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APA ots news: WKÖ-Henckel-Donnersmarck/Stiftner: "CO-Speicherung für Bergbau, Stahl- und Metallindustrie unverzichtbar"
Fachverband Bergbau-Stahl begrüßt Gesetzesvorstoß der Bundesregierung - Für unvermeidbare Restemissionen braucht es rasch CO-Transport- und Speicherinfrastruktur
Wien (APA-ots) - Der Fachverband Bergbau-Stahl in der Wirtschaftskammer Österreich ( WKÖ) begrüßt ausdrücklich den Gesetzesvorstoß der Bundesregierung, das Verbot der geologischen Speicherung von Kohlendioxid aufzuheben. "Dass Finanzminister Markus Marterbauer und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer die Bedeutung von Carbon Capture and Storage so klar hervorheben, ist ein wichtiges gemeinsames Signal für Klimaschutz und Industriestandort. Die Bundesregierung geht damit in die richtige Richtung", sagt Fachverbandsobmann Andreas Henckel- Donnersmarck.
"Für die Bergbau-, Stahl- und Metallindustrie ist Carbon Capture Storage, kurz CCS, kein Ersatz für die Transformation, sondern ihre notwendige Ergänzung. Wo Emissionen technisch vermieden werden können, müssen sie sinken. Wo trotz erneuerbarer Energie und neuer Produktionsverfahren Restemissionen bleiben, brauchen unsere Unternehmen die Möglichkeit, CO abzuscheiden und dauerhaft sicher zu speichern. Wer klimaneutrale Grundstoffe aus Österreich will, muss auch dafür einen verlässlichen Weg eröffnen", so Henckel- Donnersmarck.
Nicht jede Emission ist eine Energiefrage
Entlang der mineralisch-metallischen Wertschöpfungskette - vom Bergbau und der Aufbereitung heimischer Rohstoffe bis zur Stahl- und Metallerzeugung - entstehen Emissionen nicht ausschließlich durch den Energieeinsatz. Bei der thermischen Veredelung karbonathaltiger Rohstoffe, etwa von Magnesit, wird CO teilweise aus dem mineralischen Rohstoff selbst freigesetzt. In metallurgischen Verfahren wird Kohlenstoff zudem als Reduktions- oder Prozessmittel benötigt. Diese Geologie- und prozessbedingten Emissionen verschwinden nicht automatisch, wenn die eingesetzte Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt. Elektrifizierung, Wasserstoff, mehr Kreislaufführung und Effizienz können den Ausstoß massiv senken; für verbleibende, nach heutigem Stand nicht vermeidbare Mengen ist CCS ein unverzichtbarer Baustein.
"Die grüne Transformation muss technisch vollständig gedacht werden", betont Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbandes Bergbau-Stahl. "Erneuerbarer Strom und Wasserstoff sind zentrale Säulen. CCS schließt jene Lücke, die nach der Vermeidung von Emissionen bleibt. Ohne diese Option bezahlen Unternehmen dauerhaft für Restemissionen, die sie mit heute verfügbaren Verfahren nicht vollständig beseitigen können. Das schwächt Investitionen genau dort, wo klimafreundliche Grundstoffe erzeugt werden sollen."
Rechtsgrundlage ist Startsignal für die Infrastruktur
Der vorliegende Gesetzesvorstoß ist daher ein entscheidender erster Schritt. Für Investitionen zählt jedoch die gesamte Kette von der Abscheidung über Sammlung und Transport bis zur dauerhaften Speicherung. Österreich braucht als Binnenland einen abgestimmten Plan für gemeinsame CO-Hubs und Leitungen, ergänzende Transportwege, mögliche heimische Speicher sowie den grenzüberschreitenden Zugang zu europäischen Speicherstätten. Ebenso notwendig sind klare Genehmigungs-, Haftungs- und Finanzierungsregeln sowie ein offener und wettbewerbsfähiger Netzzugang. Im EU-Emissionshandel müssen Unternehmen für CO, das regelkonform abgeschieden und dauerhaft gespeichert wird, keine Emissionszertifikate abgeben. Dieser wirtschaftliche Vorteil kann jedoch nur genutzt werden, wenn zugängliche Speicherstätten und leistbare Transportwege tatsächlich vorhanden sind. "Eine Abscheideanlage allein löst noch nichts. Das CO muss vom Werk aus zuverlässig in einen geeigneten Speicher gelangen. Planung, Genehmigung und Bau solcher Netze dauern Jahre. Bund, Länder, Infrastrukturbetreiber und Industrie sollten deshalb jetzt gemeinsam eine österreichische CO-Infrastruktur-Roadmap mit klaren Zuständigkeiten, Investitionsregeln und grenzüberschreitenden Anschlüssen erarbeiten", fordert Stiftner. Gemeinsame Infrastruktur sei besonders wichtig, weil nicht jedes Unternehmen eine eigene Transportverbindung errichten könne.
Der WKÖ-Fachverband Bergbau-Stahl spricht sich dafür aus, den Rechtsrahmen nach der Begutachtung rasch zu beschließen und parallel dazu die Infrastrukturplanung zu starten. "Dieser Schritt der Bundesregierung verdient ausdrückliche Unterstützung. Jetzt muss aus dem politischen Signal zügig ein praxistaugliches Gesetz hervorgehen und aus dem Gesetz wiederum eine tatsächlich nutzbare Infrastruktur entstehen. Unsere Unternehmen sind bereit, die Transformation voranzutreiben, wenn die Rahmenbedingungen verlässlich sind", halten Andreas Henckel-Donnersmarck und Roman Stiftner fest. (PWK460/JHR)
Rückfragehinweis: Digital Media & Communication Pressestelle Wirtschaftskammer Österreich T 0590 900 - 4462 dmc_pr@wko.at https://www.wko.at/oe/news/start
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