingeläutete Internationalisierung will er weiter vorantreiben. An der Börse rutschte die Aktie nach der Zahlenvorlage jedoch deutlich ab. Moniert wurde der Ausblick.

Das im Kleinwerteindex SDax notierte Papier fiel zeitweise um mehr als 10 Prozent auf den tiefsten Stand seit November. Bis zum Nachmittag hatte es sich kaum davon erholt. Warburg-Analyst Yannick Siering sprach von einem überraschend starken Umsatz im vergangenen Jahr. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) habe aber leicht unter den Erwartungen gelegen. Die Prognose für 2026 sei derweil bei Umsatz als auch Ergebnis schwächer als gedacht, schrieb der Experte.

2025 hatte das Unternehmen seinen Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro gesteigert, wie es in Berlin mitteilte. Dabei profitierte Medios auch von dem im Jahr zuvor übernommenen niederländischen Unternehmen Ceban. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) stieg zugleich um knapp 18 Prozent auf 93,1 Millionen Euro. Nach Steuern verbuchten die Berliner einen Gewinn von 15,4 Millionen Euro, über ein Fünftel mehr als im Vorjahr.

Für das laufende Jahr stellt Medios-Lenker Meier einen Umsatz zwischen 2 und 2,12 Milliarden Euro in Aussicht. Die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) soll sich von 4,5 Prozent im Vorjahr auf nun 4,8 Prozent verbessern.

Konkreter will der Manager auf einem Kapitalmarkttag am 29. September in den Niederlanden werden, wo er seine Strategie vorstellen will. Meier ist seit dem 1. Februar neuer Vorstandschef bei Medios. Zum 15. April bekommt er zudem mit Stefan Bauerreis einen neuen Finanzvorstand; der bisherige Amtsinhaber Falk Neukirch verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

Meier betonte im Gespräch, dass Medios an seinen bestehenden Standorten Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Spanien effizienter werden müsse. Der Hebel dazu sei eine bessere Auslastung der Herstellungsstandorte, eine optimierte Produktionsplanung sowie eine stärkere Fokussierung des Geschäfts. "Da geht es Richtung Fokus und Speed", sagte er. Eine zentrale Rolle spiele hierbei die Automation. Auch der Bestellprozess für Kunden soll durch die Digitalisierung weiter verbessert werden.

Für die mittelfristigen Wachstumsaussichten zeigte sich der Manager optimistisch. Medios wolle mindestens mit dem Markt wachsen. "Den sehe ich im mittleren bis höheren einstelligen Bereich oder sogar zweistellig", sagte Meier. Neben organischem Wachstum sollen weiterhin Übernahmen zum Ausbau des Geschäfts beitragen. Entscheidend werde sein, wie sich regulatorische Rahmenbedingungen entwickelten, und in welche weiteren Märkte das Unternehmen expandieren könne.

Neue Zielländer hat Medios offenbar bereits im Visier, wie der Vorstandschef andeutete, ohne konkret zu werden. Parallel dazu dürfte das Unternehmen in weitere Therapiegebiete vordringen. Neben den etablierten Bereichen Onkologie und Ophthalmologie sieht er Potenzial unter anderem in der Antibiotikatherapie sowie in neurologischen Indikationen. Auch schaue sich Medios "mögliche Akquisitionstargets" an, sagte Meier. Priorität habe dabei zugleich ein effizienter Kapitaleinsatz. Wegen des aktuell niedrigen Aktienkurses dürfte das Unternehmen mögliche Zukäufe eher mit Fremdkapital finanzieren.

Die geplante Apothekenreform in Deutschland bewertet der Vorstandschef tendenziell als Chance. Zwar gebe es auch Unsicherheiten, doch Medios sehe sich als Partner der Apotheken zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung, besonders bei Engpässen. Hier könne das Unternehmen in "eine Lücke springen". Negative Auswirkungen auf den Konzernerlös - etwa weil Apotheken selbst mehr Medikamente in Eigenregie herstellen könnten - erwartet er derzeit nicht: "Unter dem Strich dürften wir beim Umsatz flach herauskommen." Das Marktumfeld bleibe aber schwierig.

Medios ist auf Individualmedizin spezialisiert und beliefert als Großhändler spezialisierte Partnerapotheken mit Fertigarzneien. Daneben stellen die Berliner auch selbst sogenannte individualisierte Therapien her, deren Zusammensetzung und Dosierung auf den Patienten zugeschnitten sind./tav/stw/stk

 ISIN  DE000A1MMCC8

AXC0301 2026-03-26/13:55

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