ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax auf Rekordjagd - Starker Juli-Auftakt
Der Dax hat am Freitag seine
Rekordjagd fortgesetzt. Erst am Vortag hatte er nach einer
sechsmonatigen Durststrecke eine Bestmarke erklommen. Nun erreichte
er bei knapp 25.827 Punkten erneut ein Rekordhoch. Am Ende gewann
der Dax 0,78 Prozent auf 25.779,31 Zähler. Er geht damit
verheißungsvoll in die zweite Jahreshälfte: Binnen drei Tagen hat er
im Juli schon mehr Prozente gewonnen als in der gesamten ersten
Jahreshälfte. Seine Wochenbilanz ist mit plus 4,5 Prozent die
stärkste seit April 2025.
Während die globale Technologierally zuletzt auf Schranken stieß,
verwies die DZ Bank als Treiber der Dax-Rekorde auf die Aussicht auf
eine weniger restriktive US-Geldpolitik und das am Vortag in Berlin
verabschiedete Reformpaket. Die Genossenschaftsbank hält an ihrem
Jahresendziel von 27.500 Punkten fest, das noch fast sieben Prozent
Potenzial verspricht. Marktbeobachter sehen aber zunächst eine Hürde
bei 26.000 Zählern. Laut CMC-Markets-Experte Andreas Lipkow ist der
jüngste Ausbruch für diese Marke noch kein Freifahrtschein.
In der zweiten deutschen Börsenreihe hat der MDax zu
seinem fünf Jahre alten Rekord noch ein paar Schritte vor sich. Auf
dem Weg dahin legte der Index mit den mittelgroßen Börsenwerten am
Freitag aber noch etwas deutlicher als der Dax um 1,38 Prozent auf
32.994,37 Zähler zu.
Die Energieversorger-Branche nahm weiter Fahrt auf, wobei der
europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Utlities
das höchste Niveau seit April erreichte. Die Aktien von Eon
führten den Dax mit einem Kurssprung um 4,4 Prozent
an. Dem kapitalintensiven und zinssensiblen Sektor gab vor allem die
nachlassende Angst vor US-Zinserhöhungen Rückendeckung.
Eine deutliche Erholung bei KI-lastigen Technologiewerten, die am
Freitag in Asien einsetzte, kam hierzulande bei Infineon
mit einem Anstieg um 1,4 Prozent an. Wieder einmal
entwickelte sich der auch zum Technologiebereich zählende
Softwaresektor aber konträr wegen der Sorgen, dass aus dem Megatrend
KI eine Bedrohung wird. Die im Dax gewichtigen Papiere von SAP
verloren 1,5 Prozent.
Die Titel von Rheinmetall kamen mit einem fast zwei
Prozent hohen Abschlag von ihrer zuletzt deutlichen Kurserholung
zurück. Seine Nachwehen hat der Verlust eines Großauftrags der
deutschen Marine, dessen Auswirkungen der Rüstungskonzern derzeit
überprüft. Sollte eine kurzfristige Kompensation nicht möglich sein,
könnte dies den Erlös laut Rheinmetall im laufenden Jahr um bis zu
300 Millionen Euro drücken.
Zum Favoritenkreis im Dax zählten auch die Anteilscheine von Gea
mit 2,3 Prozent Plus. Die kanadische Bank RBC hat die
Titel des Maschinenbauers auf "Outperform" hochgestuft. "Ein wenig
Wachstum und jede Menge Marge - und das alles ohne Geschäft mit
KI-Rechenzentren", lautete das Argument von Analyst Sebastian
Kuenne.
Etwas dahinter schlossen die Continental -Aktien im
Dax 1,6 Prozent höher. Der näher rückende Verkauf der Kautschuk- und
Kunststofftochter Contitech bescherte dem künftig reinen
Autozulieferer den höchsten Stand seit November 2021. Den Anstoß
dazu gab am Nachmittag die Mitteilung, dass eine
Vertragsunterzeichnung mit dem Finanzinvestor Lone Funds vor dem
Abschluss steht.
Auf europäischer Bühne verbuchte der EuroStoxx mit
einem Anstieg um 0,8 Prozent ebenfalls erneut einen Rekord. Einen
solchen erreichte auch der schweizerische Leitindex SMI
, während dem Londoner FTSE 100 ein
Anstieg um 0,25 Prozent dazu nicht genügte. In New York pausierte am
Freitag die Börse wegen der anstehenden Feierlichkeiten zum
250-jährigen Bestehen der USA./tih/he