Aktien Frankfurt: Kräftige Gewinne - Iran-Hoffnung lässt Ölpreis sinken, KI-Boom
Inmitten der heißen Phase der Berichtssaison
treiben am Mittwoch Friedenssignale im Iran-Krieg und der Boom mit
Künstlicher Intelligenz (KI) die Börsen kräftig an. Gesunkene
Ölpreise von zeitweise unter 100 US-Dollar ließen Anleger aufatmen.
Der Dax stieg in der Spitze bis auf über 25.152
Punkte. Am Nachmittag gewann der deutsche Leitindex noch 2,28
Prozent auf 24.959 Punkte. Für den MDax mit den
mittelgroßen Werten ging es um 2,70 Prozent auf 31.973 Zähler
hinauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog
ebenfalls um 2,7 Prozent an.
Ein Bericht des US-amerikanischen Nachrichtenportals Axios, wonach
die USA kurz vor einer Einigung mit dem Iran über ein Abkommen zur
Beendigung des Krieges stehen sollen, schob die Kurse nochmals
deutlich an. US-Präsident Donald Trump dämpfte zuletzt aber die
Erwartungen laut Berichten etwas.
Treiber der Aktienmärkte, insbesondere der USA und Asiens, bleibt
darüber hinaus der Boom mit Künstlicher Intelligenz (KI). In den USA
bewegen sich der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100
und der marktbreite S&P 500 in Rekordhöhen.
Der KI-Boom befeuert weltweit Papiere von Chipkonzernen: In Korea
Samsung oder SK Hynix , in den USA
zuletzt vor allem Advanced Micro Devices (AMD) und in
Deutschland Infineon . Infineon erhöhte nun auch die
Prognose. Die Aktien konnten nach ihrer zuletzt steilen Kursrally
davon aber am Mittwoch nicht mehr profitieren, der Kurs rutschte um
3,7 Prozent ab.
In der in Deutschland auf Hochtouren laufenden Bilanzsaison öffneten
zur Wochenmitte allein sieben Unternehmen aus dem Dax die Bücher.
Continental gewannen gut 8 Prozent. Der Reifen- und
Kunststofftechnikkonzern verdiente im ersten Quartal bei weniger
Umsatz mehr. Ausschlaggebend waren gute Reifen-Geschäfte und
Kosteneinsparungen.
BMW-Anteile verbuchten Gewinne von mehr als 6
Prozent. Analysten von JPMorgan bescheinigten dem Autohersteller
einen insgesamt starken Jahresauftakt. Heidelberg Materials
stiegen nach Quartalszahlen um annähernd 7 Prozent.
Die Entspannungssignale in Nahost gaben dem Reise- und
Luftfahrtsektor starken Auftrieb. Im MDax verteuerten sich Tui
, Fraport und Lufthansa
um bis zu teils mehr als 9 Prozent. Lufthansa will den Gewinn trotz
des Kerosin-Schocks steigern. Im Dax waren die Papiere des
Triebwerkherstellers MTU der stärkste Wert mit plus
11 Prozent. Airbus kletterten um 7 Prozent hoch.
Teamviewer erklommen den höchsten Stand seit fast
drei Monaten. Analyst Harald Hof von MWB Research lobte die
Profitabilität des auf Fernwartung spezialisierten
Software-Entwicklers im ersten Quartal. An der Spitze im
Nebenwerteindex SDax stiegen die Papiere zuletzt um
10 Prozent./ajx/jha/