ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Kleines Dax-Plus in Rekordnähe
Nach seiner Rekordrally hat der Dax
am Mittwoch zunächst nur einen kleinen Schritt
gemacht. Ohne eindeutige Impulse durch die Berichtssaison konnte der
Leitindex die am Vortag aufgestellte Bestmarke von 26.504 Punkten
erst einmal nicht angreifen. Gegen Ende der ersten Handelsstunde
legte er 0,2 Prozent auf 26.437 Punkte zu. Der MDax
stieg um 0,4 Prozent auf 32.336 Zähler.
Aktuell hat der Dax sein Jahresplus auf seiner im April
eingeleiteten Rally auf gut acht Prozent ausgebaut. Die Impulse
durch die Vorgaben anderer Weltbörsen waren am Mittwoch aber teils
verhalten und auch die Reaktionen auf Unternehmenszahlen konnten dem
Markt nicht groß ihren Stempel aufdrücken. Anleger warten auf
Inflationsdaten aus den USA, die am Nachmittag veröffentlicht
werden.
Während gegenseitige Drohungen und Warnungen im Iran-Krieg anhalten,
haben die Ölpreise wieder das höchste Niveau seit Ende Juli
erreicht. "Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran gibt es
nicht, sodass sich auch keine Ausweitung des Schiffsverkehrs in der
Straße von Hormus abzeichnet", hieß es am Morgen von den Experten
der Landesbank Helaba. Sie wiesen auf die damit wieder zunehmenden
Inflationsrisiken hin.
Wegen der mit dem Ölpreis verbundenen Zinssorgen werden laut der
Privatbank Metzler später alle Augen auf die Verbraucherpreise aus
den USA gerichtet. "Aktuell preisen die Märkte die
Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung der Fed im September mit
50:50 und so haben die heutigen US-Inflationsdaten durchaus das
Potenzial für deutliche Bewegungen", schrieb am Morgen
Metzler-Analyst Yannik Mosbach.
Die Favoritenrolle im Dax übernahm zunächst Siemens Energy
wegen positiver Branchennachrichten. Eine vom
Windkraft-Spezialisten Vestas erhöhte Prognose zog
auch die Titel des Energietechnik-Konzerns um 4,3 Prozent nach oben
auf ein Hoch seit mehr als einem Monat. Die Vestas-Nachrichten
stützten auch deutlich den Konkurrenten Nordex aus
dem MDax.
Gut blieb die Stimmung auch im Chipsektor, wie der Anstieg bei
Infineon oder Branchenzulieferern wie Aixtron
, Siltronic oder Suss Microtec
zeigte.
Eigene Unternehmenszahlen ergaben unter den Dax-Werten jedoch keinen
positiven Impuls. Von Eon über Hannover Rück
bis hin zu Brenntag bewegten sich nach
ihren Berichten alle drei Indexmitglieder im Minus. Relativ groß war
der Abschlag bei Brenntag mit 1,6 Prozent. Von dem
Chemikalienhändler waren schon Eckdaten bekannt, sodass der
Neuigkeitsgehalt eher gering war. Die Titel hatten aber zuletzt ein
Hoch seit Anfang März 2025 erreicht und leiden unter
Gewinnmitnahmen.
Im MDax sorgte vor allem TKMS mit einem Kurssprung um
elf Prozent für Aufsehen. Eine von dem Marineschiffbauer erhöhte
Prognose kam bei den Anlegern sehr gut an. Im laufenden
Geschäftsjahr soll der Umsatz nun um 10 bis 12 Prozent steigen statt
der bislang in Aussicht gestellten Spanne von 2 bis 5 Prozent.
Der Bilfinger -Kurs dagegen rutschte um 5 Prozent ab.
Der Industriedienstleister bekam im zweiten Quartal die
Zurückhaltung der Kunden wegen des Iran-Konflikts zu spüren. Das
Unternehmen musste einen schrumpfenden Auftragseingang hinnehmen. Es
peilt nun bei der operativen Marge das untere Ziel der zuvor
ausgegebenen Spanne an.
Bechtle konnte sich nach den eigenen Zahlen nur kurz
vom Vortagsrutsch wegen enttäuschender Resultate des Konkurrenten
Cancom erholen, zuletzt drehte der Kurs mit 2,2
Prozent ins Minus während der von Cancom weiter absackte. Als
IT-Dienstleister hatte Bechtle einen deutlichen Ausbau der Vorräte
angekündigt, um sich für den Aufschwung der Geschäfte in Zeiten des
deutschen Finanzpakets zu rüsten.
Gemischt war das Feedback auf die Resultate der MDax-Mitglieder Tui
und K+S . Während der Reisekonzern im
Quartal die Erwartungen verfehlte und seine Papiere ihre Korrektur
mit einem Abschlag von zwei Prozent fortsetzten, ging es bei dem
Düngemittelkonzern um 1,7 Prozent nach oben. Das operative Ergebnis
liege ordentlich über den Erwartungen, schrieb die JPMorgan-Expertin
Angelina Glazova./tih/mis