ROUNDUP/Thyssenkrupp: Sparprogramm greift - Umsätze unter Druck
Dem Industriekonzern Thyssenkrupp
Das zweite Geschäftsquartal fiel überwiegend besser aus als von
Analysten erwartet. Dennoch entschieden sich Anleger am Dienstag
zunächst, in einem schwächeren Marktumfeld Gewinne mitzunehmen.
Dabei konnte die im MDax
"Das Umfeld bleibt äußerst anspruchsvoll", sagte Unternehmenslenker López in einer Telefonkonferenz. Der Umsatz ging daher im zweiten Geschäftsquartal (per Ende März) um zwei Prozent auf knapp 8,4 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Morgen in Essen mitteilte. Dies war etwas besser als von Marktexperten angenommen. Wegen des anhaltend schwierigen Umfeldes senkte Thyssenkrupp seinen Umsatzausblick um jeweils einen Prozentpunkt und geht für 2025/26 nun von einer Entwicklung von minus drei Prozent bis zu Erlösen auf Vorjahresniveau aus. An der Ergebnisprognose hält der Konzern dagegen fest.
Gewinnseitig macht sich das Spar- und Restrukturierungsprogramm weiter positiv bemerkbar. So legte im zweiten Geschäftsquartal das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von im Vorjahr 19 auf 198 Millionen Euro zu. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Die Stahlsparte lieferte neben dem Materialgeschäft den größten Ergebnisbeitrag, auch dank gesunkener Kosten für Rohstoffe und Energie sowie geringerer Personalkosten. Der Stahl habe deutliche Schritte in die richtige Richtung gemacht, so López. Die spürbare Ergebnisverbesserung zeige, dass das Spar- und Restrukturierungsprogramm Wirkung entfalte, sagte der Konzernchef.
Positiv entwickelte sich auch der Auftragseingang. Dieser legte dank
Großaufträgen beim Marineschiffbauer TKMS
Unter dem Strich verdiente Thyssenkrupp mit einer Million Euro nach Minderheiten deutlich weniger als im Vorjahr, in dem das Unternehmen allerdings erheblich vom Verkauf von TK Electrical Steel India profitiert hatte.
López ist gerade dabei, den Traditionskonzern in eine Finanzholding
umzubauen. Die Transformation komme gut voran, so der Manager. So
wurde der Verkauf eines Bereichs im Automobilzulieferergeschäft
abgeschlossen. Im Stahlgeschäft soll der geplante Verkauf der
HKM-Anteile an Salzgitter
Thyssenkrupp hatte die Gespräche mit Jindal kürzlich auf Eis gelegt und will nun die Sanierung des Stahlgeschäfts in Eigenregie vorantreiben. Man sei mit Jindal "freundschaftlich verbunden" und bleibe "im Gespräch", sagte der Manager. An der Entscheidung, perspektivisch nur noch eine Minderheit an der Sparte zu halten, rüttelt López dagegen nicht. Nicht infrage kommt für ihn dagegen ein Einstieg des Staates. Durch die neue Zollpolitik der Europäischen Union für Stahl sieht López zudem positivere Rahmenbedingungen, auch wenn diese sich, was höhere Preise angeht, seiner Ansicht nach wohl noch nicht in den nächsten ein, zwei Quartalen niederschlagen dürften./nas/la/tav/stk
ISIN DE0007500001
AXC0200 2026-05-12/11:19
Relevante Links: ThyssenKrupp AG, TKMS AG & Co KGaA, Salzgitter AG, THYSSENKRUPP NUCERA O.N.