ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Verluste nach Rekordjagd - Zinssorgen belasten
Nach dem jüngsten Rekordlauf an der Wall Street
haben die US-Anleger am Donnerstag wieder vorsichtiger agiert. Die
wichtigsten Aktienindizes gaben nach. Die Börsen seien zuletzt "heiß
gelaufen", sagte ein Händler. Nun nehme die Wahrscheinlichkeit für
Gewinnmitnahmen zu, auch größere Rücksetzer wären dem Beobachter
zufolge keine Überraschung. Zudem drückten auch erneut aufgeflammte
Zinssorgen auf die Stimmung.
Thierry Wizman, Devisen- und Zinsstratege des Investmentunternehmens
Macquarie Group, verwies auf eine Rede von Lisa Cook, Mitglied des
Gouverneursrats der Notenbank. Diese hatte ihre Bereitschaft
erklärt, die Leitzinsen anzuheben, sollte sich das
Inflationswachstum nicht verlangsamen. Höhere Zinsen aber lassen
Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen
weniger attraktiv erscheinen.
Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 0,85
Prozent auf 53.885,10 Punkte. Der marktbreite S&P 500
verlor 0,18 Prozent auf 7.709,96 Zähler. Beide Börsenbarometer
hatten zur Wochenmitte einmal mehr Höchststände erreicht.
Für den Nasdaq 100 ging es um 0,39 Prozent auf
29.373,33 Punkte nach unten. In der Tech-Branche gab es einige
enttäuschende Unternehmensnachrichten, so dass in dem
technologielastigen Index mehrere Werte mit prozentual zweistelligen
Kursverlusten herausragten.
Die Titel von Honeywell Aerospace etwa sackten um gut
23 Prozent ab. Eine unerwartete Senkung der Prognose hatte die
Anleger nur wenige Wochen nach dem Start des Zulieferers der
Luftfahrt- und Rüstungsindustrie als eigenständiges Unternehmen
aufgeschreckt.
Applovin , Betreiber einer Plattform für Marketing,
mobile Werbung und App-Monetarisierung, hatte mit seinem Umsatz und
seinem Margenausblick enttäuscht. Dies straften die Anleger mit
einem Kursverlust in Höhe von fast 20 Prozent ab.
Die Aktien von Datadog büßten nach ihrer jüngsten
Rally 19 Prozent ein. Hier wiesen Analysten anlässlich der
Geschäftszahlen auf die hohen Erwartungen der Anleger im Vorfeld der
Ergebnisse sowie auf die verhaltene Prognose des
Softwareunternehmens für den Rest des Jahres hin.
Western Digital war mit seiner Prognose für den
Umsatz im laufenden Quartal hinter der Markterwartung
zurückgeblieben, sodass die Papiere um 13 Prozent fielen. Das
Unternehmen stellt Geräte und Komponenten zur Datenspeicherung her.
Die Anteilscheine von Motorola Solutions hingegen
zogen um gut acht Prozent an. Der Hersteller sogenannter
intelligenter Kameras hatte die Ziele für Umsatz und Gewinn in
diesem Jahr nach oben geschraubt.
Derweil stabilisierten sich die Aktien der Weltraum- und KI-Firma
SpaceX nach Ihrem Kursrutsch zur Wochenmitte und
stiegen um gut sechs Prozent. Damit verdauten die Anleger eine nun
erfolgte, erste Freigabe von Papieren aus einer gestaffelten
Haltefristvereinbarung, die Insider zuvor am Verkauf der Titel
gehindert hatte. Bei dieser Anlegergruppe handelt es sich vor allem
um Altaktionäre und bestimmte Mitarbeiter, die so eine plötzliche
Überflutung des Marktes mit Wertpapieren verhindert hatten.
Außerhalb der Tech-Branche legten die Anteilscheine von
ConocoPhillips um anderthalb Prozent zu. Der Öl- und
Gasproduzent hatte im zweiten Quartal dank hoher Energiepreise
deutlich mehr verdient als von Analysten im Mittel erwartet. Die
Papiere von Ralph Lauren gewannen vier Prozent. Das
Modeunternehmen hatte mit seinem bereinigten Gewinn je Aktie positiv
überrascht./la/he