ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Erholung treibt Dax über 24.000 Punkte
Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch einen
Erholungskurs eingeschlagen. Im Blick steht neben einer Flut an
Quartalsberichten hierzulande vor allem der Staatsbesuch von
US-Präsident Donald Trump in China, auf dem er unter anderem nun
doch von Jensen Huang, dem Chef des KI-Chipgiganten Nvidia begleitet
wird.
Nach deutlichen Verlusten am Vortag, die den Dax
wieder unter die 24.000-Punkte-Marke gedrückt hatten, legte der
Leitindex im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 24.126 Punkte zu. In
der vergangenen Woche noch hatte Zuversicht über eine Einigung
zwischen den USA und dem Iran den Dax mit etwas über 25.150 Punkten
auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn getrieben. Mit deren
Verflüchtigung hatten sich auch die Erholungsgewinne wieder
aufgelöst.
Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, gewann am
Morgen 0,5 Prozent auf 31.150 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 stieg um 0,6 Prozent auf 5.842 Punkte.
Der Besuch Trumps in China dürfte gleich aus zweierlei Gründen stark
beachtet werden. Zum einen, was den Iran-Krieg betrifft: Der
Regierung in Peking wird laut der Landesbank Baden-Württemberg eine
besondere Rolle zugeschrieben, da man Peking "das Potenzial zutraut,
als vermittelnde Kraft zwischen den Konfliktparteien aufzutreten".
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners wies zum anderen
darauf hin, dass die Nachricht über die Teilnahme des
Nvidia-Chefs an der China-Reise Trumps positiv an den
Märkten ankomme. "Das gibt den Börsen Hoffnung auf eine weitere
Entspannung der Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden
Supermächten."
Hierzulande dreht sich aktuell alles um massenhaft vorgelegte
Quartalsberichte aus Dax, MDax und SDax . Im Leitindex
setzten sich Merck KGaA an die Spitze mit plus 8,4
Prozent. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern trotzte
starken negativen Wechselkurseffekten und Umsatzrückgängen bei
wichtigen Medikamenten und verdiente operativ mehr als erwartet.
Entsprechend hob der neue Konzernchef Kai Beckmann die Prognose an.
Stark zeigte sich mit plus 4,1 Prozent auch die
Eon-Aktie, nachdem der Energiekonzern mit seinem
Quartalszahlen die Erwartungen ebenfalls übertraf. Der Mittelwert
der Jahreszielspanne für das operative Ergebnis dürfte unter
Anlegern nun den Eindruck bestärken, dass die Prognose konservativ
sei, hieß es von Barclays. RWE dagegen schwächelten
nach der Vorlage der Dreimonatszahlen mit minus 0,2 Prozent.
Geringere Versicherungsschäden und ein brummendes Fondsgeschäft
bescherten der Allianz einen überraschend starken
Jahresstart und der Aktie ein Kursplus von 1,8 Prozent. Das Wachstum
der US-Tochter T-Mobile US verhalf unterdessen der
Deutschen Telekom zu einem starken Jahresstart und
bewegte sie, ihren Jahresgewinnausblick leicht anzuheben. Für die
Aktie ging es um 1,4 Prozent hoch.
Siemens büßten dagegen 0,9 Prozent ein und Brenntag
am Dax-Ende 1,9 Prozent. Der Technologiekonzern
überzeugte zwar mit seinen Aufträgen im Bereich Rechenzentren, doch
die Aufträge im Bereich Industrieautomatisierung fielen nach den
Worten des Analysehauses Jefferies im Vergleich zu den zuletzt
gestiegenen Investorenerwartungen etwas schwächer aus. Der
Chemikalienhändler Brenntag hatte im ersten Quartal die Auswirkungen
des Konflikts im Nahen Osten und die Sperrung der Straße von Hormus
zu spüren bekommen und Rückgänge bei Umsatz und Ergebnissen
gemeldet./ck/stk