Wadephul fordert rasches Ende von Getreideblockade
Außenminister Johann Wadephul fordert Russland zu einem raschen Ende der Blockade ukrainischer Getreideexporte über das Schwarze Meer auf. Moskau solle Exporte ermöglichen, "damit nicht noch mehr Menschen gerade in Regionen, in denen es schon schlecht genug um die Menschen steht, hungern müssen und sterben müssen", sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch in Rom.
Wadephul hatte die blockierten Getreideexporte auch bei seinem erfolglosen Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York angesprochen. Nun sagte er: "Es wäre ja schon mal ein großer Fortschritt, wenn es über die Getreideexporte eine Einigung gäbe, denn diese werden im Globalen Süden dringend gebraucht." Er fordere Moskau nochmals auf, "über mindestens diese Frage jetzt in näherer Zukunft nachzudenken".
Gespräche im Vatikan
Der Minister dürfte das Thema auch am Freitag bei Treffen mit Vertretern der katholischen Kirche ansprechen. Er sieht Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, die Nummer zwei im Vatikan, und den Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Gallagher. Gallagher hatte Ende August in Moskau von Lawrow die Aufnahme "echter Verhandlungen" mit internationaler Unterstützung gefordert.
Wadephul - praktizierender evangelischer Christ - betonte, dass Papst Leo XIV. viele Positionen vertreten habe, die der Position der Bundesregierung entsprächen oder ihr sehr nahe seien. Er sei "dankbar dafür, dass auch aus dem Vatikan heraus versucht wird, Gesprächskontakte zu eröffnen". Alle Vermittlungsversuche des Kirchenstaats zwischen Kiew und Moskau waren bislang allerdings gescheitert. Leo verlangte erst diese Woche wieder internationale Anstrengungen für Gespräche über ein Kriegsende.
Treffen mit italienischem Außenminister Tajani
Italiens Außenminister Antonio Tajani sagte am Rande eines Treffens mit Wadephul, Europa müsse sich behaupten können, auch angesichts hybrider Angriffe durch Russland. Es gebe zweifellos "Versuche, unsere Reaktionsfähigkeit auf die Probe zu stellen". Wichtig sei, dass Europa und Nato geeint seien. "Italien und Deutschland sind zwei große Länder, die zusammenarbeiten können, um Europa zu stärken - unser Bollwerk, unser gemeinsames Zuhause."/bk/wum/cs/DP/nas
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