Wadephul: Rohstofffonds für seltene Erden schnell aufstocken
Außenminister Johann Wadephul fordert nach seiner Südamerikareise eine rasche Aufstockung des Rohstofffonds zur Unterstützung des Abbaus sogenannter seltener Erden und kritischer Mineralien. "China ist schon da, die Vereinigten Staaten von Amerika kommen gerade an", sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen mit seinem brasilianischen Kollegen Mauro Vieira in der Hauptstadt Brasília. "Deswegen dürfen wir jetzt nicht allzu lange in der Wartehalle bleiben, sondern müssen vorangehen."
Mit dem Rohstofffonds will sich die Bundesregierung entweder direkt oder mit Garantien an Rohstoff-Abbauprojekten beteiligen, um deutschen Unternehmen alternative Lieferpartner zu ermöglichen und weniger abhängig vor allem von China zu werden. Der Fonds soll früheren Angaben zufolge ein Volumen von bis zu einer Milliarde Euro haben. Über den Fonds hat die staatliche Förderbank KfW bereits in erste Projekte investiert.
Brasilien ist für Deutschland wichtigster Handelspartner in Südamerika. China ist allerdings schon seit 2009 größter Handelspartner des südamerikanischen Lands, auch politisch rückt man näher zusammen. Zugleich gibt es in Brasilien große Vorkommen an kritischen Metallen und Mineralien, die für die Entwicklung von Zukunftstechnologien wie den erneuerbaren Energien und die Elektromobilität wichtig sind.
Wadephul sieht große Perspektiven für Kooperation mit Südamerika
Wadephul lobte als Fazit seiner Reise nach Paraguay, Argentinien und Chile das Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der EU und Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay als "Gamechanger". Die Staaten "sehen jetzt eine große Chance in einer weiteren und engen Zusammenarbeit. Und daran müssen wir jetzt eben halt auch konkret arbeiten", sagte er. Mercosur bedeutet "Gemeinsamer Markt des Südens". Das Abkommen war Anfang Mai vorläufig in Kraft getreten. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll es den Austausch von Waren und Dienstleistungen ankurbeln.
Nun müssten Deutschland und Europa zugreifen, verlangte Wadephul. Dazu gehöre, dass der Rohstofffonds entsprechend ausgestattet werden müsse, denn Exploration, Aufbereitung und Zubereitung dieser Materialien sei kapitalintensiv. Gewinn werde es erst sehr viel später geben. "Deswegen müssen wir staatlicherseits den Weg begleiten und wir müssen ihn ermöglichen." Es müsse sehr schnell daran gearbeitet werden, dass die Rohstofffonds in Deutschland und auf europäischer Ebene aufgestockt würden, "damit wir hinreichende finanzielle Möglichkeiten haben, dass die Unternehmen auch sehr schnell jetzt an die Rohstoffe herankommen"./bk/ppz/DP/he
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