Aktien Frankfurt Ausblick: Weiter auf Höhenflug erwartet
Der deutsche Aktienmarkt dürfte seinen
jüngsten Höhenflug am Mittwoch fortsetzen. Hoffnungen auf eine
Beilegung des Iran-Krieges, sinkende Ölpreise und eine Rally bei
weltweiten Technologie-Aktien sollten für eine fortgesetzte
Rekordrally des Dax sorgen. Der X-Dax
signalisierte für den deutschen Leitindex knapp eine Stunde vor dem
offiziellen Handelsbeginn ein Plus von 0,8 Prozent auf 26.401
Punkte. Damit würde der Leitindex seine Bestmarke vom Vortag bei
über 26.266 Zählern nochmals erhöhen und das Plus seit Monatsanfang
auf rund drei Prozent ausbauen.
"Die Rekordjagd an den Börsen geht weiter", resümierte der
Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. "Die erhoffte
Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde die Öl- und Gaspreise
weiter fallen lassen. Niedrigere Energiekosten dämpfen die
Inflationserwartungen." Die Notenbanken wären wohl nicht mehr
"gezwungen", die Zinsen anzuheben. Mit sinkenden Energiekosten und
wohl eher niedrigen Finanzierungskosten für Unternehmen gebe es zwei
Faktoren, die sich positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken
können.
In der Berichtssaison geht es hierzulande am Mittwoch mit Volldampf
weiter. Aus dem Dax etwa stehen Beiersdorf , DHL
, Fresenius , Infineon ,
Siemens Energy und Vonovia mit Zahlen
im Fokus.
Der Logistikkonzern DHL will vor dem Hintergrund der
positiven Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr mehr Aktien
zurückkaufen als bislang geplant. Die Bonner hatten bereits vor
knapp einem Monat erste Eckdaten für das abgelaufene zweite Quartal
verkündet, die von einem kräftigen Sprung des operativen Gewinns
zeugten. In diesem Zuge wurde auch der Jahresausblick erhöht und nun
bestätigt. Im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform
Tradegate stieg die Aktie um 1,0 Prozent.
Die Geschäfte von Siemens Energy laufen weiter rund.
Das Unternehmen steigerte im dritten Quartal Umsatz und Gewinn
deutlich und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten. Die seit
Jahren schwächelnde Windenergietochter Gamesa kehrte zudem in die
schwarzen Zahlen zurück und erzielte den ersten Gewinn in einem
Quartal seit 2022. Den im Frühjahr angehobenen Ausblick bestätigte
Siemens Energy. Für die Papiere des Energietechnikkonzerns ging es
auf Tradegate um 3,7 Prozent aufwärts.
Höhere Mieten gaben Deutschlands größtem Wohnimmobilienkonzern
Vonovia im ersten Halbjahr Auftrieb. Aber auch das
Geschäft mit Zusatzleistungen entwickelte sich deutlich besser. Auf
den Nettogewinn drückten hingegen höhere Finanzierungskosten.
Während der Dax-Konzern für das laufende Jahr die Ergebnisziele
bestätigte, wurde er für das Mietwachstum wegen des Berliner
Mietspiegels etwas vorsichtiger.
Der Halbleiterhersteller Infineon erzielte dank der
boomenden Nachfrage nach Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten
Geschäftsquartal einen Rekordumsatz. Zudem sorgten steigende
Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind. Auch im
wichtigen Automobilgeschäft zogen die Geschäfte an. Das
Segmentergebnis, das die operative Profitabilität misst, stieg um 22
Prozent, die entsprechende Marge um zwei Prozentpunkte auf 19,1
Prozent. Die Infineon-Titel verteuerten sich auf Tradegate um 1,3
Prozent.
Der Krankenhausbetreiber und Pharmahersteller Fresenius
blickt nach einem erfolgreichen Quartal
zuversichtlicher auf 2026. Das Kern-Ergebnis je Aktie soll im
laufenden Jahr um 10 bis 15 Prozent steigen. Zuvor war Fresenius von
plus fünf bis zehn Prozent ausgegangen. Im zweiten Quartal legte der
Umsatz organisch um sechs Prozent zu, das operative Ergebnis (Ebit)
stieg währungsbereinigt um zehn Prozent. Auf Tradegate stieg die
Aktie um 4,1 Prozent./edh/zb