Wiener Aktienmarkt vorbörslich leichter erwartet / Iran-Sorgen belasten - Post mit Zahlen
Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Freitag die Korrekturbewegung vom jüngsten Rekordhoch zunächst fortsetzen. Bankenindikationen sahen den ATX rund 50 Minuten vor Sitzungsauftakt 1,1 Prozent tiefer bei 5.877 Punkten. Verluste werden auch im europäischen Umfeld erwartet.
Am Donnerstag war der Leitindex erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 6.000 Punkten geklettert, bevor die Gewinne im Verlauf wieder abschmolzen. Im Fokus bleibt die fragile Lage im Nahen Osten, wo Hoffnungen auf einen baldigen Frieden zuletzt erneut der Ernüchterung gewichen sind.
Trotz Waffenruhe haben sich die USA und der Iran gegenseitig in der Straße von Hormuz beschossen. "US-Streitkräfte wehrten unprovozierte iranische Angriffe ab und reagierten mit Schlägen zur Selbstverteidigung", teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) des US-Militärs auf der Plattform X mit. Das iranische Militär bestätigte Angriffe auf US-Kriegsschiffe und machte dafür US-Attacken auf einen iranischen Öltanker verantwortlich.
US-Präsident Trump drängte den Iran, nun schnell eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Ansonsten werde das US-Militär iranische Einheiten in Zukunft noch viel härter und viel gewaltsamer treffen. Der Rückgang der Ölpreise setzte sich zuletzt ohnehin nicht mehr fort - in der Nacht zogen sie wieder etwas deutlicher an, wobei sich der Brent-Preis über 100 US-Dollar hält. Inzwischen meldeten auch die Vereinigten Arabischen Emirate wieder iranische Angriffe.
Zur Zurückhaltung dürfte auch der monatliche US-Arbeitsmarktbericht sorgen, der am Nachmittag zur Veröffentlichung ansteht. Dieser spielt eine herausragende Rolle für die US-Notenbank Fed bei ihren Zinsentscheidungen.
Einen Blick könnten die Aktien der Österreichischen Post wert sein. Der Logistiker hatte im ersten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht gesteigert, aber deutliche Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Da das Unternehmen bereits ein schwaches Erstquartal angedeutet habe, sollten die heutigen Ergebnisse nicht übermäßig überraschen, so Erste-Analyst Christoph Schultes.
Inzwischen hob Berenberg ihr Kursziel für die Lenzing-Aktien von 22,50 auf 24,00 Euro an, blieb jedoch bei ihrer Halteempfehlung. Der Faserhersteller könnte von einem möglichen Rückgang der europäischen Energiekosten, einer Erholung der Textilnachfrage und einer Verbesserung der verfügbaren Einkommen der Verbraucher profitieren, heißt es in der Studie.
Am Donnerstag hatte der ATX um 0,44 Prozent schwächer bei 5.941,42 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Donnerstag:
Zumtobel +6,16% 3,79 Euro Frequentis +4,82% 82,60 Euro Kapsch TrafficCom +3,64% 5,70 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Donnerstag:
Schoeller-Bleckmann -3,74% 33,50 Euro FACC -3,38% 13,72 Euro CA Immo -2,71% 26,95 Euro
spa/rst
ISIN AT0000999982