ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx im Plus - Anleger weiter zuversichtlich
Nach dem verhaltenen Wochenstart hat
der EuroStoxx 50 am Dienstag wieder etwas zugelegt.
Damit knüpfte der Leitindex der Eurozone an seine positive Vorwoche
an. Nach Ansicht von Marktanalyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC
Markets bleiben die Anleger trotz weiterhin hoher Ölpreise sowie
Anleiherenditen zuversichtlich und setzen "auf eine mögliche
Deeskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen positiven
Folgen für Inflation und Weltkonjunktur."
Der EuroStoxx stieg um 0,30 Prozent auf 6.320,26 Punkte. Außerhalb
der Eurozone gab der Schweizer Leitindex SMI um 0,22
Prozent auf 13.912,19 Zähler nach. Der britische FTSE 100
verlor 0,45 Prozent auf 10.636,71 Punkte.
Neue Konjunkturdaten beurteilte Lipkow als durchwachsen. "Das
Industrievertrauen erholt sich weiter von seinen Tiefständen,
während die Stimmung im Dienstleistungssektor hinter den Erwartungen
zurückbleibt", betonte der Marktexperte. "Unter dem Strich reicht
das aus, um die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung am Leben
zu halten."
Mit Abstand stärkster Sektor waren die Technologiewerte
, allen voran die Halbleiteraktien. So legten die
Aktien von ASML um 4,2 Prozent zu. "Trotz der zuletzt
aufgekommenen Zweifel an Wachstum, Investitionen und Bewertungen
bleibt die KI-Story für viele Investoren attraktiv", merkte Lipkow
an. "Solange die Anleger an die langfristigen Wachstumsperspektiven
glauben, werden Rücksetzer bei den entsprechenden Aktien weiterhin
auch als Kaufgelegenheiten gesehen."
Zur Schwäche neigten dagegen Infrastrukturwerte. Die sonst wenig
volatilen Aktien von Vinci sanken um 2,4 Prozent.
Auch Titel anderer französischer Infrastrukturunternehmen wie ADP
und Eiffage gaben nach.
Marktteilnehmer verwiesen auf Steuerpläne der französischen
Regierung. Danach sollen im Rahmen des Haushalts für 2027 Steuern
für Transport-Infrastruktur angehoben werden.
In der zweiten Reihe kamen die Anteilscheine von Lindt & Sprüngli
unter Druck und sackten um 8,7 Prozent ab. Der Titel
reagierte damit auf die zweite Senkung der Umsatzprognose im
laufenden Jahr. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy betonte,
dass dadurch das Vertrauen in die Prognosefähigkeit des Unternehmens
untergraben werde. Und diese sei bislang ein wesentlicher Faktor für
die hohe Bewertung gewesen.
Demgegenüber schnellten die Aktien von Julius Bär um
mehr als sieben Prozent nach oben. Die Bank macht in der
Aufarbeitung des Debakels rund um massive Kreditausfälle im Zuge der
Pleite des österreichischen Immobilienkonzerns Signa einen großen
Schritt vorwärts. Die Finanzmarktaufsicht Finma hat ihr seit Jahren
laufendes Verfahren nun abgeschlossen. Die Behörde rügte die Bank
noch einmal scharf, sie lockerte aber auch einige Maßnahmen und
macht so den Weg für Aktienrückkäufe frei./la/he