Aktien New York Ausblick: Unter Druck wegen Ölpreis und Anleiherenditen
Die US-Börsen knüpfen am Donnerstag wohl an
ihre Vortagsverluste an. Vor allem dürfte es für den Nasdaq 100
weiter bergab gehen, der am Dienstag noch ein
Rekordhoch verbucht hatte. Für den technologielastigen Leitindex
liegt die Indikation des Brokers IG eine Stunde vor dem Auftakt
knapp ein Prozent tiefer bei 30.177 Punkten. Der Dow Jones
Industrial wurde 0,3 Prozent niedriger auf 51.368
Zähler taxiert.
Die Aktienkurse leiden unter einem erneuten Anstieg der Ölpreise,
der eine weitere Verkaufswelle am Anleihemarkt auslöste. Die
Renditen 30-jähriger Staatsanleihen wurden davon auf den höchsten
Stand seit 2004 getrieben. Laut Simon Wiersma von der ING Bank
entwickelt sich dies jetzt wieder zu einem "spürbaren Gegenwind für
Aktien".
Außerdem rückt die Sorge vor einer höheren Inflation wieder in den
Mittelpunkt. Die Warnung eines iranischen Vertreters, dass die
geopolitische Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und auf noch
mehr Regionen übergreifen könnte, hatte die Ölpreise zuletzt wieder
in die Höhe getrieben. Zudem erwägt die US-Regierung einen
Diesel-Exportstopp.
Die Gegenbewegung im Technologiesektor zeigt sich vorbörslich bei
allen Mitgliedern aus der Gruppe der sogenannten Glorreichen Sieben.
Nahe am Vortagsniveau liegend, zeigte sich Apple
relativ robust. Nach dem guten Lauf der vergangenen Tage, den
Fantasie für den eigenen KI-Agenten Muse ausgelöst hatte, kam die
Meta -Aktie vorbörslich um 1,7 Prozent von ihrem Hoch
seit einem Jahr zurück. In der Breite geben an der Nasdaq die
Chipwerte weiter nach.
Aktien von Dropbox gehörten mit mehr als vier Prozent
zu den Verlierern. Sie wurden von der Citigroup zum Verkauf
empfohlen mit dem Argument des Experten Steven Enders, dass die
Aktien zuviel vorweg genommen haben für die Chancen, die mit der
KI-Strategie des Speicherplatzanbieters verbunden sind. Vor einigen
Tagen hatte der Kurs das höchste Niveau seit der Frühphase des
Börsengangs im Jahr 2018 erreicht.
Bei MGM Resorts gibt es vorbörslich einen Rückschlag
um zehn Prozent. Der bislang mit einem Minderheitsanteil beteiligte
Medienkonzern People Inc hat seine Übernahmeofferte für die
restlichen Anteile an der Hotel- und Casinokette zurückgezogen.
Eine positive Erscheinung sind die Aktien von Everpure
, die um 4,5 Prozent zulegen. Der ehemals unter dem
Namen Pure Storage bekannte Anbieter von Flash-Speichern und
Datenmanagement-Lösungen überzeugte die Anleger mit seinem
mittelfristigen Umsatzausblick. Die entsprechende Zielsetzung für
das Jahr 2028 liege über den Erwartungen, hieß es./tih/jha/