ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Wenig bewegt vor Fed - Berichtssaison im Fokus
Europas Aktienmärkte haben den
Mittwoch wenig bewegt zu Ende gebracht. Während an Asiens Börsen die
beeindruckende Quartalsbilanz von SK Hynix die
KI-Begeisterung erneut anfachte, sprang der Funke nach Europa kaum
über. Dort und in New York positionierten sich die Anleger
vorsichtig vor dem später erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank
Fed, auf den am Donnerstag jener der Europäischen Zentralbank folgen
wird.
Der EuroStoxx 50 traf im Tagesverlauf bei der abwärts
verlaufenden 21-Tage-Linie auf charttechnischen Widerstand. Der
Leitindex der Eurozone ging aber 0,05 Prozent höher bei 6.167,81
Punkten aus dem Handel. Außerhalb der Eurozone sank der Schweizer
SMI jedoch um 0,11 Prozent auf 14.581,10 Zähler. Der
britische FTSE 100 schloss 0,07 Prozent höher bei
10.694,50 Punkten.
Hierzulande sorgte eine Reihe von Unternehmensberichten vereinzelt
für starke Kursausschläge. Im Gesamtbild erzeugten sie aber kein
klares Bild vor den Resultaten von Alphabet und
Microsoft , die am Mittwoch nach dem New Yorker
Börsenschluss anstehen. Mit diesen und dem Fed-Entscheid stehen den
Märkten laut dem CMC-Markets-Experten Andreas Lipkow am Mittwoch
noch "zwei wichtige Bewährungsproben" bevor.
Die größte Enttäuschungen kam von Adyen , die im
EuroStoxx mit einem Kurseinbruch um 13,4 Prozent das Schlusslicht
waren. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande rechnet nach der gekappten
diesjährigen Margenprognose des niederländischen Zahlungsabwicklers
und den gestrichenen Margen für die kommenden Jahre mit sinkenden
Markterwartungen.
In der Bankenbranche war der Nachrichtenfluss durchwachsen. Während
die Deutsche Bank und Standard Chartered
zuversichtlicher wurden für den Rest des Jahres und
damit ihre Kurse deutlich stützten, fiel die Reaktion auf die Zahlen
von BNP Paribas verhaltener aus. Die spanische Bank
Santander enttäuschte dagegen, ihr Kurs sackte um 5,6
Prozent ab. In Zürich verloren die Papiere von UBS
nach dem Quartalsbericht fast ein Prozent.
In der Branchenwertung fielen die Medienwerte als größte Verlierer
auf und Autowerte als größte Gewinner. Letzteres war geprägt von
Stellantis , denn die Papiere des Opel-, Fiat- und
Peugeot-Mutterkonzerns bauten ihre Gewinne in Paris auf 15,4 Prozent
aus. Sie starteten damit eine schwungvolle Erholung von ihrem
jüngsten Rekordtief. Ermutigend waren die vom Autobauer bestätigten
Jahresziele.
Für Logitech ging es im Züricher Leitindex SMI nach
Halbjahreszahlen um mehr als zehn Prozent abwärts. Die Aktien des
Computerzubehör-Herstellers litten Händlern zufolge unter Aussagen
des Managements zur Bruttomarge im angelaufenen Weihnachtsquartal.
In London gingen die Blicke auf Unilever mit einem
zweiprozentigen Abschlag. Zwar hob der Konsumgüterkonzern den
Jahresausblick an, doch dies war laut dem UBS-Experten Guillaume
Delmas schon eingepreist. Celine Pannuti von JPMorgan sprach von
einer enttäuschenden Entwicklung in den Industrieländern.
Bei GSK sackte der Kurs in London sogar um fast fünf
Prozent ab. Die Anteile des Pharmakonzerns litten unter einem trägen
Geschäft mit Impfstoffen. Vor allem der Verkauf der RSV-Impfung
Arexvy entwickelte sich schwach. Aber auch das Geschäft mit
Influenza-Impfungen lief deutlich schlechter als ein Jahr
zuvor./tih/he