Nach dem Rekord zum Wochenstart hat der Dax
auch am Dienstag zugelegt und eine weitere Bestmarke
aufgestellt. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,5 Prozent im
Plus bei 26.138 Punkten. Der MDax fiel hingegen um
0,5 Prozent auf 32.339 Punkte. Der EuroStoxx 50 ,
Leitindex der Euroregion, stieg um 0,5 Prozent ebenfalls auf ein
neues Hoch.
Im Mittelpunkt steht die Berichtssaison der Unternehmen. Die
Marktstimmung bleibe vorerst positiv, wobei sich die Anleger weiter
nur in ausgesuchten Branchen positionieren dürften, konstatierte
Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. "Allerdings setzt sich das
sehr vorsichtige Vorgehen unter geringen Handelsvolumen der
vergangenen Wochen fort. Große Euphorie ist trotz der neuen Rekorde
im Dax nicht zu erkennen, was zumindest kurzfristig der Nährboden
für weiter steigende Kurse sein könnte", ergänzte der Experte.
Die Aktien von Zalando brachen um mehr als 15 Prozent
ein. Der Online-Modehändler enttäuschte mit seinen Umsatz- und
Ergebniszahlen für das zweite Quartal. Den Jahresausblick
konkretisierte das Management. Die Analysten des Investmenthauses
Jefferies sprachen von einem durchwachsenen Quartal. Das Zahlenwerk
sei schwächer als erwartet gewesen, schrieb JPMorgan-Expertin
Georgina Johanan und wies insbesondere auf das geringere Wachstum
des Bruttowarenvolumens hin.
Für die Papiere von Bayer ging es an der Dax-Spitze
um 4,2 Prozent nach oben. Die Leverkusener übertrafen dank guter
Agrargeschäfte und Kostensenkungen die Erwartungen für das zweite
Quartal. Zudem legten in der Pharmasparte die Verkaufszahlen noch
recht neuer Medikamente weiter deutlich zu. Den währungsbereinigten
Umsatzausblick für 2026 bestätigte der Pharma- und
Agrarchemiekonzern. JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach in einer
ersten Reaktion von starken Resultaten. Zusammen mit der bestätigten
Prognose dürften die Konsensschätzungen für den Kerngewinn je Aktie
in diesem Jahr zulegen.
Die Anteilsscheine von FMC sackten trotz guter
Quartalszahlen des Dialysespezialisten auf den tiefsten Stand seit
einem Monat ab. An der Börse überwogen die Sorgen über enttäuschende
Behandlungszahlen in den USA. Das zweite Quartal sei zwar
überraschend stark ausgefallen, doch habe FMC erheblich von den
befristeten US-Vergütungsregeln für neue Dialysemedikamente (TDAPA)
profitiert, schrieb UBS-Analyst Graham Doyle. Die Papiere
unterschritten die kurzfristigen Trendlinien und verloren zuletzt
7,8 Prozent.
Die Aktien von Continental büßten nach Quartalszahlen
2,1 Prozent ein. Mit dem zweiten Quartal habe der Reifenhersteller
die Erwartungen übertroffen, lobte Anlayst Harry Martin von
Bernstein Research. Allerdings habe Conti den Ausblick nur
bestätigt. Viele Investoren hätten wohl eine Anhebung erwartet.
Einen weiterhin schweren Stand haben die Aktien von Adidas
. Nach den in der Vorwoche vorgelegten Quartalszahlen
mit am Markt negativ aufgenommenen hohen Marketingausgaben belastete
nun eine Abstufung durch die UBS die Titel des
Sportartikelherstellers. Der Umsatztrend erscheine stabil, die Marge
allerdings verwundbar, schrieb Analyst Robert Krankowski. Der
Kursverlust belief sich zuletzt auf 2,9 Prozent.
Die Folgen des Iran-Kriegs und Streiks kamen die Lufthansa
teuer zu stehen. Für 2026 hält Vorstandschef Carsten
Spohr deshalb jetzt doch einen Gewinnrückgang für möglich. Im
zweiten Quartal brockten die immens gestiegenen Kerosinpreise dem
Konzern einen herben Gewinneinbruch ein. Damit schnitt die Lufthansa
noch schlechter ab als von Analysten im Schnitt befürchtet. Die
Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni und verlor als
Schlusslicht im MDax zuletzt 11,2 Prozent.
Eine maue Konsumstimmung insbesondere in Europa sowie der laufende
Konzernumbau belasteten auch das zweite Quartal des Modekonzerns
Hugo Boss . Den Jahresausblick bestätigte Hugo Boss
dennoch. Nach Ansicht von Chiara Battistini von JPMorgan wird der
Kurs aber durch die Übernahmeofferte von Frasers von 38 Euro je
Aktie bestimmt. Die Aktie stagnierte exakt auf diesem Niveau.
Verbio verdiente im vergangenen Geschäftsjahr
deutlich mehr als zuletzt erwartet. Der Biokraftstoffhersteller
hatte erst Ende Mai die Prognose für den operativen Gewinn auf 160
Millionen Euro bis 180 Millionen Euro angehoben. Für die
Verbio-Papiere ging es um 6,1 Prozent aufwärts./edh/jha/