Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag an ihre
Vortagesverluste angeknüpft. Der Dow Jones Industrial
sank um 0,5 Prozent auf 51.260 Punkte. Der marktbreite S&P 500
büßte ebenfalls 0,3 Prozent auf 7.682 Zähler ein. Für
den Nasdaq 100 ging es um 0,5 Prozent auf 30.305
Punkte abwärts, nachdem er am Dienstag noch ein Rekordhoch verbucht
hatte. Die Aktienkurse leiden unter einem erneuten Anstieg der
Ölpreise, der eine weitere Verkaufswelle am Anleihemarkt auslöste.
Die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen wurden davon auf den
höchsten Stand seit 2004 getrieben. Laut Simon Wiersma von der ING
Bank entwickelt sich dies jetzt wieder zu einem
"spürbaren Gegenwind für Aktien".
Außerdem rückt die Sorge vor einer höheren Inflation wieder in den
Mittelpunkt. Die Warnung eines iranischen Vertreters, dass die
geopolitische Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und auf noch
mehr Regionen übergreifen könnte, hatte die Ölpreise zuletzt wieder
in die Höhe getrieben. Zudem erwägt die US-Regierung einen
Diesel-Exportstopp.
Die Aktien von Oracle sackten um 5,1 Prozent ab. Wie
die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider
berichtet, unternimmt der Software- und Datenbankkonzern Schritte,
um sich vor hohen Kosten für ein riesiges Rechenzentrum zu schützen,
das derzeit in New Mexico errichtet wird. Das Projekt sei von
baulichen Widerständen und behördlichen Rückschlägen geprägt. Oracle
habe dem Projektentwickler eine Mitteilung unter Berufung auf
"höhere Gewalt" zugestellt, um damit gegebenenfalls Zahlungen
aufzuschieben, falls das Rechenzentrum nicht wie geplant im Jahr
2028 in Betrieb genommen werden könne.
Die Papiere von Dropbox gehörten mit minus 3,5
Prozent ebenfalls zu den klaren Verlierern. Sie wurden von der
Citigroup zum Verkauf empfohlen. Analyst Steven
Enders glaubt, dass die Aktie zuviel vorweggenommen habe, mit Blick
auf die Chancen in puncto KI-Strategie des Speicherplatzanbieters.
Vor einigen Tagen hatte der Kurs das höchste Niveau seit der
Frühphase des Börsengangs im Jahr 2018 erreicht.
Die Titel von MGM Resorts verbuchten einen
Kursrückgang von 9,4 Prozent. Der bislang mit einem
Minderheitsanteil beteiligte Medienkonzern People Inc hat seine
Übernahmeofferte für die restlichen Anteile an der Hotel- und
Casinokette zurückgezogen.
Für die Anteilsscheine von Everpure ging es hingegen
um fast 18 Prozent nach oben. Der Anbieter von Flash-Speichern und
Datenmanagement-Lösungen überzeugte die Anleger mit seinem
mittelfristigen Umsatzausblick./edh/nas