AKTIEN IM FOKUS: Gute Vorgaben aus USA und Asien helfen Halbleitertiteln
Positive
internationale Branchenvorgaben haben europäischen Halbleiteraktien
am Montag Auftrieb gegeben. In den USA zählten Chiptitel wie Sandisk
, Marvell und Seagate
vor dem Wochenende zu den größten Gewinnern und verhalfen dem
Tech-Index Nasdaq 100 ins Plus.
Ein ähnliches Bild zeigten am Montag die Chiptitel Samsung
Electronics und SK Hynix
, die den südkoreanischen Leitindex Kospi
beflügelten. Auch der technologielastige japanische
Nikkei 225 legte deutlich zu.
Angetrieben wurden die beiden Indizes von der Zuversicht, dass ein
neues Modell des ChatGPT-Entwicklers OpenAI die Nachfrage nach
Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) weiter ankurbeln
könnte, hieß es aus dem Markt.
Trotz aller Diskussionen um die Bewertungen kippe die KI-Anlagestory
nicht, ergänzte Marktexperte Stephen Innes. Tim Waterer,
Chef-Marktanalyst bei KCM Trade, fand es "etwas überraschend, wie
schnell die asiatischen Märkte die negativen Bewegungen an den
US-Märkten als Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten abgeschüttelt
haben".
An der Spitze des deutschen Leitindex ging es am
Montag für Infineon um 2,9 Prozent hoch. Beim
Chiphersteller sorgte eine Kaufempfehlung von Warburg Research für
zusätzliche Unterstützung. Analyst Malte Schaumann hält die
Markterwartungen an Infineon angesichts der zuvor gesunkenen
Bewertung und der Geschäftsbeschleunigung mit Chips für
KI-Rechenzentren immer noch für zu vorsichtig.
Die Titel des Branchenkollegen Elmos im Index der
mittelgroßen Werte MDax gewannen 2,7 Prozent. Für die
Aktien der Zulieferer Suss Microtec , Aixtron
, Siltronic und Jenoptik
ging es um bis zu 3,4 Prozent bergauf.
Ebenfalls auf Kaufinteresse stießen die Aktien des
Energietechnikkonzerns Siemens Energy und des
Baukonzerns Hochtief . Die beiden Unternehmen gelten
wegen der hohen Nachfrage nach Rechenzentren und deren hohen
Strombedarfs als indirekte Profiteure des Booms rund um Künstliche
Intelligenz.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 reihte sich der
Tech-Sektor mit plus 0,4 Prozent weit vorne ein. Der
Chiphersteller STMicro , der Zulieferer ASML
und die Elektrokonzerne Schneider Electric
und ABB verbuchten klare Kursgewinne.
Dagegen entwickelten sich einige Softwaretitel einmal mehr in die
entgegengesetzte Richtung. So zählten SAP und
Teamviewer mit Kursabschlägen von 1,9 und 3,4 Prozent
zu den größten Verlierern im Dax beziehungsweise im Nebenwerte-Index
SDax . Sie folgten damit dem schon bekannten Muster,
dass die Chip-Euphorie oft mit Ängsten vor einer Verdrängung von
Softwareherstellern durch den Einsatz sogenannter agentischer
Künstlicher Intelligenz einhergeht. Darunter versteht man
KI-Systeme, die eigenständig entscheiden, ohne dass jeder einzelne
Schritt von Menschen vorgegeben wird.
Frische Impulse kommen heute keine von der Wall Street, in den USA
findet wegen eines Feiertags kein Handel statt./gl/la/stk