Eilverfahren eingestellt: Russischer Tanker weiter vor Rügen
Der deutsche Zoll wird den vor gut anderthalb Jahren in der Ostsee vor Rügen havarierten Tanker "Eventin" vorerst nicht beschlagnahmen - ein entsprechendes Eilverfahren wurde eingestellt. Die Bundeszollverwaltung werde bis zur Entscheidung im Hauptverfahren warten, teilte das im Eilverfahren zuständige Hamburger Finanzgericht mit. "Schiff und Ladung werden bis zum Ausgang der Klageverfahren nicht eingezogen bzw. verwertet", heißt es in der Pressemitteilung.
Die "Eventin" hatte im Januar 2025 eine schwere Havarie in der Ostsee. Alle Systeme des 274 Meter langen Schiffs fielen aus. Der mit 99.000 Tonnen russischen Öls befüllte Tanker trieb stundenlang führerlos in schwerer See, ehe ihn deutsche Rettungsteams sichern und abschleppen konnten. Seither liegt er vor der Insel Rügen. Die EU hat das Schiff später dann als Teil der russischen Schattenflotte gelistet, mit dem Moskau Sanktionen umgeht.
Der Eigner klagte dagegen - unter anderem mit der Begründung, dass der Tanker nur wegen eines technischen Defekts in einen Hafen der EU eingelaufen sei. Er habe "zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, sanktionierte Ölprodukte in die EU zu transportieren." Die juristische Auseinandersetzung läuft weiter, das Schiff hängt vor Sassnitz fest - sehr zum Ärger auch der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern, die vor Tourismussaison den Abtransport der "Eventin" gefordert hatte./bal/DP/nas
AXC0128 2026-08-20/12:19