Aktien New York: Gewinne trotz Nahost-Konflikt - Starker Arbeitsmarkt
Ungeachtet wieder zunehmender Spannungen im
Nahost-Konflikt haben die US-Aktienmärkte am Freitag angeführt von
starken Technologiewerten zugelegt. Dabei erklommen der S&P 500
und der Nasdaq 100 erneut Rekordhochs.
Der US-Arbeitsmarktbericht für April fiel merklich besser als
erwartet aus, während der von der Universität Michigan erhobene
Konsumklimaindex stärker als erwartet auf ein Rekordtief fiel.
Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,1 Prozent
höher bei 49.622 Punkten. Damit deutet sich für den US-Leitindex ein
marginaler Wochengewinn an. Der marktbreite S&P 500 legte am Freitag
um 0,8 Prozent auf 7.397 Zähler zu. Für den Nasdaq 100 ging es um
2,2 Prozent auf 29.183 Punkte aufwärts. Dies deutet für den
technologielastigen Auswahlindex auf ein Wochenplus von mehr als
fünf Prozent hin.
Commerzbank-Experte Christoph Balz erwartet nach dem
Arbeitsmarktbericht keine baldige Leitzinssenkung der US-Notenbank.
Die Mitglieder der Fed dürften sich in ihrer mehrheitlich gehaltenen
Einschätzung bestätigt sehen, dass der Arbeitsmarkt im Moment das
geringere Problem sei. "Dagegen verfehlt die Fed ihr Inflationsziel
seit fünf Jahren, und die steigenden Energiepreise sorgen aktuell
für einen weiteren Teuerungsschub", schreibt Balz. "Es ist daher
erst gegen Jahresende mit einer Zinssenkung zu rechnen, auch wenn
sie von Präsident Trump immer wieder gefordert wird."
Im Nahost-Konflikt beschossen sich die USA und der Iran trotz
Waffenruhe gegenseitig in der Straße von Hormus. Zudem griff das
US-Militär einzelne Ziele in dem Land und zwei unter seiner Flagge
fahrende, unbeladene Öltanker an. Anleger machen sich aber dennoch
weiter Hoffnung auf eine Lösung des Konflikts und setzen wie zuletzt
vor allem auf US-Technologiewerte. Eckhard Schulte von MainSky Asset
Management sieht in diesen eine "Gewinnmaschine" getrieben von der
weiter gehenden "KI-Revolution".
Viele Aktien aus dem Chipsektor bleiben vor diesem Hintergrund
begehrt. Besonders auffällig waren die Papiere von Akamai
Technologies mit einem Kurssprung von knapp 21
Prozent. Der Cloud-Computing-Dienstleister hatte seine diesjährige
Gewinnzielspanne nach oben hin eingegrenzt. Außerdem wurde ein
Großauftrag im Bereich der Cloud-Infrastrukturen eingefädelt.
Besonders im Anlegerfokus standen die Aktien von Intel
und Apple mit Kursgewinnen von 15
beziehungsweise 1,7 Prozent. Wie das "Wall Street Journal" unter
Berufung auf Insider berichtet, haben beide Unternehmen eine
vorläufige Vereinbarung getroffen, wonach Intel einen Teil der Chips
herstellen soll, die in Apple-Geräten zum Einsatz kommen. Intensive
Gespräche zwischen den beiden Unternehmen liefen bereits seit über
einem Jahr. In den vergangenen Monaten sei eine formelle
Vereinbarung ausgearbeitet worden, so die Zeitung. Bereits am
Dienstag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über Gespräche des
iPhone-Herstellers mit dem Halbleiterkonzern berichtet. Ziel von
Apple sei es, die Abhängigkeit vom taiwanesischen Zulieferer TSMC
zu verringern und Lieferengpässe abzufedern, hieß es
damals.
Schlechte Nachrichten kamen aus dem Software-Bereich von Cloudflare
und The Trade Desk , deren Kurse um gut
23 beziehungsweise 5,8 Prozent absackten. Das auf
Sicherheits-Dienste spezialisierte Unternehmen Cloudflare
enttäuschte mit dem Umsatzausblick und sorgte mit angekündigten
Stellenstreichungen für Aufmerksamkeit. Der Werbemarkt-Dienstleister
The Trade Desk enttäuschte auch mit Zahlen und Ausblick.
Einen Kursabschlag von 6,3 Prozent verbuchten die Titel von Expedia
. Analyst John Colantuoni von Jefferies Research
verwies auf eine enttäuschende Buchungsprognose des
Online-Reiseportals für das zweite Quartal. Richard Clarke von
Bernstein schrieb mit Blick auf bestätigte Jahresziele, dass diese
nach dem guten ersten Quartal eine schwächere zweite Jahreshälfte
implizierten./edh/he