ROUNDUP/Aktien Frankfurt: Dax legt zu - Fortsetzung der Rekordserie denkbar
Beim Dax dürfen die Anleger am
Donnerstag mit einer Fortsetzung der Rekordserie liebäugeln. Mit
guten Vorgaben aus Asien und gemilderten Zinssorgen im Rücken
startete der Leitindex am Morgen freundlich, aber noch ohne neue
Bestmarke in den Handel. Stützend wirkt auch, dass der Anstieg der
Ölpreise eine Pause machte. Tatsächlich bleibt die Lage im
Iran-Krieg jedoch weiter unklar.
Gegen Ende der ersten Handelsstunde legte der Dax um 0,4 Prozent auf
26.445 Punkte zu. Ihm fehlte dabei aber noch ein Stück zum Rekord
von 26.573 Zählern, in dessen Folge es am Vortag noch zu
Gewinnmitnahmen gekommen war. In der zweiten deutschen Börsenreihe
gab der MDax am Donnerstag um 0,1 Prozent auf 32.300
Zähler nach.
Am Markt hieß es, gepaart mit den schwachen Arbeitsmarktdaten der
Vorwoche gebe eine gesunkene Inflationsrate der US-Notenbank mehr
Spielraum, ihre Geldpolitik beizubehalten. "Das Glas ist damit heute
Morgen halb voll und nicht halb leer", schrieb Marktbeobachter
Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. "Solange von der Zinsseite
kein neuer Gegenwind kommt, spricht wenig dafür, dass die Käufer
plötzlich die Segel streichen."
Eine Stütze für den Dax blieben Energiewerte mit Kursgewinnen von
gut einem Prozent bei Siemens Energy und dem
Versorger RWE , der Zahlen vorgelegt hat. Der
endgültige Halbjahresbericht enthalte nach den vorab vorgelegten
Eckdaten zwar "keine neuen News" mehr, so Goldman-Sachs-Analyst
Alberto Gandolfi. "Er säht aber die Saat für weitere
Wachstumsbeschleunigung", so der Experte.
Zum Spitzenreiter im Leitindex wurde aber Rheinmetall
in einem guten Rüstungs-Sektorumfeld, das geprägt war von der
anhaltenden Rally der TKMS-Aktien. Diese setzten ihre
Vortagsrally fort mit einem Kurssprung um nochmals acht Prozent,
nachdem sie vom US-Analysehaus Bernstein Research auf "Outperform"
hochgestuft wurden. Der Experte Adrien Rabier glaubt an kräftig
steigende Analystenschätzungen.
Die Papiere des TKMS-Mutterkonzerns Thyssenkrupp
konnten der Rally folgen, zumal der Industriekonzern seine
Ergebnisse im dritten GEschäftsquartal trotz eines verhaltenen
Marktumfeldes verbessert hat. Kräftig unter Druck gerieten im MDax
aber die Papiere von Lanxess , weil sie von der
Berenberg Bank zum Verkauf empfohlen wurden. "Nicht viel Wachstum,
aber zu hohe Schulden", titelte Sebastian Bray in seinem Urteil über
den Spezialchemiekonzern.
Die Berichtssaison konzentrierte sich am Donnerstag stark auf den
Kleinwerte-Index SDax - mit Licht und Schatten. Um
fast sieben Prozent stiegen die Titel von Vincorion .
Sie folgten damit dem guten Rüstungsumfeld, aber auch der Tatsache,
dass das Unternehmen jetzt etwas optimistischer auf den Jahresumsatz
blickt.
Recht deutliche Kursgewinne von mehr als vier Prozent konnten nach
Zahlen noch die Anleger von Sixt einstecken. Zum
Spitzenreiter im SDax wurden aber die 7,2 Prozent höheren Titel von
Indus Holding nach einer Kaufempfehlung der
Privatbank Metzler. Nach den Resultaten vom Vortag und einer davor
bereits angehobenen Jahresprognose lobte Victor Beyer "zunehmend
sichtbaren Dynamikverbesserung im gesamten Portfolio" der
Beteiligungsgesellschaft.
Die Liste der SDax-Verlierer war derweil nach vorgelegten Resultaten
lang. Zwischen 2,2 und 6,1 Prozent ging es bei Cewe ,
Eckert & Ziegler , Grenke ,
Energiekontor sowie Evotec bergab.
Hellofresh verloren zuletzt fast zwei Prozent,
nachdem der Kochboxenversender mitgeteilt hatte, dass sich der
Umsatz in Richtung des unteren Endes der Prognosespanne
entwickele./tih/stk