Nach dem Rekord zum Wochenstart hat der Dax
am Dienstag weiter zugelegt und eine weitere
Bestmarke aufgestellt. Am Morgen notierte der deutsche Leitindex 0,9
Prozent im Plus bei 26.228 Punkten. Tags zuvor war das Kursbarometer
in der Spitze bis knapp an die Marke von 26.100 Zählern
herangelaufen.
Der MDax sank am Dienstagvormittag hingegen um 0,1
Prozent auf 32.466 Punkte. Der EuroStoxx 50 ,
Leitindex der Euroregion, stieg um 0,8 Prozent ebenfalls auf ein
neues Hoch.
Im Mittelpunkt steht die Berichtssaison der Unternehmen. Die
Marktstimmung bleibe vorerst positiv, wobei sich die Anleger weiter
nur in ausgesuchten Branchen positionieren dürften, konstatierte
Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. "Allerdings setzt sich das
sehr vorsichtige Vorgehen unter geringen Handelsvolumen der
vergangenen Wochen fort. Große Euphorie ist trotz der neuen Rekorde
im Dax nicht zu erkennen, was zumindest kurzfristig der Nährboden
für weiter steigende Kurse sein könnte", ergänzte der Experte.
Die Aktien von Zalando brachen um knapp 15 Prozent
ein. Der Online-Modehändler enttäuschte mit seinen Umsatz- und
Ergebniszahlen für das zweite Quartal. Den Jahresausblick
konkretisierte das Management. Die Analysten des Investmenthauses
Jefferies sprachen von einem durchwachsenen Quartal. Das Zahlenwerk
sei schwächer als erwartet gewesen, schrieb JPMorgan-Expertin
Georgina Johanan und wies insbesondere auf das geringere Wachstum
des Bruttowarenvolumens hin.
Für die Papiere von Bayer ging es an der Dax-Spitze
um 4,4 Prozent nach oben. Die Leverkusener übertrafen dank guter
Agrargeschäfte und Kostensenkungen die Erwartungen für das zweite
Quartal. Zudem legten in der Pharmasparte die Verkaufszahlen noch
recht neuer Medikamente weiter deutlich zu. Den währungsbereinigten
Umsatzausblick für 2026 bestätigte der Pharma- und
Agrarchemiekonzern. JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach in einer
ersten Reaktion von starken Resultaten. Zusammen mit der bestätigten
Prognose dürften die Konsensschätzungen für den Kerngewinn je Aktie
in diesem Jahr zulegen.
Die Anteilsscheine von FMC reagierten mit einem
Kursabschlag von 6,9 Prozent auf Zahlen und Ausblick des
Dialysespezialisten. Das bereinigte operative Ergebnis habe im
zweiten Quartal positiv überrascht, kommentierte JPMorgan-Experte
David Adlington. Wegen des beibehaltenen Jahresausblicks dürften nun
aber die Schätzungen der Analysten für das zweite Halbjahr nach
unten korrigiert werden, fürchtet er.
Die Folgen des Iran-Kriegs und Streiks kamen die Lufthansa
teuer zu stehen. Für 2026 hält Vorstandschef Carsten
Spohr deshalb jetzt doch einen Gewinnrückgang für möglich. Im
zweiten Quartal brockten die immens gestiegenen Kerosinpreise dem
Konzern einen herben Gewinneinbruch ein. Damit schnitt die Lufthansa
noch schlechter ab als von Analysten im Schnitt befürchtet. Die
Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni und verlor als
Schlusslicht im MDax zuletzt 9,0 Prozent.
Eine maue Konsumstimmung insbesondere in Europa sowie der laufende
Konzernumbau belasteten auch das zweite Quartal des Modekonzerns
Hugo Boss . Den Jahresausblick bestätigte Hugo Boss
dennoch. Nach Ansicht von Chiara Battistini von JPMorgan wird der
Kurs aber durch die Übernahmeofferte von Frasers von 38 Euro je
Aktie bestimmt. Die Aktie stieg um 0,2 Prozent.
Verbio verdiente im vergangenen Geschäftsjahr
deutlich mehr als zuletzt erwartet. Der Biokraftstoffhersteller
hatte erst Ende Mai die Prognose für den operativen Gewinn auf 160
Millionen Euro bis 180 Millionen Euro angehoben. Für die
Verbio-Papiere ging es um 8,1 Prozent aufwärts.
Die Aktien von Stabilus knüpften mit einem Kursgewinn
von 8,8 Prozent an ihren guten Wochenstart an und standen damit an
der Spitze im Nebenwerteindex SDax . Am Montag hatten
die Aktien des Auto- und Industriezulieferers schon positiv auf
Quartalszahlen reagiert./edh/jha/