ROUNDUP/Eurozone: Stimmung der Dienstleister belastet von Iran-Krieg
Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs hat sich die Stimmung der Dienstleister in der Eurozone im April deutlich verschlechtert. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 2,6 Punkte auf 47,6 Punkte, wie S&P am Mittwoch in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Dies ist der niedrigste Wert seit gut fünf Jahren. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 47,4 Punkten gerechnet.
Der Stimmungsindikator liegt nunmehr unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dies deutet auf einem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität hin.
In Deutschland und Frankreich, den größten Volkswirtschaften der Eurozone, verschlechterte sich der Indikator für die Dienstleistungsbranche weiter. Mittlerweile signalisiert er für beide Länder eine Schrumpfung des Sektors. Der spanische Indikator trübte sich überraschend stark ein und deutet nun ebenfalls auf eine wirtschaftliche Kontraktion hin. In Italien hingegen verbesserte sich der Indexwert unerwartet, befindet sich aber noch knapp unter der Expansionsschwelle.
Der Indikator für die Stimmung in der Gesamtwirtschaft der Eurozone gab ebenfalls nach. Der Indexwert sank um 1,9 Punkte auf 48,8 Punkte. In einer ersten Schätzung war noch ein etwas stärkerer Rückgang auf 48,6 Punkte ermittelt worden. Volkswirten hatten auch hier eine Bestätigung der Erstschätzung erwartet.
"Die finalen Daten für die Eurozone bestätigen die zuvor erkennbaren Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft im April in den rezessiven Bereich gerutscht ist", schrieb S&P-Global-Volkswirt Chris Williamson. Der anhaltende Krieg im Nahen Osten habe die vor Ausbruch des Konflikts einsetzende Erholung ausbremst. Bislang sei der Servicesektor am stärksten betroffen, wobei insbesondere konsumnahe Bereiche unter der Doppelbelastung aus stark steigenden Energiepreisen und Störungen im Reiseverkehr litten.
Die Entwicklung im Überblick:
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