Kontron mit 30 Prozent niedrigerem Gewinn / Abbau von 500 weiteren Stellen geplant
Der oberösterreichische Technologiekonzern Kontron hat im ersten Quartal 2026 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Einbußen verzeichnet. Diese seien auf die Entkonsolidierung des COM-Geschäftes mit 19,4 Mio. Umsatz sowie die Verkäufe des IT-Services in Ungarn und Bulgarien (8,6 Mio. Euro) zurückzuführen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das Konzernergebnis brach um rund 30 Prozent auf 14 Mio. Euro ein, nach 20,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Berücksichtigt man die nicht mehr zum Konzern zählenden Bereiche, ergibt sich ein Ergebnisplus von etwa 10 Prozent auf 20 Mio. Euro. Der Umsatz fiel um mehr als 5 Prozent auf 363,7 Mio. Euro. Um die Verkäufe bereinigt ergab sich ein Plus von 1,7 Prozent.
Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verzeichnete Kontron einen Rückgang um knapp 22 Prozent. Rechnet man die Verkäufe heraus, stieg das EBITDA um 1,8 Prozent auf 46,1 Mio. Euro.
Weiterer Restrukturierung
Ein kräftiges Wachstum verzeichnete das Unternehmen in den Divisionen Aerospace und Defense sowie Transportation. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte Defense um 25,2 Prozent und Transportation um 27,8 Prozent zu. Der aktuell defizitäre Bereich Greentec soll den Angaben zufolge heuer im vierten Quartal wieder profitabel werden.
Der Abbau von 339 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern belastete das Ergebnis des im deutschen Aktienindex S-Dax gelisteten Unternehmens mit 8,5 Mio. Euro. Damit ist die Neuausrichtung des Konzerns jedoch nicht abgeschlossen. Denn bis August sollen in der Sparte Greentec 500 Jobs gestrichen werden. Kontron erhofft sich dadurch jährliche Einsparungen von 30 Mio. Euro, allerdings wird der Abbau den Technologiekonzern vorerst mit 25 Mio. Euro belasten. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Kontron mit einem leichten Umsatzplus, obwohl mit den im Vorjahr verkauften Bereichen Umsätze in Höhe von 75 Mio. Euro weggefallen sind.
Wie bereits Mittwochabend mitgeteilt wurde, will der taiwanische Großaktionär Ennocon, ein Tochterunternehmen vom Apple-Zulieferer Foxconn, seinen Anteil von zuletzt 27,9 Prozent auf mehr als 30 Prozent aufstocken und damit ein Pflichtangebot auslösen. Ennocom werde dann 23,50 Euro je Aktie bieten. Kontron werde deshalb im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufs das Angebot von 24 Euro auf 23,50 Euro reduzieren, teilte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung mit.
fel/kre
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