Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,5 Prozent / Krise am Persischen Golf im Fokus - Trump nennt Iran-Vorschlag "Müll" - Agrana-Aktie stabil nach Bekanntgabe eines Jahresverlust
Der Wiener Aktienmarkt tendierte zu Mittag weiter mit Abschlägen. Der heimische Leitindex ATX gab 0,53 Prozent auf 5.904,25 Einheiten nach, kam aber von bereits über einem Prozent im Minus zurück. Der breitere ATX prime verlor 0,59 Prozent auf 2.918,05 Zähler. An den europäischen Leitbörsen zeigte sich ein ähnliches Bild. Wie zu erwarten drückt das zähe Ringen zwischen den USA und dem Iran auf die Märkte.
Noch hält die Waffenruhe am Persischen Golf, doch es ist eine mehr als brüchige Situation. Die jeweiligen Vorschläge werden von beiden Seiten als inakzeptabel zurückgewiesen. US-Präsident Donald Trump hat mittlerweile die jüngsten Forderungen aus Teheran als "Müll" zurückgewiesen und warnte, die seit Anfang April geltende Waffenruhe werde nur noch künstlich am Leben gehalten.
China wird derzeit zum Hoffnungsträger. Trump wird China nämlich in Kürze besuchen. Dabei soll es zwar hauptsächlich um die Beilegung des Handelsstreits der zwei weltweit größten Volkswirtschaften gehen, am Markt erhofft man sich aber auch positive Impulse in Sachen Iran-Krieg. China unterstützt den Iran, denn chinesische Raffinerien sind die wichtigsten Abnehmer von Erdöl aus dem Iran.
Die Inflationsgefahren wegen der erhöhten Energiepreise dominieren laut den Experten der Helaba weiter das Geschehen an den Finanzmärkten, denn mit den zunächst gescheiterten Friedensverhandlungen sind die Ölpreise wieder gestiegen. "Vor diesem Hintergrund dürften die heute anstehenden US-Verbraucherpreise des Monats April von Interesse sein", schreiben die Analysten der Helaba in einem Bericht. Die Richtung sei klar, es werde weiter nach oben gehen, "nicht nur mit dem Verbraucherpreisindex, sondern auch mit der Inflationsrate", heißt es weiter.
In Deutschland schauen Finanzexperten im Mai nicht mehr ganz so pessimistisch auf die Wirtschaft. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate stieg überraschend um 7,0 Punkte auf minus 10,2 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. "Die Erwartungen hellen sich auf, verbleiben aber im negativen Bereich", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Umfrageergebnisse.
In Österreich rückte die Agrana mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 in den Mittelpunkt. Der Agrarkonzern ist demnach in die Verlustzone gerutscht. Das Konzernergebnis belief sich auf minus 35,6 Mio. Euro, der Umsatz ging um 7,9 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro zurück. Das operative Ergebnis stieg um 6,2 Prozent auf 81,2 Mio. Euro, wie der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern mitteilte. Die Dividende soll halbiert werden. Gestern gingen Agrana mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent noch als Topperformer im ATX prime aus dem Tag. Heute tendieren die Papiere um den Nullwert herum.
Die Aktien des Luftfahrtzulieferers FACC gaben 0,15 Prozent auf 13,52 Euro ab. Die Erste Group hat ihr Kursziel für FACC von 15,0 Euro auf 18,7 Euro hinaufgesetzt. Die Empfehlung "Buy" wurde beibehalten. Aufgrund der starken Ergebnisse des ersten Quartals bekräftigte das Unternehmen seine Prognose, die für das Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 5 bis 15 Prozent sowie eine weitere Verbesserung der betrieblichen Effizienz vorsieht, schreiben die Erste Group-Experten in der aktuellen Studie.
Am obersten Ende des ATX prime standen Strabag mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent. Die schwergewichteten OMV lagen bei plus 1,8 Prozent. Damit folgen die Aktien dem europäischen Trend. Der Stoxx Europe 600 Oil&Gas ist heute mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent der stärkste Sektor in Europa und profitiert von den hohen Ölpreisen.
Am anderen Ende des ATX prime findet sich Frequentis. Die Aktien des Technologieunternehmens verloren massive 13,6 Prozent.
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ISIN AT0000999982