ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax müht sich in Rekordnähe - Knappes Minus
Auf dem Weg in Richtung Rekordstand konnte
sich der Dax am Mittwoch nicht im Plus behaupten.
"Der Pfad zu neuen Höchstständen bleibt schwierig, solange im
Iran-Konflikt noch keine diplomatischen Rauchzeichen der Entspannung
aufsteigen", kommentierte der Marktbeobachter Timo Emden.
Spekulationen über ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran
bestätigten sich nicht.
Mit knapp 25.395 Punkten fehlte dem Dax im Tageshoch wieder ein
Stück, um die im Januar bei 25.507 Punkten aufgestellte Bestmarke zu
testen. Als in New York die Rally bei Technologiewerten abebbte,
hörte auch bei dem deutschen Leitindex der Rückenwind auf. Aus dem
Handel ging er 0,03 Prozent tiefer bei 25.177,80 Punkten. Der MDax
dagegen verblieb mit knapp einem Prozent im Plus bei
33.009,45 Zählern. Auf Rekordniveau bewegt sich in Deutschland nur
der Kleinwerte-Index SDax.
Anleger schenkten Meldungen zum Iran-Krieg nur wenig Vertrauen.
Iranische Medien berichteten, dass ein Entwurf für ein Abkommen zur
Beendigung des Iran-Kriegs vorliege. Es handle sich um eine
Absichtserklärung, dass die US-Streitkräfte die Seeblockade aufheben
und sich aus den Gewässern in der Nähe des Iran zurückziehen würden,
berichtete das staatliche Fernsehen. Der Iran wolle im Gegenzug die
Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnen. Eine
Einigung sei aber noch nicht erzielt. Das Weiße Haus dementierte den
Bericht und bezeichnete ihn als vollständig erfunden.
Laut Emden will "der entscheidende Rekordfunke von der Wall Street
auf das Frankfurter Börsenparkett offensichtlich noch nicht
überspringen", denn in den USA konnte der Leitindex Dow Jones
Industrial am Mittwoch einen weiteren Rekord
aufstellen. Zuletzt legte der Dow 0,3 Prozent zu.
Im Dax drückten Gewinnmitnahmen die Aktien des
Chipkonzerns Infineon mit einem Prozent ins Minus,
nachdem sie sich im Tagesverlauf erstmals seit dem Jahr 2000 wieder
bis auf wenige Cent der 80-Euro-Marke genähert hatten. Mit Suss
Microtec und PVA Tepla gerieten auch
andere mit der Chipindustrie verbundenen deutschen Werte unter
Druck.
Der Halbleiterausrüster Aixtron baute sein Kursplus
hingegen auf 8,4 Prozent aus. Für Aufmerksamkeit sorgte die Bank of
America mit einem Kursziel, das auf 72 Euro angehoben wurde. Diese
Zielmarke ist immer noch vielversprechend, obwohl die Papiere in
diesem Jahr der absolute Überflieger in der Dax-Familie sind. Der
Analyst Oliver Wong verwies auf das KI-Thema als nächste Triebfeder
der Wachstumsstory.
Vor Aixtron setzte sich im MDax allerdings Schaeffler
an die Spitze mit einem Kurssprung um fast zehn Prozent. Die Titel
des Industriezulieferers, der sich weniger stark vom Autosektor
abhängig machen will, folgten dem US-Hype im Bereich der
Raumfahrttechnologie mit der Meldung, dass der US-Konzern Spire
Global künftig bei der Fertigung von Satelliten mit Teilen beliefert
wird.
Unter den kleineren deutschen Werten im SDax geriet
Siltronic mit vier Prozent unter Druck. Der
Spezialchemiekonzern Wacker Chemie nutzte den guten
Lauf der Aktien, um seine Beteiligung an dem Waferhersteller zu
reduzieren.
Die Verve Group konnte trotz erheblicher Belastungen
durch Währungseffekte im ersten Quartal den Umsatz aus eigener Kraft
steigern. Die Aktien verwandelten zwischenzeitliche Verluste am
Nachmittag noch in Gewinne, die letztlich fast fünf Prozent groß
waren.
Die Anteilsscheine von Aroundtown wechselten sogar
mehrfach die Vorzeichen, am Ende konnten sie sich mit einem halben
Prozent im Plus halten. Der Gewerbeimmobilienspezialist verzeichnete
einen Gewinnrückgang, bestätigte aber die Jahresprognose.
Auf europäischer Bühne kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
auf ein moderates Plus von 0,1 Prozent, ähnlich wie
der FTSE 100 in London. In Zürich zeigte der SMI
mit einem Anstieg um 0,8 Prozent mehr
Schwung./tih/jha/