ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax rutscht unter 24.000 Punkte
Der Dax hat am Dienstag seine
zu Wochenbeginn unterbrochene Talfahrt fortgesetzt. Der weiter
ungelöste Nahost-Konflikt halte die Nervosität hoch, kommentierte
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, das
Handelsgeschehen. Ansonsten dominierte die laufende Berichtssaison
der Unternehmen mit einer Flut von Quartalszahlen das Bild.
Im Sog der schwachen US-Börsen weitete der deutsche Leitindex sein
Minus aus - zum Handelsende verlor er 1,62 Prozent auf 23.954,93
Punkte. Mit dem Rutsch unter die Marke von 24.000 Zählern trübte
sich das charttechnische Bild weiter ein. Vergangene Woche hatte ihn
noch Zuversicht über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran mit
etwas über 25.150 Punkten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn
getrieben. Doch die Waffenruhe zwischen beiden Ländern hängt laut
US-Präsident Donald Trump inzwischen nur noch an einem seidenen
Faden.
Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, schloss
1,39 Prozent tiefer mit 31.010,38 Punkten. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,5
Prozent bergab. In London fiel das Minus moderater aus, während
Zürich ein knappes Plus schaffte. In New York ging es vor allem an
der Tech-Börse Nasdaq deutlich bergab: Der Auswahlindex Nasdaq 100
büßte zum europäischen Handelsende 1,8 Prozent ein,
während der Leitindex Dow Jones Industrial nur um 0,5
Prozent nachgab.
Im Dax war Spitzenreiter Bayer mit einem Kursplus von
3,7 Prozent einer der Lichtblicke. Gute Geschäfte sowie das laufende
Sparprogramm verhalfen dem Agrarchemie- und Pharmakonzern zu einem
überraschend starken Jahresstart.
Dahinter ging es für Scout24 um 3,1 Prozent hoch. Der
Internetportal-Betreiber punktete damit, dass er die vor zwei Jahren
vorgestellten Wachstumsziele allesamt vorzeitig übertreffen will -
auch dank neuer Produkte und Künstlicher Intelligenz.
Der Rückversicherer Munich Re indes war mit minus 6,1
Prozent Index-Schlusslicht. Am Markt wurde auf leicht verfehlte
Ergebniserwartungen verwiesen.
Gewinnmitnahmen nach einem bisher sehr starken Lauf in diesem Jahr
drückte die Papiere von Siemens Energy
mit 5,1 Prozent ins Minus. Der Energietechnikkonzern will nach einem
guten zweiten Geschäftsquartal noch in diesem Geschäftsjahr weitere
Mittel an seine Aktionäre fließen lassen.
Im MDax ragten unter anderem der Internet- und Telekomkonzern United
Internet sowie seine börsennotierte Tochter Ionos
mit Kursaufschlägen von 4,8 beziehungsweise 9,6
Prozent heraus. Letztere profitierte von starken
Nettoneukundenzahlen sowie Aussagen zum KI-Geschäft.
Im Nebenwerte-Index SDax hatten Carl Zeiss Meditec
die Nase mit plus 12,4 Prozent vorn. Am Markt wurde
vor allem die Profitabilität des Medizintechnikunternehmens gelobt.
Eine Anhebung der Jahresziele nach einem Rekordauftrag bescherte dem
Brennstoffzellenspezialisten SFC Energy einen
Kurssprung von 6,1 Prozent.
Elmos mit minus 11,7 Prozent und Medios
mit minus 13,5 Prozent waren hingegen die größten
Index-Verlierer. Chiphersteller Elmos gab eine umfangreiche
Aktienplatzierung durch zwei Großaktionäre bekannt. Das
Spezialpharma-Unternehmen Medios bekam im insgesamt wachsendem
Geschäft des ersten Quartals Preisrückgänge bei diversen Produkten
sowie steigende Kosten bei Logistik und Energie zu spüren./gl/he