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ROUNDUP: Lanxess erwartet Belebung - Rückenwind durch Iran-Krieg könnte abebben

Die träge Weltwirtschaft hat den Chemiekonzern Lanxess auch zum Start ins neue Jahr belastet. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, wenngleich Lanxess vom Iran-Krieg sogar profitiert, denn der macht der Billigkonkurrenz aus Asien das Leben schwer. Diese Effekte spielten aber erst zum Ende des Quartals hin eine Rolle und könnten zudem auch rasch enden. Umsatz und Gewinn von Lanxess fielen zum Jahresstart deutlich. Für das zweite Quartal rechnet Lanxess-Chef Matthias Zachert mit einer Belebung des operativen Gewinns, Branchenexperten hatten sich allerdings mehr erhofft. Die Aktie geriet stark unter Druck.

Das Lanxess Papier knickte kurz nach dem Handelsstart um fast elf Prozent auf 16,12 Euro ein. Damit rutschte der Kurs aus der jüngst engen Handelsspanne, in der er seit der Erholung gegen Ende März feststeckte.

Der Umsatz von Lanxess fiel im ersten Quartal im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um fast 30 Prozent auf 94 Millionen Euro, lag aber etwas über der mittleren Analystenschätzung. Unter dem Strich steht nach den ersten drei Monaten des Jahres ein Verlust von 141 Millionen Euro. Das ist wegen eines deutlich schwächeren Finanzergebnisses ein größeres Minus als die 57 Millionen Euro vor einem Jahr.

Für das Gesamtjahr peilt Zachert weiterhin ein bereinigtes Ebitda von 450 bis 550 Millionen Euro an. Dabei setzt er auf Rückenwind durch die Geschäftsbelebung seit März und kalkuliert für das zweite Quartal mit 130 bis 150 Millionen Euro operativem Gewinn.

Gleichwohl könnte die für Lanxess im Zuge des Iran-Krieges positive Veränderungen des Geschäftsumfeldes auch nur vorübergehend sein, hieß es in einer Unternehmenspräsentation zu den aktuellen Zahlen. So leiden vor allem asiatische Wettbewerber, die Lanxess und anderen hiesigen Anbietern das Leben mit Billigexporten bis vor kurzem schwer gemacht hatten, unter ausbleibenden Öl- und Gaslieferungen aus Nahost. Daher wanden sich Kunden zuletzt verstärkt wieder europäischen Chemiekonzernen zu, die teils ihre Verkaufspreise deutlich anhoben.

Für Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan ist zudem der Gewinnausblick für das zweite Quartal ein Haar in der Suppe. Während das ersten Jahresviertel besser gelaufen sei als befürchtet, liege der Ausblick für das zweite in der Mitte der Spanne 12 Prozent unter der mittleren Markterwartung und sogar 25 Prozent unter seiner Erwartung./mis/nas/stk

 ISIN  DE0005470405

AXC0129 2026-05-07/09:14

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