ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Hohe Inflation lässt Techwerte absacken
Stärker als erwartet gestiegene
Verbraucherpreise im September haben am Mittwoch vor allem die
konjunktursensiblen Papiere der Technologiebranche deutlich
belastet. Jetzt stehe eine Leitzinserhöhung im Oktober wieder zur
Debatte, schrieb Ronald Temple, Chef-Marktstratege für die Bereiche
Finanzberatung und Vermögensverwaltung beim Finanzdienstleister
Lazard. Da sich nunmehr der zunehmende Inflationsdruck immer
deutlicher abzeichne, wachse die Gefahr, dass die Notenbank bei der
Eindämmung der Teuerung ins Hintertreffen gerät.
Damit ging es für den technologielastigen Nasdaq 100
um 2,02 Prozent auf 29.950,82 Punkte abwärts. Der marktbreite S&P
500 fiel um 1,11 Prozent auf 7.718,94 Punkte. Der
Leitindex Dow Jones Industrial gab um 0,09 Prozent
auf 51.621,48 Punkte nach.
Grund für die negative Überraschung bei der Inflation waren die
hohen Preise für Kraftstoff und Heizöl. Besorgniserregend aber sei
insbesondere der im bisherigen Verlauf des Oktobers zu beobachtende
erneute Anstieg der Preise an den Zapfsäulen, sagte Dirk Chlench,
Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Die US-Inflation
steuere daher in den nächsten Monaten auf eine Rate von mehr als
vier Prozent im Vorjahresvergleich zu.
Bei den Einzelwerten blieben Aktien aus der Finanzbranche im Fokus.
Papiere der Bank of America sackten um 4,8 Prozent
ab. Das US-Finanzministerium hatte gegen die Großbank Strafen von
mehr als 1,21 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Geldwäsche-
und Sanktionsgesetze verhängt. Unter anderem habe das Geldhaus
chinesische Geldwäsche-Netzwerke nicht gemeldet, hieß es in einer
Mitteilung des Ministeriums. Zudem waren die Erträge der Bank im
Handel mit Anleihen, Devisen, Rohstoffen und Aktien im dritten
Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Anteilscheine von Morgan Stanley verloren nach der
Quartalsbilanz der Bank 2,8 Prozent. Auch überraschend hohe Erträge
des Geldhauses im Aktienhandel konnten den Kurs nicht stützen.
Vielmehr habe auch dieses Finanzinstitut unter dem Strich enttäuscht
und damit den Abschluss einer eher schwachen Berichtssaison für die
Großbanken gebildet, hieß es am Markt.
Papiere von Blackrock hingegen legten um 0,7 Prozent
zu. Der weltweit größte Vermögensverwalter hatte im dritten Quartal
netto rund 20 Prozent mehr neue Mittel akquiriert als erwartet.
Unter den Techwerten mussten die Anleger von Coreweave
einen Kurssturz um 15,5 Prozent verkraften. Die
Anleihen des Anbieters von KI-Cloud-Computing-Diensten waren auf ein
Niveau abgesackt, das in der Regel auf finanzielle Schwierigkeiten
hindeutet. Dies warf ein Schlaglicht auf die erheblichen
Finanzierungsrisiken, die mit dem schuldenfinanzierten Aufbau der
Infrastruktur rund um Künstliche Intelligenz verbunden sind. Und
diese Risiken nehmen noch zu, falls die Zinsen nun tatsächlich
stärker steigen sollten.
In dem wieder von erheblicher Unsicherheit geprägten Umfeld trennten
sich Anleger reihenweise von Technologiewerten. So büßten die Aktien
von Nvidia , Meta , Intel
und ARM Holdings zwischen gut drei und fast sieben
Prozent ein.
Speziell in der IT- und Hardware-Branche mussten die Aktien von HP
Inc , Netapp und Dell Technologies
Abschläge von bis zu 11,3 Prozent hinnehmen. Die
britische Investmentbank Barclays hatte alle drei Werte nach den
zuletzt deutlichen Kursanstiegen abgestuft und auf das aktuell eher
schwierige Investitionsklima im Unternehmenssektor verwiesen./la/he