Nach dem Rekord zum Wochenstart hat sich der
Dax auch am Dienstag nach oben geschwungen und erneut
eine Bestmarke aufgestellt. Der deutsche Leitindex schloss am Ende
0,77 Prozent im Plus bei 26.202,35 Punkten. Der MDax
der mittelgroßen Werte legte um 0,15 Prozent auf 32.559,91 Zähler
zu.
"Der Sprung über die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke
wirkt beim Dax wie ein Dosenöffner. Der Dreiklang aus Geopolitik,
Geldpolitik und Unternehmenszahlen liefert derzeit die gewünschten
Koordinaten für die Navigationssysteme der Anleger", kommentierte
Marktanalyst Timo Emden vom Handelshaus CapTrader. "Die jüngste
Rekordserie sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem
schwelenden Iran-Konflikt nach wie vor erhebliche Risiken unter der
Oberfläche glimmen."
Zuletzt überwog mit Blick auf den Nahen Osten jedoch der Optimismus
der Anleger, was sich auch in den weiter sinkenden Ölpreisen
widerspiegelte. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte
US-Finanzminister Scott Bessent: "Wir befinden uns in Gesprächen mit
den Iranern, und ich denke, es besteht die Chance, dass wir heute
oder morgen eine Einigung erzielen, um die Straße von Hormus zu
öffnen". Angesprochen auf eine mögliche Gebührenerhebung durch den
Iran in der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen
Meerenge machte Bessent klar, er gehe davon aus, dass eine freie
Durchfahrt möglich sein werde.
Hierzulande sorgte unter anderem der Kurseinbruch bei den
Zalando-Aktien für Gesprächsstoff. Der
Online-Modehändler hatte mit seinen Umsatz- und Ergebniszahlen für
das zweite Quartal enttäuscht. Die Titel sackten am Dax-Ende um 13,4
Prozent ab.
Die Anteilscheine von Fresenius Medical Care büßten
trotz guter Quartalszahlen des Dialysespezialisten 7,6 Prozent ein.
An der Börse überwogen die Sorgen über enttäuschende
Behandlungszahlen in den USA.
Einen weiterhin schweren Stand haben die Aktien von Adidas
. Nach den in der Vorwoche vorgelegten Quartalszahlen
mit am Markt negativ aufgenommenen hohen Marketingausgaben belastete
nun eine Abstufung durch die Bank UBS die Titel des
Sportartikelherstellers. Der Umsatztrend erscheine zwar stabil, die
Marge allerdings verwundbar, schrieb Analyst Robert Krankowski. Der
Kursverlust belief sich am Ende auf 2,5 Prozent.
Für die Papiere von Bayer ging es hingegen um 2,4
Prozent nach oben. Die Leverkusener hatten dank guter Agrargeschäfte
und Kostensenkungen die Erwartungen für das zweite Quartal
übertroffen. Zudem legten in der Pharmasparte die Verkaufszahlen
noch recht neuer Medikamente weiter deutlich zu.
Die Folgen des Iran-Kriegs und Streiks kamen Lufthansa
teuer zu stehen. Im zweiten Quartal hatten die immens
gestiegenen Kerosinpreise dem Konzern einen herben Gewinneinbruch
eingebrockt. Damit schnitt die Lufthansa noch schlechter ab als von
Analysten im Schnitt befürchtet. Die Aktien knickten als
Schlusslicht im MDax um mehr als acht Prozent ein.
Verbio hatte im vergangenen Geschäftsjahr deutlich
mehr als zuletzt erwartet verdient. Für die Papiere des
Biokraftstoffherstellers ging es im Nebenwerteindex SDax
um 6,5 Prozent aufwärts.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,94
Prozent auf 6.486,70 Punkte. Außerhalb des Euroraums zogen der
schweizerische SMI und insbesondere der britische
FTSE 100 weniger deutlich an. In New York stieg das
Leitbarometer Dow Jones Industrial zum europäischen
Börsenschluss um 1,6 Prozent./la/he